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            <title>BAG Sitzung 21.-23. Februar 2020: Alles</title>
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                <title>BAG Sitzung 21.-23. Februar 2020: Alles</title>
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                        <title>A9NEU9: Jemen - der vergessene Krieg</title>
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                        <author>BAG Frieden &amp; Internationales (beschlossen am: 22.02.2020)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien, ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen, Friedensgespräche und Überlegungen zur Postkonfliktphase.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konventionen sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrant*innen sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen geht von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor allem Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit werden während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lassen im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><strong>Wir verurteilen die Politik der Militärkoalition, allen voran Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate, sowie Irans im Jemen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen politischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Akteure stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählen die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabische Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern die Bundesregierung auf:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>sich gegenüber weiteren Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt im Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In den letzten Jahren werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv und nehmen dabei beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher setzen wir uns dafür ein:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung setzt voraus, dass die Interessen aller Bevölkerungsgruppen, Minderheiten und Regionen des Jemen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene föderale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten, eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.<br><br>
In den Verhandlungen muss eine Strategie für die Entwaffnung der Konfliktgruppen im Zentrum der Bemühungen stehen. Es besteht bisher eine große Befürchtung, dass Rache an einer Konfliktpartei genommen wird, sollte sie im Rahmen eines Friedensprozesses die Waffen abgegeben. Solange die Konfliktparteien sich aber auf Waffengewalt stützen, ist eine nachhaltige Friedenslösung nicht in Sicht. Damit es gelingt, dass Mitglieder bewaffneter Gruppen ihre Waffen abgeben und sie Unterstützung bei ihrer Rückkehr in eine friedliche Gesellschaft erhalten, sollte eine konkrete Entwaffnungsstrategie unter Beteiligung aller relevanter Akteur*innen erarbeitet werden werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir den Bundesvorstand, die Bundestagsfraktion und die Fraktion im Europäischen Parlament auf, sich dafür einzusetzen, dass:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>die EU eine Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche übernimmt, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>bei den VN die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt eingebunden werden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Sun, 23 Feb 2020 00:31:53 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A3NEU2: Freiheit für Julian Assange</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Freiheit_fuer_Julian_Assange-45558</link>
                        <author>BAG Frieden &amp; Internationales (beschlossen am: 22.02.2020)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Freiheit_fuer_Julian_Assange-45558</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Am 11. April 2019 wurde Julian Assange von der britischen Polizei in der Botschaft Ecuadors in London festgenommen, nachdem das südamerikanische Land durch einen neuen Präsidenten das politische Asyl aufgehoben hatte. Assange war 2012 in die diplomatische Vertretung geflüchtet, um einer Auslieferung nach Schweden bzw. in die USA zuvorzukommen. Aktuell wird Assange in einem Londoner Hochsicherheitsgefängnis gefangen gehalten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die US-Regierung drängt auf seine Auslieferung, wo ihm aufgrund des Vorwurfs der Spionage die Todesstrafe oder bis zu 175 Jahre Haft drohen. Hintergrund dafür ist, dass Julian Assange die Enthüllungsplattform WikiLeaks gründete und dort Kriegsverbrechen veröffentlichte. Ärzt*innen, Journalist*innen und Politiker*innen haben in den letzten Wochen seine Freilassung gefordert, darunter auch der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer. Es wird insbesondere der Vorwurf erhoben, dass die Haftbedingungen einen Verstoß gegen die Menschenrechte darstellen und lebensbedrohlich sein können, da schon jetzt schwere Gesundheitsschäden eingetreten sind.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir unterstützen die gemeinsame Kampagne des Journalisten Günter Wallraff, dem ehemaligen Innenminister Gerhart Baum (FDP), dem ehemaligen Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD), der Parlamentarierin Sevim Dagdelen (Die LINKE) und über 130 Prominenten, die sich für eine Freilassung von Assange einsetzt. Auch Grüne Politiker*innen, wie Daniel Cohn-Bendit, Hans-Christian Ströbele, Jürgen Trittin, Margit Stump und Antje Vollmer haben die Kampagne unterzeichnet.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir fordern die Bundestagsfraktion und den Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen auf, sich für die Freilassung von Julian Assange einzusetzen.</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 23:38:54 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A4NEU3: „EUROPA“ UND „EUROPÄISCHE UNION“ BESSER UNTERSCHEIDEN</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/EUROPA_UND_EUROPAeISCHE_UNION_BESSER_UNTERSCHEIDEN-37064</link>
                        <author>BAG Frieden &amp; Internationales (beschlossen am: 22.02.2020)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/EUROPA_UND_EUROPAeISCHE_UNION_BESSER_UNTERSCHEIDEN-37064</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Begriff &quot;Europa&quot; beinhaltet für uns Grüne die Vision einer friedlichen Zukunft des Kontinents: die Verwirklichung von Menschenrechten, Demokratie und sozialer Gerechtigkeit sowie die Überwindung von Spaltungen, Konflikten und Kriegen. Zusammen mit vielen anderen arbeiten wir daran, diese Zukunftsvorstellung zu realisieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Begriffe „Europa“ und „Europäische Union“ (EU) müssen im Grundsatzprogramm und in zukünftigen Wahlprogrammen je nach Bezugnahme konsequent unterschieden werden, sie dürfen nicht pauschal gleichgesetzt werden. Dies gilt ebenso für die Adjektive „europäisch“ und „paneuropäisch“: wenn es um die EU geht, müssen jeweils differenzierende Formulierungen verwendet werden wie z.B. „EU-Ebene“, „EU-weit“ oder „im Rahmen der EU“. Der utopische Überschuss und der Identität stiftende Aspekt des Europa-Begriffs können z.B. durch Bezeichnungen wie „EU-Europa“ oder EU-europäisch“ einbezogen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In Eigennamen kann das Adjektiv „europäisch“ wie üblich verwendet werden: „das Europäische Parlament“, „die Föderale Europäische Republik“. - Nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU ist die Gleichsetzung der Begriffe „Europa“ und „Europäische Union“ noch weniger angemessen als vorher schon.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Denn Europa ist mehr als die EU mit ihren jetzt 27 Staaten. Der Europarat hat 47 Mitgliedstaaten, Weißrussland ist - wegen der Todesstrafe - seit 1993 nur Beitrittskandidat. Zu den 21 Nicht-EU-Staaten des Europarats gehören sehr kleine Staaten wie Andorra, Monaco, San Marino und Liechtenstein sowie mittlere Staaten wie Norwegen und die Schweiz. Einige der 21 durch die Gleichsetzung von „Europa“ und „EU“ übergangenen Staaten haben intensive Beziehungen zur EU bzw. sind Beitrittskandidaten. Die bedeutendsten Nicht-EU-Staaten des Europarats sind Großbritannien und Russland.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir Grünen wollen die Vertiefung und Verbesserung der EU hin zu einer Föderalen Europäischen Republik. Auch die gemeinsamen, über die EU hinausreichenden europäischen Institutionen wie die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) oder den Europarat wollen wir unterstützen. Und wir wollen neue Wege der Kooperation und der Solidarität im gesamten Europa entwickeln, mit der Perspektive, auch durch neue Vertragswerke alle europäischen Staaten einzubinden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Metapher „das europäische Haus“ darf nicht auf die Europäische Union verengt werden. Dieses sprachliche Bild, von Gorbatschow am Ende des Kalten Krieges verwendet, um die Überwindung des Gegensatzes von NATO und Warschauer Pakt in den Blick zu nehmen und um die Idee einer friedlichen Zukunft Europas unter Einschluss Russlands zu formulieren, sollte auch weiterhin die Zielsetzung einer Überwindung der Konflikte und Spaltungen im gesamten Europa ausdrücken, auch wenn insbesondere die Gegensätze zu Russland zur Zeit unüberwindbar erscheinen mögen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Denn Sprache schafft Wirklichkeit. Sprache kann den Raum offen halten und neu öffnen, damit für alle Europäer*innen die Vision einer gemeinsamen Zukunft in einem demokratischen und friedlichen Europa Wirklichkeit werden kann.</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 23:32:10 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A9NEU8: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18803</link>
                        <author>Paula Moser (KV Dresden)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18803</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen, Friedensgespräche und Überlegungen zur Postkonfliktphase.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konventionen sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrant*innen sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen geht von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor allem Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit wwerden während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lassen im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen politischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Staaten stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählt die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und sowie der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabischen Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Sich gegenüber weiterer Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt in Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In den letzten Jahren werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv und nehmen dabei beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung setzt voraus, dass die Interessen aller Bevölkerungsgruppen, Minderheiten und Regionen des Jemen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene föderale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten, eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.<br><br>
In den Verhandlungen muss eine Strategie für die Entwaffnung der Konfliktgruppen im Zentrum der Bemühungen stehen. Es besteht bisher eine große Befürchtung, dass Rache an einer Konfliktpartei genommen wird, sollte sie im Rahmen eines Friedensprozesses die Waffen abgegeben. Solange die Konfliktparteien sich aber auf Waffengewalt stützen, ist eine nachhaltige Friedenslösung nicht in Sicht. Damit es gelingt, dass Mitglieder bewaffneter Gruppen ihre Waffen abgeben und sie Unterstützung bei ihrer Rückkehr in eine friedliche Gesellschaft erhalten, sollte ein konkrete Entwaffnungsstrategie unter Beteiligung aller relevanter Akteur*innen erarbeitet werden werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die EU auf, in einer Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche zu übernehmen, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die VN auf, die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt einzubinden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung und die EU auf, Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt zu unterstützen. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sowohl im Bundestag als auch innerhalb der Partei existieren bereits Beschlüsse zum Krieg im Jemen. Doch dem Konflikt wird weder in Deutschland noch in der Weltöffentlichkeit die Aufmerksamkeit gegeben, die der Dramatik der Situation angemessen wäre. Dies ist gefährlich, denn wo Aufmerksamkeit dauerhaft verschwindet, schwindet bald auch die Unterstützung für eine positive Transformation der Situation - sowohl finanziell als auch in Handlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Als Bundesarbeitsgemeinschaft “Frieden und Internationales” von Bündnis 90/Die Grünen beleben wir die friedenspolitische Tradition der Partei. Dadurch ergibt sich die Pflicht, weiter laut auf den Krieg im Jemen hin zu weisen, der unter anderem mit deutschen Waffen geführt wird und die schlimmste humanitäre Katastrophe, die es derzeit gibt, ausgelöst hat. Dabei verschlechtert sich die humanitäre Lage weiterhin - eine diskursive Normalisierung der Situation darf daher nicht zugelassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Außerdem weist die derzeitige Beschlusslage in Bund und Partei noch Lücken auf: eine feministisch-außenpolitische Betrachtung fehlt, genau wie die Vorstellung einer Nachkriegsordnung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bündnisgrüne Bundestagsfraktion hat bereits einen wegweisenden Antrag zu feministischer Außenpolitik vorgelegt, es gibt einen Beschluss der LAG Berlin und die Diskussionen um die Relevanz des Themas werden auch im Grundsatzprogrammprozess fortgesetzt. Abseits von grundsätzlichen Entscheidungen müssen wir aber auch beginnen, das Thema Feministische Friedens- und Außenpolitik an praktischen Beispielen anzuwenden und für spezifische Kontexte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Situation in Jemen zeigt exemplarisch, wie Frauen* weiterhin nicht ausreichend an Friedensverhandlungen beteiligt werden und wie relevant demnach eine feministische Friedenspolitik ist. Insbesondere bei der Gestaltung der Post-Konfliktgesellschaft tragen Frauen*-Inter-und Transpersonen eine wichtige Rolle, um nachhaltigen Frieden zu gewährleisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antragstellerinnen: Charlotte Steinmetz (Grüne Jugend), Paula Moser (Grüne Jugend)</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Quellen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/"><span class="underline">https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://germanarms.interactive.br24.de/"><span class="underline">https://germanarms.interactive.br24.de/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.yemendataproject.org/"><span class="underline">https://www.yemendataproject.org/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943"><span class="underline">https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf"><span class="underline">https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis"><span class="underline">https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html"><span class="underline">https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament"><span class="underline">https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN"><span class="underline">https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html"><span class="underline">https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace"><span class="underline">https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)"><span class="underline">https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003"><span class="underline">https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/"><span class="underline">https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.saferworld.org.uk/downloads/building-inclusive-peace---gender-at-the-heart-of-conflict-analysis-pdf.pdf"><span class="underline">Building inclusive peace: gender at the heart of conflict analysis</span></a>, Saferworld 2017</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen"><span class="underline">https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/"><span class="underline">http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen"><span class="underline">https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF"><span class="underline">https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Bisherige Beschlüsse und Anträge der Grünen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BDK-Beschlüsse</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bundestag:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antrag der Grünen Fraktion im Bundestag zu feministischer Außenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 14:52:26 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A9NEU7: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18802</link>
