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            <title>BAG Sitzung 21.-23. Februar 2020: Anträge</title>
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                <title>BAG Sitzung 21.-23. Februar 2020: Anträge</title>
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                        <title>A9NEU9: Jemen - der vergessene Krieg</title>
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                        <author>BAG Frieden &amp; Internationales (beschlossen am: 22.02.2020)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien, ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen, Friedensgespräche und Überlegungen zur Postkonfliktphase.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konventionen sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrant*innen sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen geht von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor allem Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit werden während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lassen im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><strong>Wir verurteilen die Politik der Militärkoalition, allen voran Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate, sowie Irans im Jemen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen politischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Akteure stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählen die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabische Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern die Bundesregierung auf:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>sich gegenüber weiteren Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt im Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In den letzten Jahren werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv und nehmen dabei beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher setzen wir uns dafür ein:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung setzt voraus, dass die Interessen aller Bevölkerungsgruppen, Minderheiten und Regionen des Jemen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene föderale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten, eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.<br><br>
In den Verhandlungen muss eine Strategie für die Entwaffnung der Konfliktgruppen im Zentrum der Bemühungen stehen. Es besteht bisher eine große Befürchtung, dass Rache an einer Konfliktpartei genommen wird, sollte sie im Rahmen eines Friedensprozesses die Waffen abgegeben. Solange die Konfliktparteien sich aber auf Waffengewalt stützen, ist eine nachhaltige Friedenslösung nicht in Sicht. Damit es gelingt, dass Mitglieder bewaffneter Gruppen ihre Waffen abgeben und sie Unterstützung bei ihrer Rückkehr in eine friedliche Gesellschaft erhalten, sollte eine konkrete Entwaffnungsstrategie unter Beteiligung aller relevanter Akteur*innen erarbeitet werden werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir den Bundesvorstand, die Bundestagsfraktion und die Fraktion im Europäischen Parlament auf, sich dafür einzusetzen, dass:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>die EU eine Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche übernimmt, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>bei den VN die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt eingebunden werden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Sun, 23 Feb 2020 00:31:53 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A3NEU2: Freiheit für Julian Assange</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Freiheit_fuer_Julian_Assange-45558</link>
                        <author>BAG Frieden &amp; Internationales (beschlossen am: 22.02.2020)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Freiheit_fuer_Julian_Assange-45558</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Am 11. April 2019 wurde Julian Assange von der britischen Polizei in der Botschaft Ecuadors in London festgenommen, nachdem das südamerikanische Land durch einen neuen Präsidenten das politische Asyl aufgehoben hatte. Assange war 2012 in die diplomatische Vertretung geflüchtet, um einer Auslieferung nach Schweden bzw. in die USA zuvorzukommen. Aktuell wird Assange in einem Londoner Hochsicherheitsgefängnis gefangen gehalten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die US-Regierung drängt auf seine Auslieferung, wo ihm aufgrund des Vorwurfs der Spionage die Todesstrafe oder bis zu 175 Jahre Haft drohen. Hintergrund dafür ist, dass Julian Assange die Enthüllungsplattform WikiLeaks gründete und dort Kriegsverbrechen veröffentlichte. Ärzt*innen, Journalist*innen und Politiker*innen haben in den letzten Wochen seine Freilassung gefordert, darunter auch der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer. Es wird insbesondere der Vorwurf erhoben, dass die Haftbedingungen einen Verstoß gegen die Menschenrechte darstellen und lebensbedrohlich sein können, da schon jetzt schwere Gesundheitsschäden eingetreten sind.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir unterstützen die gemeinsame Kampagne des Journalisten Günter Wallraff, dem ehemaligen Innenminister Gerhart Baum (FDP), dem ehemaligen Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD), der Parlamentarierin Sevim Dagdelen (Die LINKE) und über 130 Prominenten, die sich für eine Freilassung von Assange einsetzt. Auch Grüne Politiker*innen, wie Daniel Cohn-Bendit, Hans-Christian Ströbele, Jürgen Trittin, Margit Stump und Antje Vollmer haben die Kampagne unterzeichnet.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir fordern die Bundestagsfraktion und den Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen auf, sich für die Freilassung von Julian Assange einzusetzen.</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 23:38:54 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A4NEU3: „EUROPA“ UND „EUROPÄISCHE UNION“ BESSER UNTERSCHEIDEN</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/EUROPA_UND_EUROPAeISCHE_UNION_BESSER_UNTERSCHEIDEN-37064</link>
                        <author>BAG Frieden &amp; Internationales (beschlossen am: 22.02.2020)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/EUROPA_UND_EUROPAeISCHE_UNION_BESSER_UNTERSCHEIDEN-37064</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Begriff &quot;Europa&quot; beinhaltet für uns Grüne die Vision einer friedlichen Zukunft des Kontinents: die Verwirklichung von Menschenrechten, Demokratie und sozialer Gerechtigkeit sowie die Überwindung von Spaltungen, Konflikten und Kriegen. Zusammen mit vielen anderen arbeiten wir daran, diese Zukunftsvorstellung zu realisieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Begriffe „Europa“ und „Europäische Union“ (EU) müssen im Grundsatzprogramm und in zukünftigen Wahlprogrammen je nach Bezugnahme konsequent unterschieden werden, sie dürfen nicht pauschal gleichgesetzt werden. Dies gilt ebenso für die Adjektive „europäisch“ und „paneuropäisch“: wenn es um die EU geht, müssen jeweils differenzierende Formulierungen verwendet werden wie z.B. „EU-Ebene“, „EU-weit“ oder „im Rahmen der EU“. Der utopische Überschuss und der Identität stiftende Aspekt des Europa-Begriffs können z.B. durch Bezeichnungen wie „EU-Europa“ oder EU-europäisch“ einbezogen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In Eigennamen kann das Adjektiv „europäisch“ wie üblich verwendet werden: „das Europäische Parlament“, „die Föderale Europäische Republik“. - Nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU ist die Gleichsetzung der Begriffe „Europa“ und „Europäische Union“ noch weniger angemessen als vorher schon.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Denn Europa ist mehr als die EU mit ihren jetzt 27 Staaten. Der Europarat hat 47 Mitgliedstaaten, Weißrussland ist - wegen der Todesstrafe - seit 1993 nur Beitrittskandidat. Zu den 21 Nicht-EU-Staaten des Europarats gehören sehr kleine Staaten wie Andorra, Monaco, San Marino und Liechtenstein sowie mittlere Staaten wie Norwegen und die Schweiz. Einige der 21 durch die Gleichsetzung von „Europa“ und „EU“ übergangenen Staaten haben intensive Beziehungen zur EU bzw. sind Beitrittskandidaten. Die bedeutendsten Nicht-EU-Staaten des Europarats sind Großbritannien und Russland.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir Grünen wollen die Vertiefung und Verbesserung der EU hin zu einer Föderalen Europäischen Republik. Auch die gemeinsamen, über die EU hinausreichenden europäischen Institutionen wie die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) oder den Europarat wollen wir unterstützen. Und wir wollen neue Wege der Kooperation und der Solidarität im gesamten Europa entwickeln, mit der Perspektive, auch durch neue Vertragswerke alle europäischen Staaten einzubinden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Metapher „das europäische Haus“ darf nicht auf die Europäische Union verengt werden. Dieses sprachliche Bild, von Gorbatschow am Ende des Kalten Krieges verwendet, um die Überwindung des Gegensatzes von NATO und Warschauer Pakt in den Blick zu nehmen und um die Idee einer friedlichen Zukunft Europas unter Einschluss Russlands zu formulieren, sollte auch weiterhin die Zielsetzung einer Überwindung der Konflikte und Spaltungen im gesamten Europa ausdrücken, auch wenn insbesondere die Gegensätze zu Russland zur Zeit unüberwindbar erscheinen mögen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Denn Sprache schafft Wirklichkeit. Sprache kann den Raum offen halten und neu öffnen, damit für alle Europäer*innen die Vision einer gemeinsamen Zukunft in einem demokratischen und friedlichen Europa Wirklichkeit werden kann.</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 23:32:10 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A9NEU8: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18803</link>
                        <author>Paula Moser (KV Dresden)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18803</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen, Friedensgespräche und Überlegungen zur Postkonfliktphase.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konventionen sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrant*innen sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen geht von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor allem Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit wwerden während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lassen im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen politischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Staaten stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählt die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und sowie der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabischen Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Sich gegenüber weiterer Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt in Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In den letzten Jahren werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv und nehmen dabei beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung setzt voraus, dass die Interessen aller Bevölkerungsgruppen, Minderheiten und Regionen des Jemen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene föderale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten, eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.<br><br>
In den Verhandlungen muss eine Strategie für die Entwaffnung der Konfliktgruppen im Zentrum der Bemühungen stehen. Es besteht bisher eine große Befürchtung, dass Rache an einer Konfliktpartei genommen wird, sollte sie im Rahmen eines Friedensprozesses die Waffen abgegeben. Solange die Konfliktparteien sich aber auf Waffengewalt stützen, ist eine nachhaltige Friedenslösung nicht in Sicht. Damit es gelingt, dass Mitglieder bewaffneter Gruppen ihre Waffen abgeben und sie Unterstützung bei ihrer Rückkehr in eine friedliche Gesellschaft erhalten, sollte ein konkrete Entwaffnungsstrategie unter Beteiligung aller relevanter Akteur*innen erarbeitet werden werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die EU auf, in einer Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche zu übernehmen, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die VN auf, die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt einzubinden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung und die EU auf, Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt zu unterstützen. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sowohl im Bundestag als auch innerhalb der Partei existieren bereits Beschlüsse zum Krieg im Jemen. Doch dem Konflikt wird weder in Deutschland noch in der Weltöffentlichkeit die Aufmerksamkeit gegeben, die der Dramatik der Situation angemessen wäre. Dies ist gefährlich, denn wo Aufmerksamkeit dauerhaft verschwindet, schwindet bald auch die Unterstützung für eine positive Transformation der Situation - sowohl finanziell als auch in Handlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Als Bundesarbeitsgemeinschaft “Frieden und Internationales” von Bündnis 90/Die Grünen beleben wir die friedenspolitische Tradition der Partei. Dadurch ergibt sich die Pflicht, weiter laut auf den Krieg im Jemen hin zu weisen, der unter anderem mit deutschen Waffen geführt wird und die schlimmste humanitäre Katastrophe, die es derzeit gibt, ausgelöst hat. Dabei verschlechtert sich die humanitäre Lage weiterhin - eine diskursive Normalisierung der Situation darf daher nicht zugelassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Außerdem weist die derzeitige Beschlusslage in Bund und Partei noch Lücken auf: eine feministisch-außenpolitische Betrachtung fehlt, genau wie die Vorstellung einer Nachkriegsordnung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bündnisgrüne Bundestagsfraktion hat bereits einen wegweisenden Antrag zu feministischer Außenpolitik vorgelegt, es gibt einen Beschluss der LAG Berlin und die Diskussionen um die Relevanz des Themas werden auch im Grundsatzprogrammprozess fortgesetzt. Abseits von grundsätzlichen Entscheidungen müssen wir aber auch beginnen, das Thema Feministische Friedens- und Außenpolitik an praktischen Beispielen anzuwenden und für spezifische Kontexte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Situation in Jemen zeigt exemplarisch, wie Frauen* weiterhin nicht ausreichend an Friedensverhandlungen beteiligt werden und wie relevant demnach eine feministische Friedenspolitik ist. Insbesondere bei der Gestaltung der Post-Konfliktgesellschaft tragen Frauen*-Inter-und Transpersonen eine wichtige Rolle, um nachhaltigen Frieden zu gewährleisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antragstellerinnen: Charlotte Steinmetz (Grüne Jugend), Paula Moser (Grüne Jugend)</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Quellen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/"><span class="underline">https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://germanarms.interactive.br24.de/"><span class="underline">https://germanarms.interactive.br24.de/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.yemendataproject.org/"><span class="underline">https://www.yemendataproject.org/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943"><span class="underline">https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf"><span class="underline">https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis"><span class="underline">https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html"><span class="underline">https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament"><span class="underline">https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN"><span class="underline">https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html"><span class="underline">https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace"><span class="underline">https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)"><span class="underline">https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003"><span class="underline">https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/"><span class="underline">https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.saferworld.org.uk/downloads/building-inclusive-peace---gender-at-the-heart-of-conflict-analysis-pdf.pdf"><span class="underline">Building inclusive peace: gender at the heart of conflict analysis</span></a>, Saferworld 2017</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen"><span class="underline">https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/"><span class="underline">http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen"><span class="underline">https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF"><span class="underline">https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Bisherige Beschlüsse und Anträge der Grünen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BDK-Beschlüsse</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bundestag:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antrag der Grünen Fraktion im Bundestag zu feministischer Außenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 14:52:26 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A9NEU7: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18802</link>
                        <author>Paula Moser (KV Dresden)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen, Friedensgespräche und Überlegungen zur Postkonfliktphase.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konventionen sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrant*innen sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen geht von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor allem Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit wwerden während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lassen im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen politischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Staaten stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählt die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und sowie der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabischen Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Sich gegenüber weiterer Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt in Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In den letzten Jahren werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv und nehmen dabei beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung setzt voraus, dass die Interessen aller Bevölkerungsgruppen, Minderheiten und Regionen des Jemen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene föderale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten, eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die EU auf, in einer Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche zu übernehmen, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die VN auf, die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt einzubinden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung und die EU auf, Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt zu unterstützen. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sowohl im Bundestag als auch innerhalb der Partei existieren bereits Beschlüsse zum Krieg im Jemen. Doch dem Konflikt wird weder in Deutschland noch in der Weltöffentlichkeit die Aufmerksamkeit gegeben, die der Dramatik der Situation angemessen wäre. Dies ist gefährlich, denn wo Aufmerksamkeit dauerhaft verschwindet, schwindet bald auch die Unterstützung für eine positive Transformation der Situation - sowohl finanziell als auch in Handlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Als Bundesarbeitsgemeinschaft “Frieden und Internationales” von Bündnis 90/Die Grünen beleben wir die friedenspolitische Tradition der Partei. Dadurch ergibt sich die Pflicht, weiter laut auf den Krieg im Jemen hin zu weisen, der unter anderem mit deutschen Waffen geführt wird und die schlimmste humanitäre Katastrophe, die es derzeit gibt, ausgelöst hat. Dabei verschlechtert sich die humanitäre Lage weiterhin - eine diskursive Normalisierung der Situation darf daher nicht zugelassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Außerdem weist die derzeitige Beschlusslage in Bund und Partei noch Lücken auf: eine feministisch-außenpolitische Betrachtung fehlt, genau wie die Vorstellung einer Nachkriegsordnung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bündnisgrüne Bundestagsfraktion hat bereits einen wegweisenden Antrag zu feministischer Außenpolitik vorgelegt, es gibt einen Beschluss der LAG Berlin und die Diskussionen um die Relevanz des Themas werden auch im Grundsatzprogrammprozess fortgesetzt. Abseits von grundsätzlichen Entscheidungen müssen wir aber auch beginnen, das Thema Feministische Friedens- und Außenpolitik an praktischen Beispielen anzuwenden und für spezifische Kontexte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Situation in Jemen zeigt exemplarisch, wie Frauen* weiterhin nicht ausreichend an Friedensverhandlungen beteiligt werden und wie relevant demnach eine feministische Friedenspolitik ist. Insbesondere bei der Gestaltung der Post-Konfliktgesellschaft tragen Frauen*-Inter-und Transpersonen eine wichtige Rolle, um nachhaltigen Frieden zu gewährleisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antragstellerinnen: Charlotte Steinmetz (Grüne Jugend), Paula Moser (Grüne Jugend)</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Quellen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/"><span class="underline">https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://germanarms.interactive.br24.de/"><span class="underline">https://germanarms.interactive.br24.de/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.yemendataproject.org/"><span class="underline">https://www.yemendataproject.org/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943"><span class="underline">https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf"><span class="underline">https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis"><span class="underline">https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html"><span class="underline">https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament"><span class="underline">https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN"><span class="underline">https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html"><span class="underline">https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace"><span class="underline">https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)"><span class="underline">https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003"><span class="underline">https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/"><span class="underline">https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.saferworld.org.uk/downloads/building-inclusive-peace---gender-at-the-heart-of-conflict-analysis-pdf.pdf"><span class="underline">Building inclusive peace: gender at the heart of conflict analysis</span></a>, Saferworld 2017</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen"><span class="underline">https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/"><span class="underline">http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen"><span class="underline">https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF"><span class="underline">https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Bisherige Beschlüsse und Anträge der Grünen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BDK-Beschlüsse</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bundestag:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antrag der Grünen Fraktion im Bundestag zu feministischer Außenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 14:52:09 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A9NEU6: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18801</link>
                        <author>Paula Moser (KV Dresden)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen, Friedensgespräche und Überlegungen zur Postkonfliktphase.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konventionen sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrant*innen sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen geht von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor allem Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit wwerden während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lassen im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen politischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Staaten stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählt die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und sowie der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabischen Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Sich gegenüber weiterer Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt in Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In den letzten Jahren werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv und nehmen dabei beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung kann nur gefunden werden, wenn die Interessen sunnitischer und schiitischer Bevölkerungsgruppen sowie religiöser Minderheiten, und auch weitere regionale Präferenzen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene regionale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die EU auf, in einer Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche zu übernehmen, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die VN auf, die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt einzubinden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung und die EU auf, Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt zu unterstützen. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sowohl im Bundestag als auch innerhalb der Partei existieren bereits Beschlüsse zum Krieg im Jemen. Doch dem Konflikt wird weder in Deutschland noch in der Weltöffentlichkeit die Aufmerksamkeit gegeben, die der Dramatik der Situation angemessen wäre. Dies ist gefährlich, denn wo Aufmerksamkeit dauerhaft verschwindet, schwindet bald auch die Unterstützung für eine positive Transformation der Situation - sowohl finanziell als auch in Handlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Als Bundesarbeitsgemeinschaft “Frieden und Internationales” von Bündnis 90/Die Grünen beleben wir die friedenspolitische Tradition der Partei. Dadurch ergibt sich die Pflicht, weiter laut auf den Krieg im Jemen hin zu weisen, der unter anderem mit deutschen Waffen geführt wird und die schlimmste humanitäre Katastrophe, die es derzeit gibt, ausgelöst hat. Dabei verschlechtert sich die humanitäre Lage weiterhin - eine diskursive Normalisierung der Situation darf daher nicht zugelassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Außerdem weist die derzeitige Beschlusslage in Bund und Partei noch Lücken auf: eine feministisch-außenpolitische Betrachtung fehlt, genau wie die Vorstellung einer Nachkriegsordnung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bündnisgrüne Bundestagsfraktion hat bereits einen wegweisenden Antrag zu feministischer Außenpolitik vorgelegt, es gibt einen Beschluss der LAG Berlin und die Diskussionen um die Relevanz des Themas werden auch im Grundsatzprogrammprozess fortgesetzt. Abseits von grundsätzlichen Entscheidungen müssen wir aber auch beginnen, das Thema Feministische Friedens- und Außenpolitik an praktischen Beispielen anzuwenden und für spezifische Kontexte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Situation in Jemen zeigt exemplarisch, wie Frauen* weiterhin nicht ausreichend an Friedensverhandlungen beteiligt werden und wie relevant demnach eine feministische Friedenspolitik ist. Insbesondere bei der Gestaltung der Post-Konfliktgesellschaft tragen Frauen*-Inter-und Transpersonen eine wichtige Rolle, um nachhaltigen Frieden zu gewährleisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antragstellerinnen: Charlotte Steinmetz (Grüne Jugend), Paula Moser (Grüne Jugend)</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Quellen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/"><span class="underline">https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://germanarms.interactive.br24.de/"><span class="underline">https://germanarms.interactive.br24.de/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.yemendataproject.org/"><span class="underline">https://www.yemendataproject.org/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943"><span class="underline">https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf"><span class="underline">https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis"><span class="underline">https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html"><span class="underline">https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament"><span class="underline">https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN"><span class="underline">https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html"><span class="underline">https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace"><span class="underline">https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)"><span class="underline">https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003"><span class="underline">https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/"><span class="underline">https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.saferworld.org.uk/downloads/building-inclusive-peace---gender-at-the-heart-of-conflict-analysis-pdf.pdf"><span class="underline">Building inclusive peace: gender at the heart of conflict analysis</span></a>, Saferworld 2017</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen"><span class="underline">https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/"><span class="underline">http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen"><span class="underline">https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF"><span class="underline">https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Bisherige Beschlüsse und Anträge der Grünen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BDK-Beschlüsse</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bundestag:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antrag der Grünen Fraktion im Bundestag zu feministischer Außenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 14:51:11 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A9NEU5: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18800</link>