                        <author>Paula Moser (KV Dresden)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen, Friedensgespräche und Überlegungen zur Postkonfliktphase.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konventionen sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrant*innen sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen geht von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor allem Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit wwerden während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lassen im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen politischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Staaten stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählt die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und sowie der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabischen Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Sich gegenüber weiterer Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt in Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In den letzten Jahren werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv und nehmen dabei beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung setzt voraus, dass die Interessen aller Bevölkerungsgruppen, Minderheiten und Regionen des Jemen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene föderale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten, eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die EU auf, in einer Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche zu übernehmen, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die VN auf, die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt einzubinden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung und die EU auf, Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt zu unterstützen. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sowohl im Bundestag als auch innerhalb der Partei existieren bereits Beschlüsse zum Krieg im Jemen. Doch dem Konflikt wird weder in Deutschland noch in der Weltöffentlichkeit die Aufmerksamkeit gegeben, die der Dramatik der Situation angemessen wäre. Dies ist gefährlich, denn wo Aufmerksamkeit dauerhaft verschwindet, schwindet bald auch die Unterstützung für eine positive Transformation der Situation - sowohl finanziell als auch in Handlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Als Bundesarbeitsgemeinschaft “Frieden und Internationales” von Bündnis 90/Die Grünen beleben wir die friedenspolitische Tradition der Partei. Dadurch ergibt sich die Pflicht, weiter laut auf den Krieg im Jemen hin zu weisen, der unter anderem mit deutschen Waffen geführt wird und die schlimmste humanitäre Katastrophe, die es derzeit gibt, ausgelöst hat. Dabei verschlechtert sich die humanitäre Lage weiterhin - eine diskursive Normalisierung der Situation darf daher nicht zugelassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Außerdem weist die derzeitige Beschlusslage in Bund und Partei noch Lücken auf: eine feministisch-außenpolitische Betrachtung fehlt, genau wie die Vorstellung einer Nachkriegsordnung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bündnisgrüne Bundestagsfraktion hat bereits einen wegweisenden Antrag zu feministischer Außenpolitik vorgelegt, es gibt einen Beschluss der LAG Berlin und die Diskussionen um die Relevanz des Themas werden auch im Grundsatzprogrammprozess fortgesetzt. Abseits von grundsätzlichen Entscheidungen müssen wir aber auch beginnen, das Thema Feministische Friedens- und Außenpolitik an praktischen Beispielen anzuwenden und für spezifische Kontexte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Situation in Jemen zeigt exemplarisch, wie Frauen* weiterhin nicht ausreichend an Friedensverhandlungen beteiligt werden und wie relevant demnach eine feministische Friedenspolitik ist. Insbesondere bei der Gestaltung der Post-Konfliktgesellschaft tragen Frauen*-Inter-und Transpersonen eine wichtige Rolle, um nachhaltigen Frieden zu gewährleisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antragstellerinnen: Charlotte Steinmetz (Grüne Jugend), Paula Moser (Grüne Jugend)</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Quellen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/"><span class="underline">https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://germanarms.interactive.br24.de/"><span class="underline">https://germanarms.interactive.br24.de/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.yemendataproject.org/"><span class="underline">https://www.yemendataproject.org/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943"><span class="underline">https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf"><span class="underline">https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis"><span class="underline">https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html"><span class="underline">https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament"><span class="underline">https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN"><span class="underline">https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html"><span class="underline">https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace"><span class="underline">https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)"><span class="underline">https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003"><span class="underline">https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/"><span class="underline">https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.saferworld.org.uk/downloads/building-inclusive-peace---gender-at-the-heart-of-conflict-analysis-pdf.pdf"><span class="underline">Building inclusive peace: gender at the heart of conflict analysis</span></a>, Saferworld 2017</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen"><span class="underline">https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/"><span class="underline">http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen"><span class="underline">https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF"><span class="underline">https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Bisherige Beschlüsse und Anträge der Grünen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BDK-Beschlüsse</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bundestag:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antrag der Grünen Fraktion im Bundestag zu feministischer Außenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 14:52:09 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A9NEU6: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18801</link>
                        <author>Paula Moser (KV Dresden)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen, Friedensgespräche und Überlegungen zur Postkonfliktphase.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konventionen sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrant*innen sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen geht von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor allem Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit wwerden während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lassen im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen politischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Staaten stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählt die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und sowie der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabischen Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Sich gegenüber weiterer Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt in Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In den letzten Jahren werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv und nehmen dabei beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung kann nur gefunden werden, wenn die Interessen sunnitischer und schiitischer Bevölkerungsgruppen sowie religiöser Minderheiten, und auch weitere regionale Präferenzen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene regionale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die EU auf, in einer Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche zu übernehmen, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die VN auf, die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt einzubinden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung und die EU auf, Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt zu unterstützen. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sowohl im Bundestag als auch innerhalb der Partei existieren bereits Beschlüsse zum Krieg im Jemen. Doch dem Konflikt wird weder in Deutschland noch in der Weltöffentlichkeit die Aufmerksamkeit gegeben, die der Dramatik der Situation angemessen wäre. Dies ist gefährlich, denn wo Aufmerksamkeit dauerhaft verschwindet, schwindet bald auch die Unterstützung für eine positive Transformation der Situation - sowohl finanziell als auch in Handlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Als Bundesarbeitsgemeinschaft “Frieden und Internationales” von Bündnis 90/Die Grünen beleben wir die friedenspolitische Tradition der Partei. Dadurch ergibt sich die Pflicht, weiter laut auf den Krieg im Jemen hin zu weisen, der unter anderem mit deutschen Waffen geführt wird und die schlimmste humanitäre Katastrophe, die es derzeit gibt, ausgelöst hat. Dabei verschlechtert sich die humanitäre Lage weiterhin - eine diskursive Normalisierung der Situation darf daher nicht zugelassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Außerdem weist die derzeitige Beschlusslage in Bund und Partei noch Lücken auf: eine feministisch-außenpolitische Betrachtung fehlt, genau wie die Vorstellung einer Nachkriegsordnung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bündnisgrüne Bundestagsfraktion hat bereits einen wegweisenden Antrag zu feministischer Außenpolitik vorgelegt, es gibt einen Beschluss der LAG Berlin und die Diskussionen um die Relevanz des Themas werden auch im Grundsatzprogrammprozess fortgesetzt. Abseits von grundsätzlichen Entscheidungen müssen wir aber auch beginnen, das Thema Feministische Friedens- und Außenpolitik an praktischen Beispielen anzuwenden und für spezifische Kontexte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Situation in Jemen zeigt exemplarisch, wie Frauen* weiterhin nicht ausreichend an Friedensverhandlungen beteiligt werden und wie relevant demnach eine feministische Friedenspolitik ist. Insbesondere bei der Gestaltung der Post-Konfliktgesellschaft tragen Frauen*-Inter-und Transpersonen eine wichtige Rolle, um nachhaltigen Frieden zu gewährleisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antragstellerinnen: Charlotte Steinmetz (Grüne Jugend), Paula Moser (Grüne Jugend)</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Quellen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/"><span class="underline">https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://germanarms.interactive.br24.de/"><span class="underline">https://germanarms.interactive.br24.de/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.yemendataproject.org/"><span class="underline">https://www.yemendataproject.org/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943"><span class="underline">https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf"><span class="underline">https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis"><span class="underline">https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html"><span class="underline">https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament"><span class="underline">https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN"><span class="underline">https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html"><span class="underline">https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace"><span class="underline">https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)"><span class="underline">https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003"><span class="underline">https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/"><span class="underline">https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.saferworld.org.uk/downloads/building-inclusive-peace---gender-at-the-heart-of-conflict-analysis-pdf.pdf"><span class="underline">Building inclusive peace: gender at the heart of conflict analysis</span></a>, Saferworld 2017</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen"><span class="underline">https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/"><span class="underline">http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen"><span class="underline">https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF"><span class="underline">https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Bisherige Beschlüsse und Anträge der Grünen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BDK-Beschlüsse</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bundestag:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antrag der Grünen Fraktion im Bundestag zu feministischer Außenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 14:51:11 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A9NEU5: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18800</link>
                        <author>Paula Moser (KV Dresden)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18800</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen, Friedensgespräche und Überlegungen zur Postkonfliktphase.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konventionen sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrant*innen sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen geht von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor allem Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit wwerden während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lassen im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen politischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Staaten stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählt die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und sowie der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabischen Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Sich gegenüber weiterer Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt in Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In den letzten Jahren werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv und nehmen dabei beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffen- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffen- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung kann nur gefunden werden, wenn die Interessen sunnitischer und schiitischer Bevölkerungsgruppen sowie religiöser Minderheiten, und auch weitere regionale Präferenzen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene regionale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die EU auf, in einer Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche zu übernehmen, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die VN auf, die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt einzubinden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung und die EU auf, Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt zu unterstützen. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sowohl im Bundestag als auch innerhalb der Partei existieren bereits Beschlüsse zum Krieg im Jemen. Doch dem Konflikt wird weder in Deutschland noch in der Weltöffentlichkeit die Aufmerksamkeit gegeben, die der Dramatik der Situation angemessen wäre. Dies ist gefährlich, denn wo Aufmerksamkeit dauerhaft verschwindet, schwindet bald auch die Unterstützung für eine positive Transformation der Situation - sowohl finanziell als auch in Handlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Als Bundesarbeitsgemeinschaft “Frieden und Internationales” von Bündnis 90/Die Grünen beleben wir die friedenspolitische Tradition der Partei. Dadurch ergibt sich die Pflicht, weiter laut auf den Krieg im Jemen hin zu weisen, der unter anderem mit deutschen Waffen geführt wird und die schlimmste humanitäre Katastrophe, die es derzeit gibt, ausgelöst hat. Dabei verschlechtert sich die humanitäre Lage weiterhin - eine diskursive Normalisierung der Situation darf daher nicht zugelassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Außerdem weist die derzeitige Beschlusslage in Bund und Partei noch Lücken auf: eine feministisch-außenpolitische Betrachtung fehlt, genau wie die Vorstellung einer Nachkriegsordnung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bündnisgrüne Bundestagsfraktion hat bereits einen wegweisenden Antrag zu feministischer Außenpolitik vorgelegt, es gibt einen Beschluss der LAG Berlin und die Diskussionen um die Relevanz des Themas werden auch im Grundsatzprogrammprozess fortgesetzt. Abseits von grundsätzlichen Entscheidungen müssen wir aber auch beginnen, das Thema Feministische Friedens- und Außenpolitik an praktischen Beispielen anzuwenden und für spezifische Kontexte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Situation in Jemen zeigt exemplarisch, wie Frauen* weiterhin nicht ausreichend an Friedensverhandlungen beteiligt werden und wie relevant demnach eine feministische Friedenspolitik ist. Insbesondere bei der Gestaltung der Post-Konfliktgesellschaft tragen Frauen*-Inter-und Transpersonen eine wichtige Rolle, um nachhaltigen Frieden zu gewährleisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antragstellerinnen: Charlotte Steinmetz (Grüne Jugend), Paula Moser (Grüne Jugend)</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Quellen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/"><span class="underline">https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://germanarms.interactive.br24.de/"><span class="underline">https://germanarms.interactive.br24.de/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.yemendataproject.org/"><span class="underline">https://www.yemendataproject.org/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943"><span class="underline">https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf"><span class="underline">https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis"><span class="underline">https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html"><span class="underline">https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament"><span class="underline">https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN"><span class="underline">https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html"><span class="underline">https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace"><span class="underline">https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)"><span class="underline">https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003"><span class="underline">https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/"><span class="underline">https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.saferworld.org.uk/downloads/building-inclusive-peace---gender-at-the-heart-of-conflict-analysis-pdf.pdf"><span class="underline">Building inclusive peace: gender at the heart of conflict analysis</span></a>, Saferworld 2017</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen"><span class="underline">https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/"><span class="underline">http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen"><span class="underline">https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF"><span class="underline">https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Bisherige Beschlüsse und Anträge der Grünen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BDK-Beschlüsse</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bundestag:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antrag der Grünen Fraktion im Bundestag zu feministischer Außenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 14:50:44 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A9NEU4: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18799</link>
                        <author>Paula Moser (KV Dresden)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18799</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen, Friedensgespräche und Überlegungen zur Postkonfliktphase.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konventionen sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrant*innen sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen geht von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor allem Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit wwerden während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lassen im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen außenpolitischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Staaten stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählt die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und sowie der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabischen Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Sich gegenüber weiterer Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt in Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In den letzten Jahren werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv und nehmen dabei beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffen- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffen- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung kann nur gefunden werden, wenn die Interessen sunnitischer und schiitischer Bevölkerungsgruppen sowie religiöser Minderheiten, und auch weitere regionale Präferenzen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene regionale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die EU auf, in einer Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche zu übernehmen, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die VN auf, die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt einzubinden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung und die EU auf, Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt zu unterstützen. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sowohl im Bundestag als auch innerhalb der Partei existieren bereits Beschlüsse zum Krieg im Jemen. Doch dem Konflikt wird weder in Deutschland noch in der Weltöffentlichkeit die Aufmerksamkeit gegeben, die der Dramatik der Situation angemessen wäre. Dies ist gefährlich, denn wo Aufmerksamkeit dauerhaft verschwindet, schwindet bald auch die Unterstützung für eine positive Transformation der Situation - sowohl finanziell als auch in Handlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Als Bundesarbeitsgemeinschaft “Frieden und Internationales” von Bündnis 90/Die Grünen beleben wir die friedenspolitische Tradition der Partei. Dadurch ergibt sich die Pflicht, weiter laut auf den Krieg im Jemen hin zu weisen, der unter anderem mit deutschen Waffen geführt wird und die schlimmste humanitäre Katastrophe, die es derzeit gibt, ausgelöst hat. Dabei verschlechtert sich die humanitäre Lage weiterhin - eine diskursive Normalisierung der Situation darf daher nicht zugelassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Außerdem weist die derzeitige Beschlusslage in Bund und Partei noch Lücken auf: eine feministisch-außenpolitische Betrachtung fehlt, genau wie die Vorstellung einer Nachkriegsordnung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bündnisgrüne Bundestagsfraktion hat bereits einen wegweisenden Antrag zu feministischer Außenpolitik vorgelegt, es gibt einen Beschluss der LAG Berlin und die Diskussionen um die Relevanz des Themas werden auch im Grundsatzprogrammprozess fortgesetzt. Abseits von grundsätzlichen Entscheidungen müssen wir aber auch beginnen, das Thema Feministische Friedens- und Außenpolitik an praktischen Beispielen anzuwenden und für spezifische Kontexte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Situation in Jemen zeigt exemplarisch, wie Frauen* weiterhin nicht ausreichend an Friedensverhandlungen beteiligt werden und wie relevant demnach eine feministische Friedenspolitik ist. Insbesondere bei der Gestaltung der Post-Konfliktgesellschaft tragen Frauen*-Inter-und Transpersonen eine wichtige Rolle, um nachhaltigen Frieden zu gewährleisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antragstellerinnen: Charlotte Steinmetz (Grüne Jugend), Paula Moser (Grüne Jugend)</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Quellen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/"><span class="underline">https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://germanarms.interactive.br24.de/"><span class="underline">https://germanarms.interactive.br24.de/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.yemendataproject.org/"><span class="underline">https://www.yemendataproject.org/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943"><span class="underline">https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf"><span class="underline">https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis"><span class="underline">https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html"><span class="underline">https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament"><span class="underline">https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN"><span class="underline">https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html"><span class="underline">https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace"><span class="underline">https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)"><span class="underline">https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003"><span class="underline">https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/"><span class="underline">https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.saferworld.org.uk/downloads/building-inclusive-peace---gender-at-the-heart-of-conflict-analysis-pdf.pdf"><span class="underline">Building inclusive peace: gender at the heart of conflict analysis</span></a>, Saferworld 2017</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen"><span class="underline">https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/"><span class="underline">http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen"><span class="underline">https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF"><span class="underline">https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Bisherige Beschlüsse und Anträge der Grünen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BDK-Beschlüsse</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bundestag:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antrag der Grünen Fraktion im Bundestag zu feministischer Außenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 14:50:22 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A9NEU3: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18798</link>
                        <author>Paula Moser (KV Dresden)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18798</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen, Friedensgespräche und Überlegungen zur Postkonfliktphase.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konventionen sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrant*innen sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen geht von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor allem Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit wwerden während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lassen im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen außenpolitischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Staaten stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählt die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und sowie der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabischen Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Sich gegenüber weiterer Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt in Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Chaos des Krieges hat allerdings auch neue Möglichkeiten eröffnet: zwar werden die politischen Aktivitäten von Frauen* im öffentlichen Raum weiter beschränkt, jedoch werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv. Dabei nehmen sie beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffen- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffen- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung kann nur gefunden werden, wenn die Interessen sunnitischer und schiitischer Bevölkerungsgruppen sowie religiöser Minderheiten, und auch weitere regionale Präferenzen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene regionale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die EU auf, in einer Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche zu übernehmen, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die VN auf, die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt einzubinden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung und die EU auf, Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt zu unterstützen. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sowohl im Bundestag als auch innerhalb der Partei existieren bereits Beschlüsse zum Krieg im Jemen. Doch dem Konflikt wird weder in Deutschland noch in der Weltöffentlichkeit die Aufmerksamkeit gegeben, die der Dramatik der Situation angemessen wäre. Dies ist gefährlich, denn wo Aufmerksamkeit dauerhaft verschwindet, schwindet bald auch die Unterstützung für eine positive Transformation der Situation - sowohl finanziell als auch in Handlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Als Bundesarbeitsgemeinschaft “Frieden und Internationales” von Bündnis 90/Die Grünen beleben wir die friedenspolitische Tradition der Partei. Dadurch ergibt sich die Pflicht, weiter laut auf den Krieg im Jemen hin zu weisen, der unter anderem mit deutschen Waffen geführt wird und die schlimmste humanitäre Katastrophe, die es derzeit gibt, ausgelöst hat. Dabei verschlechtert sich die humanitäre Lage weiterhin - eine diskursive Normalisierung der Situation darf daher nicht zugelassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Außerdem weist die derzeitige Beschlusslage in Bund und Partei noch Lücken auf: eine feministisch-außenpolitische Betrachtung fehlt, genau wie die Vorstellung einer Nachkriegsordnung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bündnisgrüne Bundestagsfraktion hat bereits einen wegweisenden Antrag zu feministischer Außenpolitik vorgelegt, es gibt einen Beschluss der LAG Berlin und die Diskussionen um die Relevanz des Themas werden auch im Grundsatzprogrammprozess fortgesetzt. Abseits von grundsätzlichen Entscheidungen müssen wir aber auch beginnen, das Thema Feministische Friedens- und Außenpolitik an praktischen Beispielen anzuwenden und für spezifische Kontexte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Situation in Jemen zeigt exemplarisch, wie Frauen* weiterhin nicht ausreichend an Friedensverhandlungen beteiligt werden und wie relevant demnach eine feministische Friedenspolitik ist. Insbesondere bei der Gestaltung der Post-Konfliktgesellschaft tragen Frauen*-Inter-und Transpersonen eine wichtige Rolle, um nachhaltigen Frieden zu gewährleisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antragstellerinnen: Charlotte Steinmetz (Grüne Jugend), Paula Moser (Grüne Jugend)</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Quellen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/"><span class="underline">https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://germanarms.interactive.br24.de/"><span class="underline">https://germanarms.interactive.br24.de/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.yemendataproject.org/"><span class="underline">https://www.yemendataproject.org/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943"><span class="underline">https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf"><span class="underline">https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis"><span class="underline">https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html"><span class="underline">https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament"><span class="underline">https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN"><span class="underline">https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html"><span class="underline">https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace"><span class="underline">https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)"><span class="underline">https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003"><span class="underline">https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/"><span class="underline">https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.saferworld.org.uk/downloads/building-inclusive-peace---gender-at-the-heart-of-conflict-analysis-pdf.pdf"><span class="underline">Building inclusive peace: gender at the heart of conflict analysis</span></a>, Saferworld 2017</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen"><span class="underline">https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/"><span class="underline">http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen"><span class="underline">https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF"><span class="underline">https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Bisherige Beschlüsse und Anträge der Grünen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BDK-Beschlüsse</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bundestag:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antrag der Grünen Fraktion im Bundestag zu feministischer Außenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 14:49:30 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A9NEU2: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18797</link>