                        <author>Paula Moser (KV Dresden)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18800</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen, Friedensgespräche und Überlegungen zur Postkonfliktphase.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konventionen sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrant*innen sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen geht von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor allem Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit wwerden während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lassen im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen politischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Staaten stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählt die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und sowie der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabischen Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Sich gegenüber weiterer Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt in Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In den letzten Jahren werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv und nehmen dabei beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffen- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffen- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung kann nur gefunden werden, wenn die Interessen sunnitischer und schiitischer Bevölkerungsgruppen sowie religiöser Minderheiten, und auch weitere regionale Präferenzen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene regionale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die EU auf, in einer Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche zu übernehmen, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die VN auf, die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt einzubinden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung und die EU auf, Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt zu unterstützen. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sowohl im Bundestag als auch innerhalb der Partei existieren bereits Beschlüsse zum Krieg im Jemen. Doch dem Konflikt wird weder in Deutschland noch in der Weltöffentlichkeit die Aufmerksamkeit gegeben, die der Dramatik der Situation angemessen wäre. Dies ist gefährlich, denn wo Aufmerksamkeit dauerhaft verschwindet, schwindet bald auch die Unterstützung für eine positive Transformation der Situation - sowohl finanziell als auch in Handlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Als Bundesarbeitsgemeinschaft “Frieden und Internationales” von Bündnis 90/Die Grünen beleben wir die friedenspolitische Tradition der Partei. Dadurch ergibt sich die Pflicht, weiter laut auf den Krieg im Jemen hin zu weisen, der unter anderem mit deutschen Waffen geführt wird und die schlimmste humanitäre Katastrophe, die es derzeit gibt, ausgelöst hat. Dabei verschlechtert sich die humanitäre Lage weiterhin - eine diskursive Normalisierung der Situation darf daher nicht zugelassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Außerdem weist die derzeitige Beschlusslage in Bund und Partei noch Lücken auf: eine feministisch-außenpolitische Betrachtung fehlt, genau wie die Vorstellung einer Nachkriegsordnung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bündnisgrüne Bundestagsfraktion hat bereits einen wegweisenden Antrag zu feministischer Außenpolitik vorgelegt, es gibt einen Beschluss der LAG Berlin und die Diskussionen um die Relevanz des Themas werden auch im Grundsatzprogrammprozess fortgesetzt. Abseits von grundsätzlichen Entscheidungen müssen wir aber auch beginnen, das Thema Feministische Friedens- und Außenpolitik an praktischen Beispielen anzuwenden und für spezifische Kontexte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Situation in Jemen zeigt exemplarisch, wie Frauen* weiterhin nicht ausreichend an Friedensverhandlungen beteiligt werden und wie relevant demnach eine feministische Friedenspolitik ist. Insbesondere bei der Gestaltung der Post-Konfliktgesellschaft tragen Frauen*-Inter-und Transpersonen eine wichtige Rolle, um nachhaltigen Frieden zu gewährleisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antragstellerinnen: Charlotte Steinmetz (Grüne Jugend), Paula Moser (Grüne Jugend)</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Quellen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/"><span class="underline">https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://germanarms.interactive.br24.de/"><span class="underline">https://germanarms.interactive.br24.de/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.yemendataproject.org/"><span class="underline">https://www.yemendataproject.org/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943"><span class="underline">https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf"><span class="underline">https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis"><span class="underline">https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html"><span class="underline">https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament"><span class="underline">https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN"><span class="underline">https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html"><span class="underline">https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace"><span class="underline">https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)"><span class="underline">https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003"><span class="underline">https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/"><span class="underline">https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.saferworld.org.uk/downloads/building-inclusive-peace---gender-at-the-heart-of-conflict-analysis-pdf.pdf"><span class="underline">Building inclusive peace: gender at the heart of conflict analysis</span></a>, Saferworld 2017</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen"><span class="underline">https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/"><span class="underline">http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen"><span class="underline">https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF"><span class="underline">https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Bisherige Beschlüsse und Anträge der Grünen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BDK-Beschlüsse</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bundestag:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antrag der Grünen Fraktion im Bundestag zu feministischer Außenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 14:50:44 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A9NEU4: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18799</link>
                        <author>Paula Moser (KV Dresden)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18799</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen, Friedensgespräche und Überlegungen zur Postkonfliktphase.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konventionen sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrant*innen sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen geht von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor allem Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit wwerden während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lassen im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen außenpolitischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Staaten stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählt die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und sowie der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabischen Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Sich gegenüber weiterer Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt in Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In den letzten Jahren werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv und nehmen dabei beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffen- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffen- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung kann nur gefunden werden, wenn die Interessen sunnitischer und schiitischer Bevölkerungsgruppen sowie religiöser Minderheiten, und auch weitere regionale Präferenzen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene regionale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die EU auf, in einer Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche zu übernehmen, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die VN auf, die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt einzubinden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung und die EU auf, Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt zu unterstützen. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sowohl im Bundestag als auch innerhalb der Partei existieren bereits Beschlüsse zum Krieg im Jemen. Doch dem Konflikt wird weder in Deutschland noch in der Weltöffentlichkeit die Aufmerksamkeit gegeben, die der Dramatik der Situation angemessen wäre. Dies ist gefährlich, denn wo Aufmerksamkeit dauerhaft verschwindet, schwindet bald auch die Unterstützung für eine positive Transformation der Situation - sowohl finanziell als auch in Handlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Als Bundesarbeitsgemeinschaft “Frieden und Internationales” von Bündnis 90/Die Grünen beleben wir die friedenspolitische Tradition der Partei. Dadurch ergibt sich die Pflicht, weiter laut auf den Krieg im Jemen hin zu weisen, der unter anderem mit deutschen Waffen geführt wird und die schlimmste humanitäre Katastrophe, die es derzeit gibt, ausgelöst hat. Dabei verschlechtert sich die humanitäre Lage weiterhin - eine diskursive Normalisierung der Situation darf daher nicht zugelassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Außerdem weist die derzeitige Beschlusslage in Bund und Partei noch Lücken auf: eine feministisch-außenpolitische Betrachtung fehlt, genau wie die Vorstellung einer Nachkriegsordnung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bündnisgrüne Bundestagsfraktion hat bereits einen wegweisenden Antrag zu feministischer Außenpolitik vorgelegt, es gibt einen Beschluss der LAG Berlin und die Diskussionen um die Relevanz des Themas werden auch im Grundsatzprogrammprozess fortgesetzt. Abseits von grundsätzlichen Entscheidungen müssen wir aber auch beginnen, das Thema Feministische Friedens- und Außenpolitik an praktischen Beispielen anzuwenden und für spezifische Kontexte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Situation in Jemen zeigt exemplarisch, wie Frauen* weiterhin nicht ausreichend an Friedensverhandlungen beteiligt werden und wie relevant demnach eine feministische Friedenspolitik ist. Insbesondere bei der Gestaltung der Post-Konfliktgesellschaft tragen Frauen*-Inter-und Transpersonen eine wichtige Rolle, um nachhaltigen Frieden zu gewährleisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antragstellerinnen: Charlotte Steinmetz (Grüne Jugend), Paula Moser (Grüne Jugend)</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Quellen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/"><span class="underline">https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://germanarms.interactive.br24.de/"><span class="underline">https://germanarms.interactive.br24.de/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.yemendataproject.org/"><span class="underline">https://www.yemendataproject.org/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943"><span class="underline">https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf"><span class="underline">https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis"><span class="underline">https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html"><span class="underline">https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament"><span class="underline">https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN"><span class="underline">https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html"><span class="underline">https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace"><span class="underline">https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)"><span class="underline">https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003"><span class="underline">https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/"><span class="underline">https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.saferworld.org.uk/downloads/building-inclusive-peace---gender-at-the-heart-of-conflict-analysis-pdf.pdf"><span class="underline">Building inclusive peace: gender at the heart of conflict analysis</span></a>, Saferworld 2017</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen"><span class="underline">https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/"><span class="underline">http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen"><span class="underline">https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF"><span class="underline">https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Bisherige Beschlüsse und Anträge der Grünen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BDK-Beschlüsse</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bundestag:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antrag der Grünen Fraktion im Bundestag zu feministischer Außenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 14:50:22 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A9NEU3: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18798</link>
                        <author>Paula Moser (KV Dresden)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18798</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen, Friedensgespräche und Überlegungen zur Postkonfliktphase.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konventionen sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrant*innen sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen geht von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Vor allem Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit wwerden während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lassen im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen außenpolitischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Staaten stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählt die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und sowie der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabischen Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Sich gegenüber weiterer Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt in Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Chaos des Krieges hat allerdings auch neue Möglichkeiten eröffnet: zwar werden die politischen Aktivitäten von Frauen* im öffentlichen Raum weiter beschränkt, jedoch werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv. Dabei nehmen sie beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffen- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffen- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung kann nur gefunden werden, wenn die Interessen sunnitischer und schiitischer Bevölkerungsgruppen sowie religiöser Minderheiten, und auch weitere regionale Präferenzen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene regionale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die EU auf, in einer Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche zu übernehmen, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die VN auf, die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt einzubinden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung und die EU auf, Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt zu unterstützen. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sowohl im Bundestag als auch innerhalb der Partei existieren bereits Beschlüsse zum Krieg im Jemen. Doch dem Konflikt wird weder in Deutschland noch in der Weltöffentlichkeit die Aufmerksamkeit gegeben, die der Dramatik der Situation angemessen wäre. Dies ist gefährlich, denn wo Aufmerksamkeit dauerhaft verschwindet, schwindet bald auch die Unterstützung für eine positive Transformation der Situation - sowohl finanziell als auch in Handlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Als Bundesarbeitsgemeinschaft “Frieden und Internationales” von Bündnis 90/Die Grünen beleben wir die friedenspolitische Tradition der Partei. Dadurch ergibt sich die Pflicht, weiter laut auf den Krieg im Jemen hin zu weisen, der unter anderem mit deutschen Waffen geführt wird und die schlimmste humanitäre Katastrophe, die es derzeit gibt, ausgelöst hat. Dabei verschlechtert sich die humanitäre Lage weiterhin - eine diskursive Normalisierung der Situation darf daher nicht zugelassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Außerdem weist die derzeitige Beschlusslage in Bund und Partei noch Lücken auf: eine feministisch-außenpolitische Betrachtung fehlt, genau wie die Vorstellung einer Nachkriegsordnung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bündnisgrüne Bundestagsfraktion hat bereits einen wegweisenden Antrag zu feministischer Außenpolitik vorgelegt, es gibt einen Beschluss der LAG Berlin und die Diskussionen um die Relevanz des Themas werden auch im Grundsatzprogrammprozess fortgesetzt. Abseits von grundsätzlichen Entscheidungen müssen wir aber auch beginnen, das Thema Feministische Friedens- und Außenpolitik an praktischen Beispielen anzuwenden und für spezifische Kontexte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Situation in Jemen zeigt exemplarisch, wie Frauen* weiterhin nicht ausreichend an Friedensverhandlungen beteiligt werden und wie relevant demnach eine feministische Friedenspolitik ist. Insbesondere bei der Gestaltung der Post-Konfliktgesellschaft tragen Frauen*-Inter-und Transpersonen eine wichtige Rolle, um nachhaltigen Frieden zu gewährleisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antragstellerinnen: Charlotte Steinmetz (Grüne Jugend), Paula Moser (Grüne Jugend)</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Quellen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/"><span class="underline">https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://germanarms.interactive.br24.de/"><span class="underline">https://germanarms.interactive.br24.de/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.yemendataproject.org/"><span class="underline">https://www.yemendataproject.org/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943"><span class="underline">https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf"><span class="underline">https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis"><span class="underline">https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html"><span class="underline">https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament"><span class="underline">https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN"><span class="underline">https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html"><span class="underline">https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace"><span class="underline">https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)"><span class="underline">https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003"><span class="underline">https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/"><span class="underline">https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.saferworld.org.uk/downloads/building-inclusive-peace---gender-at-the-heart-of-conflict-analysis-pdf.pdf"><span class="underline">Building inclusive peace: gender at the heart of conflict analysis</span></a>, Saferworld 2017</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen"><span class="underline">https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/"><span class="underline">http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen"><span class="underline">https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF"><span class="underline">https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Bisherige Beschlüsse und Anträge der Grünen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BDK-Beschlüsse</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bundestag:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antrag der Grünen Fraktion im Bundestag zu feministischer Außenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 14:49:30 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A9NEU2: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18797</link>
                        <author>Paula Moser (KV Dresden)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18797</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen, Friedensgespräche und Überlegungen zur Postkonfliktphase.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konvention sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrantinnen und Demonstranten sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen gehen von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auch Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit wird während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lässt im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen außenpolitischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Staaten stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählt die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und sowie der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabischen Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Sich gegenüber weiterer Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt in Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Chaos des Krieges hat allerdings auch neue Möglichkeiten eröffnet: zwar werden die politischen Aktivitäten von Frauen* im öffentlichen Raum weiter beschränkt, jedoch werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv. Dabei nehmen sie beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffen- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffen- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung kann nur gefunden werden, wenn die Interessen sunnitischer und schiitischer Bevölkerungsgruppen sowie religiöser Minderheiten, und auch weitere regionale Präferenzen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene regionale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die EU auf, in einer Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche zu übernehmen, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die VN auf, die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt einzubinden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung und die EU auf, Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt zu unterstützen. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sowohl im Bundestag als auch innerhalb der Partei existieren bereits Beschlüsse zum Krieg im Jemen. Doch dem Konflikt wird weder in Deutschland noch in der Weltöffentlichkeit die Aufmerksamkeit gegeben, die der Dramatik der Situation angemessen wäre. Dies ist gefährlich, denn wo Aufmerksamkeit dauerhaft verschwindet, schwindet bald auch die Unterstützung für eine positive Transformation der Situation - sowohl finanziell als auch in Handlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Als Bundesarbeitsgemeinschaft “Frieden und Internationales” von Bündnis 90/Die Grünen beleben wir die friedenspolitische Tradition der Partei. Dadurch ergibt sich die Pflicht, weiter laut auf den Krieg im Jemen hin zu weisen, der unter anderem mit deutschen Waffen geführt wird und die schlimmste humanitäre Katastrophe, die es derzeit gibt, ausgelöst hat. Dabei verschlechtert sich die humanitäre Lage weiterhin - eine diskursive Normalisierung der Situation darf daher nicht zugelassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Außerdem weist die derzeitige Beschlusslage in Bund und Partei noch Lücken auf: eine feministisch-außenpolitische Betrachtung fehlt, genau wie die Vorstellung einer Nachkriegsordnung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bündnisgrüne Bundestagsfraktion hat bereits einen wegweisenden Antrag zu feministischer Außenpolitik vorgelegt, es gibt einen Beschluss der LAG Berlin und die Diskussionen um die Relevanz des Themas werden auch im Grundsatzprogrammprozess fortgesetzt. Abseits von grundsätzlichen Entscheidungen müssen wir aber auch beginnen, das Thema Feministische Friedens- und Außenpolitik an praktischen Beispielen anzuwenden und für spezifische Kontexte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Situation in Jemen zeigt exemplarisch, wie Frauen* weiterhin nicht ausreichend an Friedensverhandlungen beteiligt werden und wie relevant demnach eine feministische Friedenspolitik ist. Insbesondere bei der Gestaltung der Post-Konfliktgesellschaft tragen Frauen*-Inter-und Transpersonen eine wichtige Rolle, um nachhaltigen Frieden zu gewährleisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antragstellerinnen: Charlotte Steinmetz (Grüne Jugend), Paula Moser (Grüne Jugend)</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Quellen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/"><span class="underline">https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://germanarms.interactive.br24.de/"><span class="underline">https://germanarms.interactive.br24.de/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.yemendataproject.org/"><span class="underline">https://www.yemendataproject.org/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943"><span class="underline">https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf"><span class="underline">https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis"><span class="underline">https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html"><span class="underline">https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament"><span class="underline">https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN"><span class="underline">https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html"><span class="underline">https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace"><span class="underline">https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)"><span class="underline">https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003"><span class="underline">https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/"><span class="underline">https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.saferworld.org.uk/downloads/building-inclusive-peace---gender-at-the-heart-of-conflict-analysis-pdf.pdf"><span class="underline">Building inclusive peace: gender at the heart of conflict analysis</span></a>, Saferworld 2017</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen"><span class="underline">https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/"><span class="underline">http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen"><span class="underline">https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF"><span class="underline">https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Bisherige Beschlüsse und Anträge der Grünen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BDK-Beschlüsse</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bundestag:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antrag der Grünen Fraktion im Bundestag zu feministischer Außenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 14:49:00 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A9NEU: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18796</link>
                        <author>Paula Moser (KV Dresden)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konvention sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrantinnen und Demonstranten sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen gehen von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auch Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit wird während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lässt im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen außenpolitischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Staaten stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählt die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und sowie der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabischen Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Sich gegenüber weiterer Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt in Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Chaos des Krieges hat allerdings auch neue Möglichkeiten eröffnet: zwar werden die politischen Aktivitäten von Frauen* im öffentlichen Raum weiter beschränkt, jedoch werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv. Dabei nehmen sie beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffen- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffen- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung kann nur gefunden werden, wenn die Interessen sunnitischer und schiitischer Bevölkerungsgruppen sowie religiöser Minderheiten, und auch weitere regionale Präferenzen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene regionale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die EU auf, in einer Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche zu übernehmen, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die VN auf, die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt einzubinden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung und die EU auf, Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt zu unterstützen. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sowohl im Bundestag als auch innerhalb der Partei existieren bereits Beschlüsse zum Krieg im Jemen. Doch dem Konflikt wird weder in Deutschland noch in der Weltöffentlichkeit die Aufmerksamkeit gegeben, die der Dramatik der Situation angemessen wäre. Dies ist gefährlich, denn wo Aufmerksamkeit dauerhaft verschwindet, schwindet bald auch die Unterstützung für eine positive Transformation der Situation - sowohl finanziell als auch in Handlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Als Bundesarbeitsgemeinschaft “Frieden und Internationales” von Bündnis 90/Die Grünen beleben wir die friedenspolitische Tradition der Partei. Dadurch ergibt sich die Pflicht, weiter laut auf den Krieg im Jemen hin zu weisen, der unter anderem mit deutschen Waffen geführt wird und die schlimmste humanitäre Katastrophe, die es derzeit gibt, ausgelöst hat. Dabei verschlechtert sich die humanitäre Lage weiterhin - eine diskursive Normalisierung der Situation darf daher nicht zugelassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Außerdem weist die derzeitige Beschlusslage in Bund und Partei noch Lücken auf: eine feministisch-außenpolitische Betrachtung fehlt, genau wie die Vorstellung einer Nachkriegsordnung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bündnisgrüne Bundestagsfraktion hat bereits einen wegweisenden Antrag zu feministischer Außenpolitik vorgelegt, es gibt einen Beschluss der LAG Berlin und die Diskussionen um die Relevanz des Themas werden auch im Grundsatzprogrammprozess fortgesetzt. Abseits von grundsätzlichen Entscheidungen müssen wir aber auch beginnen, das Thema Feministische Friedens- und Außenpolitik an praktischen Beispielen anzuwenden und für spezifische Kontexte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Situation in Jemen zeigt exemplarisch, wie Frauen* weiterhin nicht ausreichend an Friedensverhandlungen beteiligt werden und wie relevant demnach eine feministische Friedenspolitik ist. Insbesondere bei der Gestaltung der Post-Konfliktgesellschaft tragen Frauen*-Inter-und Transpersonen eine wichtige Rolle, um nachhaltigen Frieden zu gewährleisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antragstellerinnen: Charlotte Steinmetz (Grüne Jugend), Paula Moser (Grüne Jugend)</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Quellen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/"><span class="underline">https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://germanarms.interactive.br24.de/"><span class="underline">https://germanarms.interactive.br24.de/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.yemendataproject.org/"><span class="underline">https://www.yemendataproject.org/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943"><span class="underline">https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf"><span class="underline">https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis"><span class="underline">https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html"><span class="underline">https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament"><span class="underline">https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN"><span class="underline">https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html"><span class="underline">https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace"><span class="underline">https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)"><span class="underline">https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003"><span class="underline">https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/"><span class="underline">https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.saferworld.org.uk/downloads/building-inclusive-peace---gender-at-the-heart-of-conflict-analysis-pdf.pdf"><span class="underline">Building inclusive peace: gender at the heart of conflict analysis</span></a>, Saferworld 2017</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen"><span class="underline">https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/"><span class="underline">http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen"><span class="underline">https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF"><span class="underline">https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Bisherige Beschlüsse und Anträge der Grünen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BDK-Beschlüsse</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bundestag:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antrag der Grünen Fraktion im Bundestag zu feministischer Außenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 22 Feb 2020 14:48:44 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A3NEU2: Freiheit für Julian Assange</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18649</link>
                        <author></author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Am 11. April wurde Julian Assange von der britischen Polizei in der Botschaft Ecuadors in London festgenommen, nachdem das südamerikanische Land durch einen neuen Präsidenten das politische Asyl aufgehoben hatte. Assange war 2012 in die diplomatische Vertretung geflüchtet, um einer Auslieferung nach Schweden bzw. in die USA zuvorzukommen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Aktuell wird Assange in Auslieferungshaft in dem Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh gefangen gehalten, in dem normalerweise nur Schwerverbrecher einsitzen. Ihm wird der Verstoß gegen Kautionsauflagen vorgeworfen. Unter den Haftbedingungen werden ihm seine Rechte auf Vorbereitung seines juristischen Verfahrens, das am 24. Februar 2020 startet, verwehrt bzw. massiv behindert. So bekommt er nicht genügend Möglichkeiten, sich mit seinen Anwälten auf seine Verteidigung vorzubereiten und auch keine ausreichende Einsicht in die Anklagepunkte.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>„Die Enthüllungen von WikiLeaks reichen vom Nachweis der Folter im US-Gefangenenlager Guantánamo über die Aufdeckung massenhafter Steuerhinterziehung von Superreichen und illegaler Überwachungsmaßnahmen bis hin zu den umfassenden Leaks über die Kriegsverbrechen der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan. Allein im Irakkrieg hat WikiLeaks 15.000 Tötungen von Zivilisten nachgewiesen, die zuvor vom US-Militär unter Verschluss gehalten worden waren. Hinzu kamen unzählige Einzelheiten über das brutale Vorgehen des US-Militärs gegen Männer, Frauen und Kinder.“<a href="#_ftn1">[1]</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die US-Regierung drängt auf seine Auslieferung, wo ihm die Todesstrafe oder bis zu 175 Jahre Haft drohen, obwohl Assange lediglich Kriegsverbrechen aufgedeckt hat, er australischer Staatsbürger und der USA gegenüber nicht verpflichtet ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Gesundheitszustand von Assange ist jedoch sehr bedenklich. Ende November haben 60 Ärzte die umgehende Freilassung von Assange aus medizinischen sowie rechtsstaatlichen Gründen gefordert.<a href="#_ftn2">[2]</a> Julian Assange wurde in Belmarsh in Isolationshaft gehalten. Nachdem sich Gefangene der Justizanstalt aber für ihn eingesetzten, befindet er sich in der Krankenstation zusammen mit anderen Häftlingen.<a href="#_ftn3">[3]</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Beim Start einer Kampagne des Journalisten Günter Wallraff, zusammen mit dem ehemaligen Innenminister Gerhart Baum (FDP) und dem ehemaligen Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD), der Parlamentarierin Sevim Dagdelen (Die LINKE), die mehr als 130 Prominente unterzeichnet haben, wurde auf der Pressekonferenz darauf verwiesen, dass Julian Assange in Haft das Ende des Prozesses nicht überleben würde.<a href="#_ftn4">[4]</a><a href="#_ftn5">[5]</a> Auch Grüne Prominente, wie Daniel Cohn-Bendit, Hans-Christian Ströbele, Jürgen Trittin und Antje Vollmer haben die Kampagne unterzeichnet.<a href="#_ftn6">[6]</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat festgestellt, dass Assange willkürlich und für unverhältnismäßig lange Zeit seiner Freiheit beraubt worden sei.<a href="#_ftn7">[7]</a> Nach Prüfung der Haftbedingungen durch den „<em>Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe“</em> verkündete Nils Melzer am 9. Mai 2019, dass Herr Assange neben körperlichen Beschwerden auch Symptome zeigte, die bei psychologischer Folter typisch sind, einschließlich extremer Belastungen, chronischer Ängste und schwerer psychischer Traumata.<a href="#_ftn8">[8]</a> &quot;In 20 Jahren Arbeit mit Opfern von Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung, so Melzer, habe er noch nie erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammenschließt, um eine einzelne Person so lange und unter so geringer Berücksichtigung der Menschenwürde und der Rechtsstaatlichkeit bewusst zu isolieren, zu verteufeln und zu missbrauchen.&quot;<a href="#_ftn9">[9]</a><br>
Assanges Gesundheitszustand erfordert, dass die Haft- und Vollzugsfähigkeit geprüft werden muss, die Teil von Rechtsstaatlichkeit ist.<a href="#_ftn10">[10]</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bis zum Jahr 2010 genoss Julian Assange als Gründer von Wikileaks eine große Unterstützung für seine Enthüllungen. Dies änderte sich durch einen internationalen Haftbefehl durch Schweden im November 2010<a href="#_ftn11">[11]</a> aufgrund von Anschuldigungen wegen Vergewaltigung. Die schwedische Justiz hat die Ermittlungen nach 9 Jahren eingestellt.<a href="#_ftn12">[12]</a> Der Uno-Beauftragte Nils Melzer hat die Aktenlage in Schweden geprüft und spricht in einem ausführlichen Interview der Schweizer Magazin Republik von konstruierter Vergewaltigung und manipulierten Beweisen in Schweden.<a href="#_ftn13">[13]</a> Er beschreibt den Druck von Großbritannien das Verfahren nicht einzustellen, spricht von befangenen Richtern, auch von Falschbehauptungen gegenüber angeblichen Verstößen von Wikileaks, Inhaftierung und psychologischer Folter - nur weil Assange Kriegsverbrechen aufdeckte. Statt die Verbrechen zu untersuchen, die Julian Assange öffentlich gemacht hat, sitzt er in Haft, unter Bedingungen, die sein Leben bedrohen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Großbritannien ist auch nach dem Brexit Mitglied der Europaversammlung und bleibt unterzeichnerin des Europäischen Gerichtshofs. Es verpflichtet sich, die höchsten Menschenrechtsstandards aufrecht zu erhalten. Die „Magna Charta Libertatum“ (1215), die “Bill of Rights“ (1689), die “Parliament Acts“ (1911 und 1949), sowie diverse Gerichtsentscheidungen zu Verfassungsfragen sind sehr umfassende Meilensteine in der Verankerung von Freiheit und Menschenrechten. Diese hohen ethischen Grundsätze gebieten es, den Fall Assange nach den entwickelten Rechtsgrundsätzen zu behandeln.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In einem Gesetzentwurf von 2014 hat sich die Grüne Fraktion bereits zum Schutz von Whistleblowern eingesetzt,<a href="#_ftn14">[14]</a> wobei Assange mit seiner Enthüllungsplattform lediglich eine Veröffentlichung von Informationen betrieb - jedoch kein strafrechtlich relevantes Eindringen in Datenbanken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In einer Klage vom April 2018 hatte das Nationalkomitee der Demokratischen Partei (DNC) eine Reihe von Behauptungen vorgelegt, die vom US-Gericht zurückgewiesen wurden.<a href="#_ftn15">[15]</a> &quot;Richter Koeltl, der von Bill Clinton nominiert wurde und zuvor stellvertretender Sonderermittler im Sonderermittlungsausschuss zum Watergateskandal war, wies eine Klage des Nationalkomitees der Demokratischen Partei (DNC) vom April 2018 „rechtskräftig“ zurück. Das DNC behauptete darin, WikiLeaks sei zivilrechtlich haftbar für eine Verschwörung, die es mit der russischen Regierung eingegangen sei, um E-Mails und Daten des DNC zu stehlen und der Öffentlichkeit zuzuspielen.“<a href="#_ftn16">[16]</a> „Richter Koeltl erklärte, das Argument des DNC, Assange und WikiLeaks hätten „mit der Russischen Föderation konspiriert, um das Material des DNC zu stehlen und zu verbreiten“ decke sich „in keiner Weise mit den Fakten.“ Der Richter erklärte weiter, das Gericht „ist nicht verpflichtet, abschließende Unterstellungen als Tatsachen zu akzeptieren“ (ebenda).</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Insofern ist Assange anders als Snowden kein klassischer Whistleblower. Ende Januar hat sich die Parlamentarische Versammlung des Europarates (PACE) zum Schutz von Journalisten und Julian Assange die Auslieferung des WikiLeaks-Gründers Julian Assange sowie die &quot;unverzügliche Freilassung&quot; des australischen Journalisten gefordert. Die Fraktion hat eine Stellungnahme zur Einhaltung besserer Haftbedingungen abgegeben, die wir begrüßen. „Als Anwalt der Menschenrechte und Vertragsstaat der Europäischen Menschenrechtskonvention stünde es Deutschland gut zu Gesicht, sich bei seinem Partner Großbritannien nach diesen Vorwürfen zu erkundigen“, heißt es in einer Erklärung Stumpps mit der Grünen-Menschenrechts-Expertin Margarete Bause und Rechtsexpertin Manuela Rottmann, die dem RND vorliegt. „Wegzusehen und still zu bleiben ist mutlos.“Zudem steht in der Presseerklärung: &quot;Es gehe nicht darum, Großbritannien die Rechtsstaatlichkeit abzusprechen. Aber Assanges medizinische Versorgung während des Prozesses müsse gewährleistet werden. Maßnahmen zum Schutz seiner Gesundheit seien nötig. „Dazu ist Großbritannien nach dem Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung verpflichtet“, erklärten die Grünen-Politikerinnen.&quot;<a href="#_ftn17">[17]</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Es braucht aber noch viel mehr Aktivitäten und Aktionen: Angesichts der Lebensgefahr und der Bedeutung der Pressefreiheit müssen wir als Partei Bündnis 90/ Die Grünen mutiger und stärker in der Öffentlichkeit für die Freiheit von Julian Assange und der Pressefreiheit eintreten. Im Vergleich zur Diskussion um die Rückführung von IS-Gefangenen, denen die Todesstrafe oder schwere Haftbedingungen drohen, legen wir bei bei Gefangenen dieser weltweit gefürchteten Terrororganisation humanistischere Prinzipien zugrunde als bei Assange.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Julian Assanges Auslieferung in die Vereinigten Staaten wäre ein massiver Angriff auf die Pressefreiheit, die weitere Kreise nach sich ziehen würde – wie sich bereits bei Glenn Greenwald in Brasilien abzeichnete.<a href="#_ftn18">[18]</a> Die Rechte und Freiheiten unserer Zivilgesellschaft müssen täglich neu verteidigt und behauptet werden. Der Kampf für die Freiheit von Julian Assange ist daher auch ein Kampf für die Pressefreiheit im 21. Jahrhundert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Forderungen</strong><br>
Als BAG fordern wir die gesamte Partei Bündnis90/Die Grünen auf sich auf verschiedenen Ebenen für die Freilassung bzw. das Wohlergehen Julian Assanges und dem Einhalten seiner Rechte einzusetzen. Die Verantwortung, sich für Assange einzusetzen, kann nicht nur eine Frage von Fachexperten bleiben, sondern erfordert das Einstehen der gesamten Partei.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dabei soll sich die Fraktion für ein Eintreten der Bundesregierung für dessen Freilassung einsetzen, um den bekanntgewordenen Rechtsverletzungen gegenüber Assange nachzugehen bzw. Missstände anzusprechen und dafür einzutreten, diese Verletzungen zu beseitigen. Dies kann die Fraktion auch durch Kontakte nach Großbritannien zu Abgeordneten verschiedener Parteien selbst in die Hand nehmen. Sowohl die Regierung als auch die Fraktion kann sich den Forderungen australischer Abgeordneter anschließen und diese unterstützen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern dabei die Einhaltung sämtlicher Rechtsstaatsprinzipien und den Schutz des Lebens von Assange sowie die Gewährleistung von ärztlicher Versorgung. Dazu zählen u.a. folgende Punkte:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Prüfung seiner Haft- und Vollzugsfähigkeit, ggf. Haftentlassung unter Kautionsauflagen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>die Gewährleistung von Verteidigungsrechten sowie die Vorbereitung auf das Verteidigungsverfahren, besonders auch die Zustellung der Anklageschrift</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Anwaltsrechte der Verteidigung sowie andere Formen von Einschüchterungen oder Verletzungen seines Unterstützungsumfeldes sind zu schützen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Es darf keine Auslieferung aufgrund der Gefahr von Leib und Leben geben: bei Bedarf Aufnahmebereitschaft und Gewährung von Schutz</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Forderungen für die Allgemeinheit</strong><br>