                        <author>Paula Moser (KV Dresden)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18797</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen, Friedensgespräche und Überlegungen zur Postkonfliktphase.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konvention sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrantinnen und Demonstranten sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen gehen von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auch Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit wird während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lässt im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen außenpolitischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Staaten stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählt die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und sowie der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabischen Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Sich gegenüber weiterer Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt in Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Chaos des Krieges hat allerdings auch neue Möglichkeiten eröffnet: zwar werden die politischen Aktivitäten von Frauen* im öffentlichen Raum weiter beschränkt, jedoch werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv. Dabei nehmen sie beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffen- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffen- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung kann nur gefunden werden, wenn die Interessen sunnitischer und schiitischer Bevölkerungsgruppen sowie religiöser Minderheiten, und auch weitere regionale Präferenzen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene regionale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die EU auf, in einer Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche zu übernehmen, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die VN auf, die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt einzubinden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung und die EU auf, Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt zu unterstützen. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sowohl im Bundestag als auch innerhalb der Partei existieren bereits Beschlüsse zum Krieg im Jemen. Doch dem Konflikt wird weder in Deutschland noch in der Weltöffentlichkeit die Aufmerksamkeit gegeben, die der Dramatik der Situation angemessen wäre. Dies ist gefährlich, denn wo Aufmerksamkeit dauerhaft verschwindet, schwindet bald auch die Unterstützung für eine positive Transformation der Situation - sowohl finanziell als auch in Handlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Als Bundesarbeitsgemeinschaft “Frieden und Internationales” von Bündnis 90/Die Grünen beleben wir die friedenspolitische Tradition der Partei. Dadurch ergibt sich die Pflicht, weiter laut auf den Krieg im Jemen hin zu weisen, der unter anderem mit deutschen Waffen geführt wird und die schlimmste humanitäre Katastrophe, die es derzeit gibt, ausgelöst hat. Dabei verschlechtert sich die humanitäre Lage weiterhin - eine diskursive Normalisierung der Situation darf daher nicht zugelassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Außerdem weist die derzeitige Beschlusslage in Bund und Partei noch Lücken auf: eine feministisch-außenpolitische Betrachtung fehlt, genau wie die Vorstellung einer Nachkriegsordnung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bündnisgrüne Bundestagsfraktion hat bereits einen wegweisenden Antrag zu feministischer Außenpolitik vorgelegt, es gibt einen Beschluss der LAG Berlin und die Diskussionen um die Relevanz des Themas werden auch im Grundsatzprogrammprozess fortgesetzt. Abseits von grundsätzlichen Entscheidungen müssen wir aber auch beginnen, das Thema Feministische Friedens- und Außenpolitik an praktischen Beispielen anzuwenden und für spezifische Kontexte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Situation in Jemen zeigt exemplarisch, wie Frauen* weiterhin nicht ausreichend an Friedensverhandlungen beteiligt werden und wie relevant demnach eine feministische Friedenspolitik ist. Insbesondere bei der Gestaltung der Post-Konfliktgesellschaft tragen Frauen*-Inter-und Transpersonen eine wichtige Rolle, um nachhaltigen Frieden zu gewährleisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antragstellerinnen: Charlotte Steinmetz (Grüne Jugend), Paula Moser (Grüne Jugend)</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Quellen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/"><span class="underline">https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://germanarms.interactive.br24.de/"><span class="underline">https://germanarms.interactive.br24.de/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.yemendataproject.org/"><span class="underline">https://www.yemendataproject.org/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943"><span class="underline">https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf"><span class="underline">https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis"><span class="underline">https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html"><span class="underline">https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament"><span class="underline">https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN"><span class="underline">https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html"><span class="underline">https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace"><span class="underline">https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)"><span class="underline">https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003"><span class="underline">https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/"><span class="underline">https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.saferworld.org.uk/downloads/building-inclusive-peace---gender-at-the-heart-of-conflict-analysis-pdf.pdf"><span class="underline">Building inclusive peace: gender at the heart of conflict analysis</span></a>, Saferworld 2017</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen"><span class="underline">https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/"><span class="underline">http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen"><span class="underline">https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF"><span class="underline">https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Bisherige Beschlüsse und Anträge der Grünen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BDK-Beschlüsse</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bundestag:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antrag der Grünen Fraktion im Bundestag zu feministischer Außenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 14:49:00 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A9NEU: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18796</link>
                        <author>Paula Moser (KV Dresden)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konvention sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrantinnen und Demonstranten sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen gehen von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auch Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit wird während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lässt im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen außenpolitischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Staaten stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählt die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und sowie der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabischen Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Sich gegenüber weiterer Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt in Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Chaos des Krieges hat allerdings auch neue Möglichkeiten eröffnet: zwar werden die politischen Aktivitäten von Frauen* im öffentlichen Raum weiter beschränkt, jedoch werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv. Dabei nehmen sie beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffen- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffen- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung kann nur gefunden werden, wenn die Interessen sunnitischer und schiitischer Bevölkerungsgruppen sowie religiöser Minderheiten, und auch weitere regionale Präferenzen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene regionale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die EU auf, in einer Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche zu übernehmen, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die VN auf, die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt einzubinden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung und die EU auf, Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt zu unterstützen. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sowohl im Bundestag als auch innerhalb der Partei existieren bereits Beschlüsse zum Krieg im Jemen. Doch dem Konflikt wird weder in Deutschland noch in der Weltöffentlichkeit die Aufmerksamkeit gegeben, die der Dramatik der Situation angemessen wäre. Dies ist gefährlich, denn wo Aufmerksamkeit dauerhaft verschwindet, schwindet bald auch die Unterstützung für eine positive Transformation der Situation - sowohl finanziell als auch in Handlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Als Bundesarbeitsgemeinschaft “Frieden und Internationales” von Bündnis 90/Die Grünen beleben wir die friedenspolitische Tradition der Partei. Dadurch ergibt sich die Pflicht, weiter laut auf den Krieg im Jemen hin zu weisen, der unter anderem mit deutschen Waffen geführt wird und die schlimmste humanitäre Katastrophe, die es derzeit gibt, ausgelöst hat. Dabei verschlechtert sich die humanitäre Lage weiterhin - eine diskursive Normalisierung der Situation darf daher nicht zugelassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Außerdem weist die derzeitige Beschlusslage in Bund und Partei noch Lücken auf: eine feministisch-außenpolitische Betrachtung fehlt, genau wie die Vorstellung einer Nachkriegsordnung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bündnisgrüne Bundestagsfraktion hat bereits einen wegweisenden Antrag zu feministischer Außenpolitik vorgelegt, es gibt einen Beschluss der LAG Berlin und die Diskussionen um die Relevanz des Themas werden auch im Grundsatzprogrammprozess fortgesetzt. Abseits von grundsätzlichen Entscheidungen müssen wir aber auch beginnen, das Thema Feministische Friedens- und Außenpolitik an praktischen Beispielen anzuwenden und für spezifische Kontexte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Situation in Jemen zeigt exemplarisch, wie Frauen* weiterhin nicht ausreichend an Friedensverhandlungen beteiligt werden und wie relevant demnach eine feministische Friedenspolitik ist. Insbesondere bei der Gestaltung der Post-Konfliktgesellschaft tragen Frauen*-Inter-und Transpersonen eine wichtige Rolle, um nachhaltigen Frieden zu gewährleisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antragstellerinnen: Charlotte Steinmetz (Grüne Jugend), Paula Moser (Grüne Jugend)</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Quellen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/"><span class="underline">https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://germanarms.interactive.br24.de/"><span class="underline">https://germanarms.interactive.br24.de/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.yemendataproject.org/"><span class="underline">https://www.yemendataproject.org/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943"><span class="underline">https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf"><span class="underline">https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis"><span class="underline">https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html"><span class="underline">https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament"><span class="underline">https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN"><span class="underline">https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html"><span class="underline">https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace"><span class="underline">https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)"><span class="underline">https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003"><span class="underline">https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/"><span class="underline">https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.saferworld.org.uk/downloads/building-inclusive-peace---gender-at-the-heart-of-conflict-analysis-pdf.pdf"><span class="underline">Building inclusive peace: gender at the heart of conflict analysis</span></a>, Saferworld 2017</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen"><span class="underline">https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/"><span class="underline">http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen"><span class="underline">https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF"><span class="underline">https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Bisherige Beschlüsse und Anträge der Grünen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BDK-Beschlüsse</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bundestag:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antrag der Grünen Fraktion im Bundestag zu feministischer Außenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 14:48:44 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>Kommentar zu: A11: Iran-Krise und Tötung Soleimanis als Wendepunkt nehmen hin zu friedensfähiger Bündnispolitik und Transatlantizismus, der seinen proklamierten Werten entspricht</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Iran-Krise_und_Toetung_Soleimanis_als_Wendepunkt_nehmen_hin_zu_friedens-32294?commentId=3111#comm3111</link>
                        <author>Tabitha Elkins</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Iran-Krise_und_Toetung_Soleimanis_als_Wendepunkt_nehmen_hin_zu_friedens-32294?commentId=3111#comm3111</guid>
                        <description><![CDATA[Wäre es nicht möglich, die umstrittene Bezeichnungen von Assad in Zeile 44 bis 46 könnte rauszulassen? Es ist nicht ganz klar, wer die Gasattacken in Syrien gemacht haben, und der Antrag scheint zu viele Randthemen zu beeinhalten.]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 11:23:12 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>Kommentar zu: A9: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18360?commentId=3110#comm3110</link>
                        <author>Charlotte Steinmetz</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18360?commentId=3110#comm3110</guid>
                        <description><![CDATA[Liebe BAG, liebe Juliana, lieber Dominik, liebe Sara, vielen Dank für eure ÄAs!

Wir nehmen Ä2 bis Ä6 sowie Ä8 bis Ä10 an. Für Ä11 haben wir einen Vorschlag zur modifizierten Übernahme unter dem Antrag gepostet. Ä7 würde durch die Änderung entfallen.

Wir freuen uns auf die Diskussion!
Viele Grüße, Paula und Charlotte]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 08:41:26 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>Kommentar zu: Ä11 zu A9NEU8: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18803/amendment/26480?commentId=1869#comm1869</link>
                        <author>Charlotte Steinmetz</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18803/amendment/26480?commentId=1869#comm1869</guid>
                        <description><![CDATA[Vielen Dank, Sava, für deinen Änderungsantrag und die vielen wichtigen Punkte. Um im Fluss unseres Antrags zu bleiben, schlagen wir für Ä11 folgende modifizierte Übernahme vor:

ab Zeile 30: "Zur arabischen Militärkoalition gehören neben Saudi-Arabien auch Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Ägypten, Marokko, Jordanien, Sudan und Senegal. Auch die USA sind durch Luftangriffe auf Stützpunkte vom sogenannten Islamischen Staat und al-Qaida im Krieg involviert. Der Iran hat Partei für die Houthis ergriffen, die gegen die Koalition kämpfen. Iranische Beamte haben auch angedeutet, dass sie möglicherweise Militärberater zur Unterstützung der Houthis schicken.