Der Fall Julian Assange ist ein Präzedenzfall, der uns aufzeigt, dass nicht nur seine persönlichen Rechte in Gefahr sind, sondern auch generell erworbene Grund- bzw. Menschenrechte bedroht werden, wenn Verbrechen von Staaten aufgedeckt werden. Sollte es den USA gelingen, Julian Assange ausgeliefert zu bekommen und ihn zu verurteilen, kann dies Journalisten und Whistleblower auf der ganzen Welt zum Schweigen bringen. Aufklärung bzw. der Umgang mit kritischen Journalist*innen und ihren Quellen, darf daher nicht kriminalisiert werden oder zu neuen Formen von Hexenprozessen führen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir fordern die Verteidigung unserer Rechtsprinzipien, den Schutz von Medien und der Freiheiten, insbesondere der Pressefreiheit,</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Wir fordern den Schutz von Whistleblower*innen sowie von Informant*innen, die ein hohes Risiko eingehen, wenn sie der Öffentlichkeit brisante Informationen zukommen lassen, die von Akteuren des Staates oder anderen Organisationen vertuscht werden.<br>
Dazu gehören nicht nur klassische Zeitungen und Medien, sondern auch Informationsplattformen wie WikiLeaks oder auch The Intercept, Social-Media-Aktivisten etc. Der Versuch einer engstirnigen Ausgrenzung von Seiten wie Wikileaks missachten dabei bewusst innovative Entwicklungen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Auch für Menschen mit anderer Staatsangehörigkeit gelten Schutz- und Menschenrechte sowie Pressefreiheit – diese Rechte dürfen nicht aberkannt werden.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Bisher galt das Denken, dass gravierende Verletzungen von rechtsstaatlichen Prinzipien, Freiheiten und Menschenrechten in Demokratien kaum möglich sind. Der Fall Assange zeigt jedoch, dass wir bei bestimmten Grenzfällen neue Schutzregelungen für Menschen brauchen, die das unethische Verhalten von Regierungen und Unternehmen enthüllen, Missbrauch aufdecken und unsere Prinzipien verteidigen. Diese Menschen haben ein Anspruch auf Schutz - auch bei demokratischen Staaten, die ansonsten rechtstaatlichen Prinzipien verpflichtet sind.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Darüber hinaus können wir uns auch für die Vergabe des Friedensnobelpreises an Julian Assange, Chelsea Manning und Edward Snowden einsetzen. Sie erfüllen alle Kriterien für den Friedensnobelpreis und haben sich unter hohen Risiken dazu entschlossen geheime Informationen über Kriegsverbrechen zu veröffentlichen. Wir erkennen Zusammenhängen zwischen der Ausbeutung von Ressourcen und der Verwüstung durch Kriege sowie neue Gefahren von Cyberspionage, wie bei den Enthüllungen von Snowden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Partei kann dazu vielfältige Aktivitäten in Form von Infoständen, Informations- und Diskussionsabenden organisieren sowie Aufklärung betreiben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>-</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Links</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref1">[1]</a><a href="http://blog.globale-gleichheit.de/?p=6443">http://blog.globale-gleichheit.de/?p=6443</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref2">[2]</a><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/julian-assange-aerzte-sorgen-sich-um-gesundheit-von-wikileaks-gruender-a-1298050.html">https://www.spiegel.de/politik/ausland/julian-assange-aerzte-sorgen-sich-um-gesundheit-von-wikileaks-gruender-a-1298050.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref3">[3]</a><a href="https://twitter.com/DEAcampaign">https://twitter.com/DEAcampaign</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref4">[4]</a><a href="https://www.youtube.com/watch?v=Tit_Zr4fBJA&amp;feature=youtu.be">https://www.youtube.com/watch?v=Tit_Zr4fBJA&amp;feature=youtu.be</a> siehe min. 50:24</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref5">[5]</a><a href="https://www.heise.de/tp/features/Assange-helfen-aber-wie-4654718.html">https://www.heise.de/tp/features/Assange-helfen-aber-wie-4654718.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref6">[6]</a><a href="https://assange-helfen.de/">https://assange-helfen.de/</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref7">[7]</a><a href="https://www.welt.de/newsticker/news2/article192885737/Justiz-UN-Arbeitsgruppe-verurteilt-Haftstrafe-fuer-Assange-als-unverhaeltnismaessig.html">https://www.welt.de/newsticker/news2/article192885737/Justiz-UN-Arbeitsgruppe-verurteilt-Haftstrafe-fuer-Assange-als-unverhaeltnismaessig.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref8">[8]</a><a href="https://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=24665&amp;LangID=E">https://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=24665&amp;LangI-D=E</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref9">[9]</a><a href="https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/folter-assange-100.html">https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/folter-assange-100.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref10">[10]</a><a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/36173/Problematik-der-Gewahrsamstauglichkeit">https://www.aerzteblatt.de/archiv/36173/Problematik-der-Gewahrsamstauglichkeit</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref11">[11]</a><a href="https://www.bbc.com/news/world-europe-11803703">https://www.bbc.com/news/world-europe-11803703</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref12">[12]</a><a href="https://www.tagesschau.de/ausland/assange-229.html">https://www.tagesschau.de/ausland/assange-229.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref13">[13]</a><a href="https://www.republik.ch/2020/01/31/nils-melzer-spricht-ueber-wikileaks-gruender-julian-assange">https://www.republik.ch/2020/01/31/nils-melzer-spricht-ueber-wikileaks-gruender-julian-assange</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref14">[14]</a><a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/030/1803039.pdf">http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/030/1803039.pdf</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref15">[15]</a><a href="https://abcnews.go.com/Politics/federal-judge-dismisses-dnc-suit-russia-trump-campaign/story?id=64664813">https://abcnews.go.com/Politics/federal-judge-dismisses-dnc-suit-russia-trump-campaign/story?id=64664813</a>. Man beachte auch den Hinweis auf den Mueller-Report, „dass die 22-monatige Untersuchung keine kriminelle Verschwörung zwischen der Kampagne und den Russen nachgewiesen habe“.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref16">[16]</a><a href="https://www.wsws.org/de/articles/2019/08/02/assa-a02-1.html">https://www.wsws.org/de/articles/2019/08/02/assa-a02-1.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref17">[17]</a><a href="https://www.rnd.de/politik/fall-assange-grune-werfen-regierung-feigheit-vor-KQ6HKTHJVFFFRCIIQBYVHUELME.html">https://www.rnd.de/politik/fall-assange-grune-werfen-regierung-feigheit-vor-KQ6HKTHJVFFFRCIIQBYVHUELME.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref18">[18]</a><a href="https://www.tagesschau.de/ausland/greenwald-anklage-103.html">https://www.tagesschau.de/ausland/greenwald-anklage-103.html</a></p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 20 Feb 2020 00:57:40 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A3NEU: Freiheit für Julian Assange</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18639</link>
                        <author>Sava Stomporowski (BAG Deligierte)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18639</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Am 11. April wurde Julian Assange von der britischen Polizei in der Botschaft Ecuadors in London festgenommen, nachdem das südamerikanische Land durch einen neuen Präsidenten das politische Asyl aufgehoben hatte. Assange war 2012 in die diplomatische Vertretung geflüchtet, um einer Auslieferung nach Schweden bzw. in die USA zuvorzukommen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Aktuell wird Assange in Auslieferungshaft in dem Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh gefangen gehalten, in dem normalerweise nur Schwerverbrecher einsitzen. Ihm wird der Verstoß gegen Kautionsauflagen vorgeworfen. Unter den Haftbedingungen werden ihm seine Rechte auf Vorbereitung seines juristischen Verfahrens, das am 24. Februar 2020 startet, verwehrt bzw. massiv behindert. So bekommt er nicht genügend Möglichkeiten, sich mit seinen Anwälten auf seine Verteidigung vorzubereiten und auch keine ausreichende Einsicht in die Anklagepunkte.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>„Die Enthüllungen von WikiLeaks reichen vom Nachweis der Folter im US-Gefangenenlager Guantánamo über die Aufdeckung massenhafter Steuerhinterziehung von Superreichen und illegaler Überwachungsmaßnahmen bis hin zu den umfassenden Leaks über die Kriegsverbrechen der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan. Allein im Irakkrieg hat WikiLeaks 15.000 Tötungen von Zivilisten nachgewiesen, die zuvor vom US-Militär unter Verschluss gehalten worden waren. Hinzu kamen unzählige Einzelheiten über das brutale Vorgehen des US-Militärs gegen Männer, Frauen und Kinder.“<a href="#_ftn1">[1]</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die US-Regierung drängt auf seine Auslieferung, wo ihm die Todesstrafe oder bis zu 175 Jahre Haft drohen, obwohl Assange lediglich Kriegsverbrechen aufgedeckt hat, er australischer Staatsbürger und der USA gegenüber nicht verpflichtet ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Gesundheitszustand von Assange ist jedoch sehr bedenklich. Ende November haben 60 Ärzte die umgehende Freilassung von Assange aus medizinischen sowie rechtsstaatlichen Gründen gefordert.<a href="#_ftn2">[2]</a> Julian Assange wurde in Belmarsh in Isolationshaft gehalten. Nachdem sich Gefangene der Justizanstalt aber für ihn eingesetzten, befindet er sich in der Krankenstation zusammen mit anderen Häftlingen.<a href="#_ftn3">[3]</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Beim Start einer Kampagne des Journalisten Günter Wallraff, zusammen mit dem ehemaligen Innenminister Gerhart Baum (FDP) und dem ehemaligen Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD), der Parlamentarierin Sevim Dagdelen (Die LINKE), die mehr als 130 Prominente unterzeichnet haben, wurde auf der Pressekonferenz darauf verwiesen, dass Julian Assange in Haft das Ende des Prozesses nicht überleben würde.<a href="#_ftn4">[4]</a><a href="#_ftn5">[5]</a> Auch Grüne Prominente, wie Daniel Cohn-Bendit, Hans-Christian Ströbele, Jürgen Trittin und Antje Vollmer haben die Kampagne unterzeichnet.<a href="#_ftn6">[6]</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat festgestellt, dass Assange willkürlich und für unverhältnismäßig lange Zeit seiner Freiheit beraubt worden sei.<a href="#_ftn7">[7]</a> Nach Prüfung der Haftbedingungen durch den „<em>Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe“</em> verkündete Nils Melzer am 9. Mai 2019, dass Herr Assange neben körperlichen Beschwerden auch Symptome zeigte, die bei psychologischer Folter typisch sind, einschließlich extremer Belastungen, chronischer Ängste und schwerer psychischer Traumata.<a href="#_ftn8">[8]</a> &quot;In 20 Jahren Arbeit mit Opfern von Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung, so Melzer, habe er noch nie erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammenschließt, um eine einzelne Person so lange und unter so geringer Berücksichtigung der Menschenwürde und der Rechtsstaatlichkeit bewusst zu isolieren, zu verteufeln und zu missbrauchen.&quot;<a href="#_ftn9">[9]</a><br>
Assanges Gesundheitszustand erfordert, dass die Haft- und Vollzugsfähigkeit geprüft werden muss, die Teil von Rechtsstaatlichkeit ist.<a href="#_ftn10">[10]</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bis zum Jahr 2010 genoss Julian Assange als Gründer von Wikileaks eine große Unterstützung für seine Enthüllungen. Dies änderte sich durch einen internationalen Haftbefehl durch Schweden im November 2010<a href="#_ftn11">[11]</a> aufgrund von Anschuldigungen wegen Vergewaltigung. Die schwedische Justiz hat die Ermittlungen nach 9 Jahren eingestellt.<a href="#_ftn12">[12]</a> Der Uno-Beauftragte Nils Melzer hat die Aktenlage in Schweden geprüft und spricht in einem ausführlichen Interview der Schweizer Magazin Republik von konstruierter Vergewaltigung und manipulierten Beweisen in Schweden.<a href="#_ftn13">[13]</a> Er beschreibt den Druck von Großbritannien das Verfahren nicht einzustellen, spricht von befangenen Richtern, auch von Falschbehauptungen gegenüber angeblichen Verstößen von Wikileaks, Inhaftierung und psychologischer Folter - nur weil Assange Kriegsverbrechen aufdeckte. Statt die Verbrechen zu untersuchen, die Julian Assange öffentlich gemacht hat, sitzt er in Haft, unter Bedingungen, die sein Leben bedrohen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Großbritannien ist auch nach dem Brexit Mitglied der Europaversammlung und bleibt unterzeichnerin des Europäischen Gerichtshofs. Es verpflichtet sich, die höchsten Menschenrechtsstandards aufrecht zu erhalten. Die „Magna Charta Libertatum“ (1215), die “Bill of Rights“ (1689), die “Parliament Acts“ (1911 und 1949), sowie diverse Gerichtsentscheidungen zu Verfassungsfragen sind sehr umfassende Meilensteine in der Verankerung von Freiheit und Menschenrechten. Diese hohen ethischen Grundsätze gebieten es, den Fall Assange nach den entwickelten Rechtsgrundsätzen zu behandeln.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In einem Gesetzentwurf von 2014 hat sich die Grüne Fraktion bereits zum Schutz von Whistleblowern eingesetzt,<a href="#_ftn14">[14]</a> wobei Assange mit seiner Enthüllungsplattform lediglich eine Veröffentlichung von Informationen betrieb - jedoch kein strafrechtlich relevantes Eindringen in Datenbanken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In einer Klage vom April 2018 hatte das Nationalkomitee der Demokratischen Partei (DNC) eine Reihe von Behauptungen vorgelegt, die vom US-Gericht zurückgewiesen wurden.<a href="#_ftn15">[15]</a> &quot;Richter Koeltl, der von Bill Clinton nominiert wurde und zuvor stellvertretender Sonderermittler im Sonderermittlungsausschuss zum Watergateskandal war, wies eine Klage des Nationalkomitees der Demokratischen Partei (DNC) vom April 2018 „rechtskräftig“ zurück. Das DNC behauptete darin, WikiLeaks sei zivilrechtlich haftbar für eine Verschwörung, die es mit der russischen Regierung eingegangen sei, um E-Mails und Daten des DNC zu stehlen und der Öffentlichkeit zuzuspielen.“<a href="#_ftn16">[16]</a> „Richter Koeltl erklärte, das Argument des DNC, Assange und WikiLeaks hätten „mit der Russischen Föderation konspiriert, um das Material des DNC zu stehlen und zu verbreiten“ decke sich „in keiner Weise mit den Fakten.