Wir fordern sämtliche Staaten auf, die Koalitionen im Jemen gebildet haben und eine Kriegspartei unterstützen, sich zurückzuziehen, um den Krieg zu beenden. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:"

außerdem ab Zeile 81: "Sich gegenüber der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Waffenlieferungen und der Weitergabe von Geheimdienstinformationen einzusetzen."

Könntest du dich damit anfreunden?]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 08:36:52 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>Kommentar zu: A9: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18360?commentId=3107#comm3107</link>
                        <author>Paula Moser</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18360?commentId=3107#comm3107</guid>
                        <description><![CDATA[Lieber Dominik, 
vielen Dank für diesen guten Impuls - insbesondere die Dialogförderung der Berghof-Stiftung sehen spannend und vielversprechend aus. 
Bisher haben wir den Antrag nicht an jemenitische Akteur*innen und Konflikttransformations-NGOs weitergegeben. Das wäre sicherlich wichtiges Feedback und Reflexion, sollten wir den Antrag über die BAG-Sitzung hinaus weiterverfolgen wollen!
LG Charlotte und Paula]]></description>
                        <pubDate>Fri, 21 Feb 2020 18:49:00 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>Kommentar zu: A11: Iran-Krise und Tötung Soleimanis als Wendepunkt nehmen hin zu friedensfähiger Bündnispolitik und Transatlantizismus, der seinen proklamierten Werten entspricht</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Iran-Krise_und_Toetung_Soleimanis_als_Wendepunkt_nehmen_hin_zu_friedens-32294?commentId=3102#comm3102</link>
                        <author>Jan Schierkolk</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Iran-Krise_und_Toetung_Soleimanis_als_Wendepunkt_nehmen_hin_zu_friedens-32294?commentId=3102#comm3102</guid>
                        <description><![CDATA[Lieber Dominik, liebe Charlotte,

vielen Dank für Eure Kommentare. Dazu:

- Zur bemängelten Verbindung der drei Themen: So etwas halte ich für gängige politische (nicht: akademische) Praxis, wenn der inhaltliche Zusammenhang dafür ausreicht, und damit legitimen Positionen Kontext und Nachdruck verleiht werden kann. S. dazu auch die von Dir Dominik ja verlinkte Behandlung des Themas durch die Bundestagsfraktion, die mindestens auch eine Verbindung zwischen den Themen Soleimani und Ramstein herstellt.

Das in seiner Deutlichkeit neue hier ist, dies explizit zu einem weiteren Anlass zu nehmen, sich über die transatlantische Sicherheitskooperation etc. generell Gedanken zu machen, sowie einige unterschiedliche Nuancen in der Bewertung der Iran-Krise.

- Ich stimme Euch zu, wenn Ihr sagt, dass ein so wichtiges und umfassendes Projekt wie die (explizit NICHT anti-amerikanische!) Neuvermessung der sog. transatlantischen Beziehungen ein umfangreiches Vorhaben ist, welches eingehender Behandlung bedarf. Deshalb vermeidet der Antrag was das angeht bewusst auch detaillierte Vorfestlegungen, sondern zählt am Ende (nichtmal mit Anspruch auf Vollständigkeit) einige dafür relevante Faktoren auf, und bietet die weitere Mitarbeit der BAG hierzu an. Interesse hieran soll über den Antrag auch anderen Stellen in der Partei signalisiert werden.

Was mir dazu vorschwebt, und was Ihr noch nicht wissen konntet, ist, dann u.a. hierfür eine Unter-Arbeitsgruppe einzusetzen. Vielleicht etwas, woran Ihr mitarbeiten möchtet?

Liebe Grüße, und bis morgen in Mainz hoffentlich,

Jan ]]></description>
                        <pubDate>Thu, 20 Feb 2020 21:51:21 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>Ä2 zu A10: Beschlussentwurf bzgl. BAG-Sprecher*innenteam und -wahlen</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Beschlussentwurf_bzgl__BAG-Sprecherinnenteam_und_-wahlen-14612/26481</link>
                        <author>Jan Schierkolk (KV Frankfurt)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Beschlussentwurf_bzgl__BAG-Sprecherinnenteam_und_-wahlen-14612/26481</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div id="section_6580_0" class="paragraph lineNumbers"><h4 class="lineSummary">Von Zeile 19 bis 23:</h4><div><p><br>Die Amtszeit der stellvertretenden Sprecher*innen orientiert sich <del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">dann </del>an der der bereits auf der aktuellen Sitzung <ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">für dann bis Frühjahr 2022 </ins>gewählten Sprecher*innen. An sie ist auch die Amtszeit der <del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">anderen</del><ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">verbleibenden vier</ins> Kooptiertenplätze bei deren nächster Wahl <ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">im Frühjahr 2021 </ins>anzupassen, um wieder einen gemeinsamen Turnus für alle Positionen zu sicherzustellen.<br></p></div><h4 class="lineSummary">Von Zeile 26 bis 28:</h4><div><p>ordentliche oder stellvertretende Sprecher*innen, oder ein*e oder mehrere Kooptierte*r<del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">,</del> ausfallen, werden die jeweiligen Positionen ebenfalls nur <ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">für </ins>bis zum Ende der an den Sprecher*innen ausgerichteten regulären Amtsperiode <ins style="color:#008000;text-decoration:underline;">(d.h. bis Frühjahr 2022) </ins>nachbesetzt.</p></div></div></section>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 20 Feb 2020 16:34:53 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>Ä11 zu A9NEU8: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18803/amendment/26480</link>
                        <author>Sava Stomporowski (BAG Deligierte)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18803/amendment/26480</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div id="section_6580_0" class="paragraph lineNumbers"><h4 class="lineSummary">Von Zeile 32 bis 34:</h4><div><p><del style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;"><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></del><ins style="color:#008000;text-decoration:underline;"><strong><strong>Wir fordern sämtliche Staaten auf, die Koalitionen im Jemen gebildet haben und eine Kriegspartei unterstützen, sich zurückzuziehen, um den Krieg zu beenden. Neben Saudi-Arabien gehören zu deren Koalition Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Ägypten, Marokko, Jordanien, Sudan und Senegal. Mehrere dieser Länder haben Truppen in den Jemen entsandt, um dort am Boden zu kämpfen, während andere Luftangriffe durchführen.<br><br>Auch die US-Regierung, die regelmäßig Luftangriffe auf Ziele der Al-Qaida und des Islamischen Staates (IS) im Jemen durchführen, haben eine kleine Anzahl von Truppen vor Ort stationiert. Dabei haben die USA zusammen mit Großbritannien und Frankreich die von den Saudis geführte Koalition mit Waffen und Geheimdienstinformationen versorgt.Wir fordern die Bundesregierung auf, sich für eine Beendigung dieser Unterstützung einzusetzen.<br><br>Der Iran hat sich in den Jahren der Entstehung dieses Konfliktes herausgehalten, hat aber zunehmend Partei für die Houthis ergriffen, die gegen eine übermächtige Koalition kämpfen. Iranische Beamte haben auch angedeutet, dass sie möglicherweise Militärberater zur Unterstützung der Houthis schicken. Von einer gleichwertigen Unterstützung wie Saudi-Arabiens Koalition kann jedoch keine Rede sein.<br><br>Dass der Krieg aber so erbittert gegen die Bevölkerung geführt wird, hat eine geopolitische Ursache: Die Ölstraße Bab-el-Mandeb könnte eine herausragende Alternative zur Straße von Hormuz bilden, ergänzt durch den Bau einer Ölpipeline in der östlichen Provinz Jemens Hadramawt.<br>Das Land hat durch seine Lage Zugang zu mehreren Kontinenten, kontrolliert den Zugang zum Roten Meer in Richtung Suezkanal und die Bab-el-Mandeb-Meerenge, über die das Öl und Gas der Golfmonarchien nach Europa gelangt. Bei einem Sieg Saudi-Arabiens würde es eine nahezu absolute Monopolstellung über die bedeutenden Transportwege der Welt bekommen.<br><br>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></strong></ins></p></div></div></section><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text"><p>Im Jemen gibt es ein breite Koalition, die auf der Seite Saudi-Arabiens stehen, deren Wirkung durch Bodentruppen und militärische Ausrüstung überlegen ist. Zudem gehören auch Großbritannien und Frankreich sowie die USA zu diesem Bündnis. Mit der Parteinahme zweier EU-Staaten (trotz Brexit) kann eine EU kaum glaubwürdig eine neutrale Vermittlerrolle im Krieg übernehmen. Dies ist erst recht kaum möglich, wenn wir die Unterstützung der Kriegsparteien als gleichwertig darstellen. Zudem hat das Land eine geopolitisch herausragende Bedeutung.</p>
<p></p>
<p></p>
<p></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 20 Feb 2020 16:19:13 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>Kommentar zu: A7: Eine strategische friedensgeleitete sicherheits- und verteidigungspolitische Programmatik</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Eine_strategische_friedensgeleitete_sicherheits-_und_verteidigungspoli-43550?commentId=3099#comm3099</link>
                        <author>Sava Stomporowski</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Eine_strategische_friedensgeleitete_sicherheits-_und_verteidigungspoli-43550?commentId=3099#comm3099</guid>
                        <description><![CDATA[Lieber Daniel, liebe andere,

ich denke, dass wir uns mit einer gesamteuropäischen Sicherheitsarchitektur im Rahmen der KSZE schwerpunktmäßig befassen sollten und nicht mit solchen Anträgen. 
Unsere Sicherheitsarchitektur sollte eine defensive, rein verteidigungspolitische Ausrichtung bekommen, in der auch die europäischen Staaten eingeschlossen werden, die bislang am Katzentisch sitzen - mehr nicht. 
Was wir im Windschatten der verantwortungslosen Konflikteskalation unseres transatlantischen Partners mitbekommen, brauchen wir nicht durch eine EU-Armee zu ersetzen oder versuchen, diese in Form einer Mini-Nato nachzuahmen. 

Überhaupt finde ich diese Dauerschleifen eines naiven Pazifismus ermüdend und als Zeichen von Ignoranz gegenüber den Opfern und potentiellen Gefahren eines vermeintlichen Realismus', der seit Anbruch des neuen Milleniums zu einer Explosion von Kriegen und Opfern geführt hat. Wie kann man sich dabei auch noch überlegen fühlen und so etwas auch noch in eine grünen Antrag als Zeichen einer "richtigen" Haltung einfließen lassen kann, ist mir unverständlich.

Die heutigen Schlagzeilen über Interessenkonflikte sind i.d.R. die Kriege von morgen. Es gibt schlicht keine Kriege, die plötzlich, willkürlich und ohne Voranbahnung "ausbrechen". Nein, das gehört zu den Ammenmärchen von Herrschaftsinteressen. Auch ein uns willkürlich erscheinender Erdogan hat mehrfach seinen Widerstand zu bestimmten Entwicklungen in Syrien geäußert und sie dann nach mehrfachen Konsultationen und Reisen in die USA oder nach Deutschland militärisch durchgesetzt. Diese Handlungen werden nicht nur verschämt gebilligt, sondern durch Hilfsgelder protegiert. 
Nein, Kriege sind gemacht und Gegenstand von Interessen - kurz geopolitischen Auseinandersetzungen. 

Wenn wir einen Krieg mit China verhindern wollen, müssten wir jetzt schon versuchen, am Verhandlungstisch ein faires Handels- und Wirtschaftssystem zu installieren. Dabei wird es wahrscheinlich nicht den einen großen Krieg geben, sondern entlang der chinesischen Handelsrouten Krisen aufbrechen, vielleicht auch in einigen Provinzen selbst Unruhen ausbrechen - alles nach bekannten Mustern von Farbrevolutionen und CIA-Handbüchern. Und wir sollten uns hüten, dabei die Verteidigung von Menschenrechten als Vorwand zu nehmen, auch wenn es da ganz bestimmt Bedarf an Entwicklung von Menschenrechten gibt. Nicht aber militärisch oder verdeckter Geheimoperationen.  
Dass es solche Geheimoperationen gibt, sie von der USA sogar nach etlichen Jahren bekannt werden, ist dadurch 1. kein Geheimnis, wie beispielsweise der Iran-Putsch 1953, der den Schah an die Macht hievte,  und 2. eine Aufforderung, dass wir uns mit diesen Mitteln von Politik befassen sollten, um präventive Maßnahmen und deeskalierend Handeln zu können.  