“ Der Richter erklärte weiter, das Gericht „ist nicht verpflichtet, abschließende Unterstellungen als Tatsachen zu akzeptieren“ (ebenda).</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Insofern ist Assange anders als Snowden kein klassischer Whistleblower. Ende Januar hat sich die Parlamentarische Versammlung des Europarates (PACE) zum Schutz von Journalisten und Julian Assange die Auslieferung des WikiLeaks-Gründers Julian Assange sowie die &quot;unverzügliche Freilassung&quot; des australischen Journalisten gefordert. Die Fraktion hat eine Stellungnahme zur Einhaltung besserer Haftbedingungen abgegeben, die wir begrüßen. „Als Anwalt der Menschenrechte und Vertragsstaat der Europäischen Menschenrechtskonvention stünde es Deutschland gut zu Gesicht, sich bei seinem Partner Großbritannien nach diesen Vorwürfen zu erkundigen“, heißt es in einer Erklärung Stumpps mit der Grünen-Menschenrechts-Expertin Margarete Bause und Rechtsexpertin Manuela Rottmann, die dem RND vorliegt. „Wegzusehen und still zu bleiben ist mutlos.“Zudem steht in der Presseerklärung: &quot;Es gehe nicht darum, Großbritannien die Rechtsstaatlichkeit abzusprechen. Aber Assanges medizinische Versorgung während des Prozesses müsse gewährleistet werden. Maßnahmen zum Schutz seiner Gesundheit seien nötig. „Dazu ist Großbritannien nach dem Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung verpflichtet“, erklärten die Grünen-Politikerinnen.&quot;<a href="#_ftn17">[17]</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Es braucht aber noch viel mehr Aktivitäten und Aktionen: Angesichts der Lebensgefahr und der Bedeutung der Pressefreiheit müssen wir als Partei Bündnis 90/ Die Grünen mutiger und stärker in der Öffentlichkeit für die Freiheit von Julian Assange und der Pressefreiheit eintreten. Im Vergleich zur Diskussion um die Rückführung von IS-Gefangenen, denen die Todesstrafe oder schwere Haftbedingungen drohen, legen wir bei bei Gefangenen dieser weltweit gefürchteten Terrororganisation humanistischere Prinzipien zugrunde als bei Assange.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Julian Assanges Auslieferung in die Vereinigten Staaten wäre ein massiver Angriff auf die Pressefreiheit, die weitere Kreise nach sich ziehen würde – wie sich bereits bei Glenn Greenwald in Brasilien abzeichnete.<a href="#_ftn18">[18]</a> Die Rechte und Freiheiten unserer Zivilgesellschaft müssen täglich neu verteidigt und behauptet werden. Der Kampf für die Freiheit von Julian Assange ist daher auch ein Kampf für die Pressefreiheit im 21. Jahrhundert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>-</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Links</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref1">[1]</a><a href="http://blog.globale-gleichheit.de/?p=6443">http://blog.globale-gleichheit.de/?p=6443</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref2">[2]</a><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/julian-assange-aerzte-sorgen-sich-um-gesundheit-von-wikileaks-gruender-a-1298050.html">https://www.spiegel.de/politik/ausland/julian-assange-aerzte-sorgen-sich-um-gesundheit-von-wikileaks-gruender-a-1298050.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref3">[3]</a><a href="https://twitter.com/DEAcampaign">https://twitter.com/DEAcampaign</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref4">[4]</a><a href="https://www.youtube.com/watch?v=Tit_Zr4fBJA&amp;feature=youtu.be">https://www.youtube.com/watch?v=Tit_Zr4fBJA&amp;feature=youtu.be</a> siehe min. 50:24</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref5">[5]</a><a href="https://www.heise.de/tp/features/Assange-helfen-aber-wie-4654718.html">https://www.heise.de/tp/features/Assange-helfen-aber-wie-4654718.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref6">[6]</a><a href="https://assange-helfen.de/">https://assange-helfen.de/</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref7">[7]</a><a href="https://www.welt.de/newsticker/news2/article192885737/Justiz-UN-Arbeitsgruppe-verurteilt-Haftstrafe-fuer-Assange-als-unverhaeltnismaessig.html">https://www.welt.de/newsticker/news2/article192885737/Justiz-UN-Arbeitsgruppe-verurteilt-Haftstrafe-fuer-Assange-als-unverhaeltnismaessig.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref8">[8]</a><a href="https://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=24665&amp;LangID=E">https://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=24665&amp;LangID=E</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref9">[9]</a><a href="https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/folter-assange-100.html">https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/folter-assange-100.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref10">[10]</a><a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/36173/Problematik-der-Gewahrsamstauglichkeit">https://www.aerzteblatt.de/archiv/36173/Problematik-der-Gewahrsamstauglichkeit</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref11">[11]</a><a href="https://www.bbc.com/news/world-europe-11803703">https://www.bbc.com/news/world-europe-11803703</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref12">[12]</a><a href="https://www.tagesschau.de/ausland/assange-229.html">https://www.tagesschau.de/ausland/assange-229.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref13">[13]</a><a href="https://www.republik.ch/2020/01/31/nils-melzer-spricht-ueber-wikileaks-gruender-julian-assange">https://www.republik.ch/2020/01/31/nils-melzer-spricht-ueber-wikileaks-gruender-julian-assange</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref14">[14]</a><a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/030/1803039.pdf">http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/030/1803039.pdf</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref15">[15]</a><a href="https://abcnews.go.com/Politics/federal-judge-dismisses-dnc-suit-russia-trump-campaign/story?id=64664813">https://abcnews.go.com/Politics/federal-judge-dismisses-dnc-suit-russia-trump-campaign/story?id=64664813</a>. Man beachte auch den Hinweis auf den Mueller-Report, „dass die 22-monatige Untersuchung keine kriminelle Verschwörung zwischen der Kampagne und den Russen nachgewiesen habe“.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref16">[16]</a><a href="https://www.wsws.org/de/articles/2019/08/02/assa-a02-1.html">https://www.wsws.org/de/articles/2019/08/02/assa-a02-1.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref17">[17]</a><a href="https://www.rnd.de/politik/fall-assange-grune-werfen-regierung-feigheit-vor-KQ6HKTHJVFFFRCIIQBYVHUELME.html">https://www.rnd.de/politik/fall-assange-grune-werfen-regierung-feigheit-vor-KQ6HKTHJVFFFRCIIQBYVHUELME.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref18">[18]</a><a href="https://www.tagesschau.de/ausland/greenwald-anklage-103.html">https://www.tagesschau.de/ausland/greenwald-anklage-103.html</a></p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Wed, 19 Feb 2020 17:55:24 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A3NEU: Freiheit für Julian Assange</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18638</link>
                        <author>Sava Stomporowski (BAG Deligierte)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18638</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Am 11. April wurde Julian Assange von der britischen Polizei in der Botschaft Ecuadors in London festgenommen, nachdem das südamerikanische Land durch einen neuen Präsidenten das politische Asyl aufgehoben hatte. Assange war 2012 in die diplomatische Vertretung geflüchtet, um einer Auslieferung nach Schweden bzw. in die USA zuvorzukommen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Aktuell wird Assange in Auslieferungshaft in dem Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh gefangen gehalten, in dem normalerweise nur Schwerverbrecher einsitzen. Ihm wird der Verstoß gegen Kautionsauflagen vorgeworfen. Unter den Haftbedingungen werden ihm seine Rechte auf Vorbereitung seines juristischen Verfahrens, das am 24. Februar 2020 startet, verwehrt bzw. massiv behindert. So bekommt er nicht genügend Möglichkeiten, sich mit seinen Anwälten auf seine Verteidigung vorzubereiten und auch keine ausreichende Einsicht in die Anklagepunkte.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>„Die Enthüllungen von WikiLeaks reichen vom Nachweis der Folter im US-Gefangenenlager Guantánamo über die Aufdeckung massenhafter Steuerhinterziehung von Superreichen und illegaler Überwachungsmaßnahmen bis hin zu den umfassenden Leaks über die Kriegsverbrechen der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan. Allein im Irakkrieg hat WikiLeaks 15.000 Tötungen von Zivilisten nachgewiesen, die zuvor vom US-Militär unter Verschluss gehalten worden waren. Hinzu kamen unzählige Einzelheiten über das brutale Vorgehen des US-Militärs gegen Männer, Frauen und Kinder.“<a href="#_ftn1">[1]</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die US-Regierung drängt auf seine Auslieferung, wo ihm die Todesstrafe oder bis zu 175 Jahre Haft drohen, obwohl Assange lediglich Kriegsverbrechen aufgedeckt hat, er australischer Staatsbürger und der USA gegenüber nicht verpflichtet ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Gesundheitszustand von Assange ist jedoch sehr bedenklich. Ende November haben 60 Ärzte die umgehende Freilassung von Assange aus medizinischen sowie rechtsstaatlichen Gründen gefordert.<a href="#_ftn2">[2]</a> Julian Assange wurde in Belmarsh in Isolationshaft gehalten. Nachdem sich Gefangene der Justizanstalt aber für ihn eingesetzten, befindet er sich in der Krankenstation zusammen mit anderen Häftlingen.<a href="#_ftn3">[3]</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Beim Start einer Kampagne des Journalisten Günter Wallraff, zusammen mit dem ehemaligen Innenminister Gerhart Baum (FDP) und dem ehemaligen Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD), der Parlamentarierin Sevim Dagdelen (Die LINKE), die mehr als 130 Prominente unterzeichnet haben, wurde auf der Pressekonferenz darauf verwiesen, dass Julian Assange in Haft das Ende des Prozesses nicht überleben würde.<a href="#_ftn4">[4]</a><a href="#_ftn5">[5]</a> Auch Grüne Prominente, wie Daniel Cohn-Bendit, Hans-Christian Ströbele, Jürgen Trittin und Antje Vollmer haben die Kampagne unterzeichnet.<a href="#_ftn6">[6]</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat festgestellt, dass Assange willkürlich und für unverhältnismäßig lange Zeit seiner Freiheit beraubt worden sei.<a href="#_ftn7">[7]</a> Nach Prüfung der Haftbedingungen durch den „<em>Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe“</em> verkündete Nils Melzer am 9. Mai 2019, dass Herr Assange neben körperlichen Beschwerden auch Symptome zeigte, die bei psychologischer Folter typisch sind, einschließlich extremer Belastungen, chronischer Ängste und schwerer psychischer Traumata.<a href="#_ftn8">[8]</a> &quot;In 20 Jahren Arbeit mit Opfern von Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung, so Melzer, habe er noch nie erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammenschließt, um eine einzelne Person so lange und unter so geringer Berücksichtigung der Menschenwürde und der Rechtsstaatlichkeit bewusst zu isolieren, zu verteufeln und zu missbrauchen.&quot;<a href="#_ftn9">[9]</a><br>
Assanges Gesundheitszustand erfordert, dass die Haft- und Vollzugsfähigkeit geprüft werden muss, die Teil von Rechtsstaatlichkeit ist.<a href="#_ftn10">[10]</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bis zum Jahr 2010 genoss Julian Assange als Gründer von Wikileaks eine große Unterstützung für seine Enthüllungen. Dies änderte sich durch einen internationalen Haftbefehl durch Schweden im November 2010<a href="#_ftn11">[11]</a> aufgrund von Anschuldigungen wegen Vergewaltigung. Die schwedische Justiz hat die Ermittlungen nach 9 Jahren eingestellt.<a href="#_ftn12">[12]</a> Der Uno-Beauftragte Nils Melzer hat die Aktenlage in Schweden geprüft und spricht in einem ausführlichen Interview der Schweizer Magazin Republik von konstruierter Vergewaltigung und manipulierten Beweisen in Schweden.<a href="#_ftn13">[13]</a> Er beschreibt den Druck von Großbritannien das Verfahren nicht einzustellen, spricht von befangenen Richtern, auch von Falschbehauptungen gegenüber angeblichen Verstößen von Wikileaks, Inhaftierung und psychologischer Folter - nur weil Assange Kriegsverbrechen aufdeckte. Statt die Verbrechen zu untersuchen, die Julian Assange öffentlich gemacht hat, sitzt er in Haft, unter Bedingungen, die sein Leben bedrohen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Großbritannien ist auch nach dem Brexit Mitglied der Europaversammlung und bleibt unterzeichnerin des Europäischen Gerichtshofs. Es verpflichtet sich, die höchsten Menschenrechtsstandards aufrecht zu erhalten. Die „Magna Charta Libertatum“ (1215), die “Bill of Rights“ (1689), die “Parliament Acts“ (1911 und 1949), sowie diverse Gerichtsentscheidungen zu Verfassungsfragen sind sehr umfassende Meilensteine in der Verankerung von Freiheit und Menschenrechten. Diese hohen ethischen Grundsätze gebieten es, den Fall Assange nach den entwickelten Rechtsgrundsätzen zu behandeln.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In einem Gesetzentwurf von 2014 hat sich die Grüne Fraktion bereits zum Schutz von Whistleblowern eingesetzt,<a href="#_ftn14">[14]</a> wobei Assange mit seiner Enthüllungsplattform lediglich eine Veröffentlichung von Informationen betrieb - jedoch kein strafrechtlich relevantes Eindringen in Datenbanken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In einer Klage vom April 2018 hatte das Nationalkomitee der Demokratischen Partei (DNC) eine Reihe von Behauptungen vorgelegt, die vom US-Gericht zurückgewiesen wurden.<a href="#_ftn15">[15]</a> &quot;Richter Koeltl, der von Bill Clinton nominiert wurde und zuvor stellvertretender Sonderermittler im Sonderermittlungsausschuss zum Watergateskandal war, wies eine Klage des Nationalkomitees der Demokratischen Partei (DNC) vom April 2018 „rechtskräftig“ zurück. Das DNC behauptete darin, WikiLeaks sei zivilrechtlich haftbar für eine Verschwörung, die es mit der russischen Regierung eingegangen sei, um E-Mails und Daten des DNC zu stehlen und der Öffentlichkeit zuzuspielen.“<a href="#_ftn16">[16]</a> „Richter Koeltl erklärte, das Argument des DNC, Assange und WikiLeaks hätten „mit der Russischen Föderation konspiriert, um das Material des DNC zu stehlen und zu verbreiten“ decke sich „in keiner Weise mit den Fakten.“ Der Richter erklärte weiter, das Gericht „ist nicht verpflichtet, abschließende Unterstellungen als Tatsachen zu akzeptieren“ (ebenda).</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Insofern ist Assange anders als Snowden kein klassischer Whistleblower. Ende Januar hat sich die Parlamentarische Versammlung des Europarates (PACE) zum Schutz von Journalisten und Julian Assange die Auslieferung des WikiLeaks-Gründers Julian Assange sowie die &quot;unverzügliche Freilassung&quot; des australischen Journalisten gefordert. Die Fraktion hat eine Stellungnahme zur Einhaltung besserer Haftbedingungen abgegeben, die wir begrüßen. „Als Anwalt der Menschenrechte und Vertragsstaat der Europäischen Menschenrechtskonvention stünde es Deutschland gut zu Gesicht, sich bei seinem Partner Großbritannien nach diesen Vorwürfen zu erkundigen“, heißt es in einer Erklärung Stumpps mit der Grünen-Menschenrechts-Expertin Margarete Bause und Rechtsexpertin Manuela Rottmann, die dem RND vorliegt. „Wegzusehen und still zu bleiben ist mutlos.