Kriege haben höchstens Sieger und Besiegte produziert, meist aber kaum die Ursachen von Problemen bewältigt. Selbst wenn man gut und gerne behaupten kann, dass der NS-Staat erfolgreich besiegt wurde, haben die Nachwirkungen des II. Weltkrieges uns einen langen Kalten Krieg eingebracht. Nach einer kurzen Phase der Entspannung  stehen wir jedoch wieder vor zahlreichen ungelösten Problemen der Sicherheitsarchitektur.  Die heutige Ost-West-Konfrontation ist ein bisschen weiter gen Osten gerutscht aber es stehen sich wieder Ost und West gegenüber. 

Und eine Anmerkung zu R2P: 
Eine R2P aufgrund von Schutzberechtigten, wie Frauen oder oft gegenüber Minderheiten, muss kritisch hinterfragt und aufgrund seiner Schwächen zumindest weiterzuentwickelt, wenn nicht gar verworfen werden.

R2P kann nicht polizeilich agieren und Angriffe verhindern, sondern erst in Kraft gesetzt werden, wenn etwas passiert. Allein dieses Prozedere ist ein Akt (selbst wenn man ihn verkürzen würde auf eine Gruppe gleichgesinnt Handelnder, wie zurzeit angestrebt), der eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Sollte es einen hypothetischen Fall geben, wäre da viel Blut vergossen.  
So ein hypothetischer Fall wäre heute der Schutz der Kurden. Nur redet keiner von R2P!
Na, warum? Weil R2P nur in bestimmten Fällen angewendet wird. 

Besonders anfällig ist das R2P durch False-Flag oder schlicht durch Lügen, wie uns das Beispiel Libyen mit der Viagra-Lüge und den angeblichen Massenvergewaltigungen gezeigt hat - propagiert u.a. von international höchst Angesehenen Akteuren, wie Hillary Clinton. 
Danach stützt ein Land in einen unendlichen Krieg, der durch Regionalkräfte und Waffenlieferanten befeuert wird. Dass besonders Libyen ein Beispiel ist, in dem die EU-Staaten keine gute Rolle gespielt haben, sollte auch bekannt sein. 

Mal abgesehen davon, dass eine EU-Armee eine gemeinsame außenpolitische Linie bräuchte, die ich nirgends erkennen kann, stehen sogar zwei EU-Staaten heute mit ihren Interessen auf unterschiedlichen Seiten (Italien und Frankreich). 
Das sind alles sehr reale Blicke auf die Auswirken von angeblicher Realpolitik. Es geht um Interessen, die gegenüber dem anderen durchgesetzt werden sollen. Wir sollten dem nicht blind hinterherlaufen, sondern bessere Vorschläge machen. ]]></description>
                        <pubDate>Thu, 20 Feb 2020 15:12:34 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>Ä1 zu A10: Beschlussentwurf bzgl. BAG-Sprecher*innenteam und -wahlen</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Beschlussentwurf_bzgl__BAG-Sprecherinnenteam_und_-wahlen-14612/26472</link>
                        <author>Juliana Wimmer (KV Berlin-Kreisfrei)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Beschlussentwurf_bzgl__BAG-Sprecherinnenteam_und_-wahlen-14612/26472</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div id="section_6580_0" class="paragraph lineNumbers"><h4 class="lineSummary">Von Zeile 0 bis 28:</h4><div><p class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;">Die BAG Frieden &amp; Internationales beschließt:</p><ul class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;"><li>Auf der Sitzung vom 21.-23. Februar 2020 wird ein neues Sprecher*innen-Team gewählt, das aus einem Frauen*-Platz und einem offenen Platz besteht. Die Amtszeit beträgt regulär 2 Jahre.</li></ul><p class="deleted" style="color:#FF0000;text-decoration:line-through;">Durch den Rücktritt des bisherigen BAG-Sprecher*innenteams wird auf der aktuellen Sitzung automatisch eine bereits rechtzeitig angekündigte Neuwahl der lt. BAG-Statut mindestens vorgesehenen Positionen der beiden Sprecher*innen nötig. Die Wahl soll wieder für eine Amtszeit von zwei Jahren erfolgen.<br><br>Auch für die Dauer der kommenden Amtsperiode Frühjahr 2020 bis Frühjahr 2022 sollen wieder je ein*e stellvertretende*n Sprecherin* und Sprecher*in gewählt werden. Die zwei stellvertretenden Sprecher*innen unterstützen die BAG-Sprecher*innen bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben und können sie z.B. in parteiinternen Gremiensitzungen nach Absprache vertreten. Dabei gilt selbstverständlich das Frauenstatut.<br><br>Wie bisher soll den stellvertretenden Sprecher*innen zur Ausführung ihrer Aufgaben jeweils Stimmrecht in der BAG und Fahrtkostenerstattung gewährt werden. Dafür sollen ihre Positionen wieder mit den gerade vakanten beiden Kooptiertenplätzen verbunden werden. Ihre gemeinsame Vergabe in wieder je einem Wahlgang soll erst auf der nächsten Sitzung erfolgen, um die Wahlen transparent ankündigen und allen Interessierten die gleichen Chancen bieten zu können.<br><br>Die Amtszeit der stellvertretenden Sprecher*innen orientiert sich dann an der der bereits auf der aktuellen Sitzung gewählten Sprecher*innen. An sie ist auch die Amtszeit der anderen Kooptiertenplätze bei deren nächster Wahl anzupassen, um wieder einen gemeinsamen Turnus für alle Positionen zu sicherzustellen.<br><br>Sollte während der Dauer der nun beginnenden Amtsperiode ein*e oder mehrere ordentliche oder stellvertretende Sprecher*innen, oder ein*e oder mehrere Kooptierte*r, ausfallen, werden die jeweiligen Positionen ebenfalls nur bis zum Ende der an den Sprecher*innen ausgerichteten regulären Amtsperiode nachbesetzt.</p><ul class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;"><li>Bei der nächsten BAG-Sitzung (voraussichtlich Mitte 2020) werden die freien Kooptiertenplätze nachbesetzt mit einer Amtszeit bis zur nächsten regulären Kooptiertenwahl.</li></ul><ul class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;"><li>Die nächste reguläre Kooptiertenwahl findet auf der ersten BAG-Sitzung im Jahr 2021 statt.</li></ul><ul class="inserted" style="color:#008000;text-decoration:underline;"><li>Tritt eine Person aus dem Sprecher*innen-Team oder von den Kooptiertenplätzen vorzeitig zurück, ist die Position nur für die verbleibende Amtszeit zu besetzen.</li></ul></div></div></section><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text"><p>Werde gerne auf der Sitzung diesen alternativen Antrag vorstellen und erklären, warum ich glaube, dass im Moment ein 2er-Team eine gute Wahl ist. Habe im Vorfeld etwas recherchiert und im BAG Statut gelesen, das einige offene Fragen für mich geklärt hat. Hier findet ihr das Statut, falls ihr Interesse habt: <a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/BAG-Statut.pdf">https://cms.gruene.de/uploads/documents/BAG-Statut.pdf</a></p>
<p>Außerdem könnte ich mir gut vorstellen, dass eine Arbeitsgruppe bis zur nächsten regulären Kooptiertenwahl überprüft, wie wir die Kooptiertenpositionen in Zukunft noch besser nutzen könnten. Man könnte beispielsweise aktualisierte Kriterien für eine Kooptierung erarbeiten (z.B. Vernetzung mit bestimmten Gruppen fördern, mehr auf Wissenschaft/ Think Tanks zugehen). Möglicherweise könnte man die Positionen auch durch eine Verkürzung der Amtszeit auf 1 Jahr attraktiver gestalten. Wir sollten uns aus meiner Sicht zum Thema jedenfalls mal Gedanken machen.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 20 Feb 2020 14:18:14 +0100</pubDate>
                    </item></channel></rss>