“Zudem steht in der Presseerklärung: &quot;Es gehe nicht darum, Großbritannien die Rechtsstaatlichkeit abzusprechen. Aber Assanges medizinische Versorgung während des Prozesses müsse gewährleistet werden. Maßnahmen zum Schutz seiner Gesundheit seien nötig. „Dazu ist Großbritannien nach dem Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung verpflichtet“, erklärten die Grünen-Politikerinnen.&quot;<a href="#_ftn17">[17]</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Es braucht aber noch viel mehr Aktivitäten und Aktionen: Angesichts der Lebensgefahr und der Bedeutung der Pressefreiheit müssen wir als Partei Bündnis 90/ Die Grünen mutiger und stärker in der Öffentlichkeit für die Freiheit von Julian Assange und der Pressefreiheit eintreten. Im Vergleich zur Diskussion um die Rückführung von IS-Gefangenen, denen die Todesstrafe oder schwere Haftbedingungen drohen, legen wir bei bei Gefangenen dieser weltweit gefürchteten Terrororganisation humanistischere Prinzipien zugrunde als bei Assange.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Julian Assanges Auslieferung in die Vereinigten Staaten wäre ein massiver Angriff auf die Pressefreiheit, die weitere Kreise nach sich ziehen würde – wie sich bereits bei Glenn Greenwald in Brasilien abzeichnete.<a href="#_ftn18">[18]</a> Die Rechte und Freiheiten unserer Zivilgesellschaft müssen täglich neu verteidigt und behauptet werden. Der Kampf für die Freiheit von Julian Assange ist daher auch ein Kampf für die Pressefreiheit im 21. Jahrhundert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>-</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Links</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref1">[1]</a><a href="http://blog.globale-gleichheit.de/?p=6443">http://blog.globale-gleichheit.de/?p=6443</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref2">[2]</a><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/julian-assange-aerzte-sorgen-sich-um-gesundheit-von-wikileaks-gruender-a-1298050.html">https://www.spiegel.de/politik/ausland/julian-assange-aerzte-sorgen-sich-um-gesundheit-von-wikileaks-gruender-a-1298050.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref3">[3]</a><a href="https://twitter.com/DEAcampaign">https://twitter.com/DEAcampaign</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref4">[4]</a><a href="https://www.youtube.com/watch?v=Tit_Zr4fBJA&amp;feature=youtu.be">https://www.youtube.com/watch?v=Tit_Zr4fBJA&amp;feature=youtu.be</a> siehe min. 50:24</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref5">[5]</a><a href="https://www.heise.de/tp/features/Assange-helfen-aber-wie-4654718.html">https://www.heise.de/tp/features/Assange-helfen-aber-wie-4654718.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref6">[6]</a><a href="https://assange-helfen.de/">https://assange-helfen.de/</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref7">[7]</a><a href="https://www.welt.de/newsticker/news2/article192885737/Justiz-UN-Arbeitsgruppe-verurteilt-Haftstrafe-fuer-Assange-als-unverhaeltnismaessig.html">https://www.welt.de/newsticker/news2/article192885737/Justiz-UN-Arbeitsgruppe-verurteilt-Haftstrafe-fuer-Assange-als-unverhaeltnismaessig.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref8">[8]</a><a href="https://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=24665&amp;LangID=E">https://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=24665&amp;LangID=E</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref9">[9]</a><a href="https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/folter-assange-100.html">https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/folter-assange-100.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref10">[10]</a><a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/36173/Problematik-der-Gewahrsamstauglichkeit">https://www.aerzteblatt.de/archiv/36173/Problematik-der-Gewahrsamstauglichkeit</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref11">[11]</a><a href="https://www.bbc.com/news/world-europe-11803703">https://www.bbc.com/news/world-europe-11803703</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref12">[12]</a><a href="https://www.tagesschau.de/ausland/assange-229.html">https://www.tagesschau.de/ausland/assange-229.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref13">[13]</a><a href="https://www.republik.ch/2020/01/31/nils-melzer-spricht-ueber-wikileaks-gruender-julian-assange">https://www.republik.ch/2020/01/31/nils-melzer-spricht-ueber-wikileaks-gruender-julian-assange</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref14">[14]</a><a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/030/1803039.pdf">http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/030/1803039.pdf</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref15">[15]</a><a href="https://abcnews.go.com/Politics/federal-judge-dismisses-dnc-suit-russia-trump-campaign/story?id=64664813">https://abcnews.go.com/Politics/federal-judge-dismisses-dnc-suit-russia-trump-campaign/story?id=64664813</a>. Man beachte auch den Hinweis auf den Mueller-Report, „dass die 22-monatige Untersuchung keine kriminelle Verschwörung zwischen der Kampagne und den Russen nachgewiesen habe“.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref16">[16]</a><a href="https://www.wsws.org/de/articles/2019/08/02/assa-a02-1.html">https://www.wsws.org/de/articles/2019/08/02/assa-a02-1.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref17">[17]</a><a href="https://www.rnd.de/politik/fall-assange-grune-werfen-regierung-feigheit-vor-KQ6HKTHJVFFFRCIIQBYVHUELME.html">https://www.rnd.de/politik/fall-assange-grune-werfen-regierung-feigheit-vor-KQ6HKTHJVFFFRCIIQBYVHUELME.html</a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><a href="#_ftnref18">[18]</a><a href="https://www.tagesschau.de/ausland/greenwald-anklage-103.html">https://www.tagesschau.de/ausland/greenwald-anklage-103.html</a></p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Wed, 19 Feb 2020 17:53:58 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A2NEU: Entwicklungszusammenarbeit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe - zum Grundsatzprogramm</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Entwicklungszusammenarbeit_als_gesamtgesellschaftliche_Aufgabe_-_zum_G-25184</link>
                        <author>Landesarbeitsgemeinschaft Internationales Baden-Württemberg (beschlossen am: 30.01.2020)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Entwicklungszusammenarbeit_als_gesamtgesellschaftliche_Aufgabe_-_zum_G-25184</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Entwicklungszusammenarbeit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Entwicklungspolitik ist Zusammenarbeit von Partnern, die darauf abzielt gegenseitigen Respekt auch auf alle Politikfelder auszudehnen. Darunter verstehen wir eine faire Handelspolitik, einen Austausch der Beziehungen auf Augenhöhe, gegenseitige Unterstützung bei Projekten und in der Finanzierung derselben, Erfahrungsaustausch, Abkehr einer einseitigen Wissenstransferpolitik.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dieses Verständnis von Zusammenarbeit muss zwingend auf allen Ebenen der Gesellschaft stattfinden. Eine Deutungshoheit und Konzentration auf Bundesebene ist nicht zeitgemäß. Die Länder, die Kommunen und die zivilen Akteure verfügen über ein nachhaltiges Wissen und Informationen, die es stärker zu berücksichtigen gilt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die enge Zusammenarbeit mit den Partnern in aller Welt vor Ort hat einen stetigen Zuwachs an Vertrauen und persönlichen Kontakten generiert, den es zu erhalten und zu fördern gilt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die professionalisierte Entwicklungszusammenarbeit auf Bundesebene kann hier unterstützend wirken, jedoch kann sich hieraus kein Alleinvertretungsanspruch ableiten. Entwicklungszusammenarbeit muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen und akzeptiert werden. Der Regierungsansatz auf Bundesebene, dass Entwicklungszusammenarbeit „Außenpolitik“ ist, muss anders gedacht werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In Zeiten zunehmender Akzeptanz, dass dieser Planet seinen Bewohner*innen nur dann Lebensgrundlage sein kann, wenn dieselben seine vorhandenen Ressourcen und sein „Menschsein ermöglichendes Klima“ nicht derart schädigen und übernutzen, dass ebendiese Lebensgrundlage für alle Menschen sich dergestalt verändert, dass es Verteilungskämpfe geben wird, deren Ausmaß wir uns nicht im geringsten vorstellen können, ist jede*r dazu aufgerufen diese gesamtgesellschaftlichen Aufgaben aktiv mitzugestalten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir Grüne werden Entwicklungszusammenarbeit partnerschaftlich, als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, verfolgen und damit alle Akteure gleichberechtigt unterstützen, sowie den Ländern und Kommunen bei dieser Aufgabe die ihnen notwendigen Kompetenzen an die Hand geben.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Grundsatzprogrammprozesses</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das neue Grundsatzprogramm „Veränderung in Zuversicht“ soll im Herbst 2020 verabschiedet werden. Im März 2019 wurde der erste Zwischenbericht des Grundsatzprogrammprozesses erstellt. Er soll zur weiteren Diskussion anregen und Impulse für die zweite Phase des Grundsatzprogrammprozesses liefern. Sie soll bis Sommer 2020 in den Entwurf für das neue Grundsatzprogramm münden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Auf dieser Grundlage und den weiteren Diskussionen und Kommentaren haben wir, die Landesarbeitsgruppe Internationales Baden-Württemberg, den nachfolgenden Antrag formuliert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Ausgehend von den Leitfragen zu der zukünftigen Europa, Außen-, Sicherheits-, Entwicklungs- und Menschenrechtspolitik, wie diese im Grundsatzprogramm auszuformulieren sind, zielt unser Antrag auf die Herausstellung, dass wir Grünen die Verantwortung eines jeden Einzelnen, als verantwortungsbewußter und selbstbestimmter Mensch, herausstellen und ein aktives Wirken als gesamtgesellschaftliche Aufgabe definieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><em>Die formulierten Leitfragen </em></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><em>Sind Städte und Regionen die neuen Akteure für erfolgreiches multilaterales Handeln anstelle blockierter Nationalstaaten?</em></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><em>Wie organisieren wir Verstädterung und das Leben in Mega Cities ökologisch, sozial und frei?</em></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><em>Müssen Kommunen in einer globalisierten Welt stärker außenpolitisch agieren?</em></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>haben wir aufgenommen und möchten mit unserem Antrag im Kapitel <strong>Antworten in Zeiten des Umbruchs </strong>die<strong> Grundsätze einer gerechten und friedlichen Weltordnung </strong>(Seite S. 31 – 43) wie folgt ergänzen (siehe oben)</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Wed, 19 Feb 2020 14:34:42 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A11: Iran-Krise und Tötung Soleimanis als Wendepunkt nehmen hin zu friedensfähiger Bündnispolitik und Transatlantizismus, der seinen proklamierten Werten entspricht</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Iran-Krise_und_Toetung_Soleimanis_als_Wendepunkt_nehmen_hin_zu_friedens-32294</link>
                        <author>Jan Schierkolk (KV Frankfurt)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Iran-Krise_und_Toetung_Soleimanis_als_Wendepunkt_nehmen_hin_zu_friedens-32294</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Am 3.1.2020 wurde der prominente General und Befehlshaber der Al-Quds-Brigaden, d.h. des Auslandsarmes der iranischen Revolutionsgarden, Qasem Soleimani, durch einen US-amerikanischen Drohnenangriff getötet. Präsident Trump selbst hatte den Angriff anscheinend schon vor längerer Zeit persönlich authorisiert. Trotzdem rechtfertigten er selbst, sowie Mitglieder seiner Administration, ihn zunächst mit einer angeblich zentralen Rolle Soleimanis bei unmittelbar bevorstehenden Angriffen auf US-Personal und/oder Einrichtungen, sowie auf europäische Verbündete - d.h. mit dringend nötiger Selbst- bzw. Bündnisverteidigung. Später wurden diese Aussagen relativiert, jedoch weder klar zurückgenommen, noch belegt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Es besteht die Möglichkeit, dass dieser Drohnen-Angriff, wie auch viele weitere, unter essentieller Beteiligung von US-Infrastruktur in Deutschland erfolgte. Militärstützpunkte wie z.B. der in Rammstein beherbergen insgesamt mehrere zehntausend Soldat*innen, dienen als logistische Drehkreuze der USA inkl. für ihre Operationen im Mittleren und Nahen Osten, und vielen Berichten zufolge auch mindestens als Relaisstationen für den Betrieb von außerrechtlichen Tötungsoperationen dort und in Afrika. Anscheinend erhebliche Teile der US-amerikanischen Infrastruktur zur versuchten Totalüberwachung jeglicher Kommunikation befinden sich ebenfalls in Deutschland, scheinbar tlw. in Kooperation mit deutschen Stellen betrieben. Neben der routinierten eklatanten Verletzung der Privatsphäre von Milliarden Menschen rund um die Welt dienen diese Aktivitäten auch der – oft zudem fehlerhaften – Identifizierung von Zielen des Tötungsprogrammes.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir erkennen an, dass Qasem Soleimani – der im Iran ein großer Volksheld und Machtfaktor war - über die letzten Jahrzehnte eine tragende Rolle bei der rücksichtslosen Ausbreitung iranischer Macht in der Region, und dabei auch direkt oder indirekt dem Tod vieler oft unschuldiger Menschen spielte. Seine Tötung war dennoch nicht zu rechtfertigen: Erstens schien sie jeder belegbaren bzw. belegten rechtlichen Grundlage zu entbehren. Und zweitens war sie dazu geeignet, einen spätestens seit der US-amerikanischen Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran (JCPOA) sich dramatisch verschärfenden Konflikt vollends eskalieren zu lassen. Der Ausbruch eines unkalkulierbaren und schwer eindämmbaren Regionalkrieges hätte leicht die Folge sein können, mit dramatischem erwartbaren Verlust an Menschenleben, sowie schweren Folgen für Umwelt und Weltwirtschaft.<br><br>
Dass es hierzu nicht gekommen ist, ist im Vergleich eher iranischer als US-amerikanischer Zurückhaltung zuzuschreiben. Ein eher symbolischer Vergeltungsangriff Irans - auch wenn wir diesen natürlich ebenso verurteilen - forderte wohl nicht zufällig keine Menschenleben. Und schon im Falle des JCPOA war es Trump, der die USA einseitig aussteigen ließ, woraufhin der Iran ein ganzes Jahr lang wartete, bis er seinerseits schrittweise begann, die Umsetzung des Abkommens auszusetzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das regionale Verhalten Irans, und z.B. seine aktive Rolle bei der Unterstützung von Assads Unterdrückung und Kriegsverbrechen in Syrien, ist ohne Frage oft nur zu verurteilen. Das gleiche gilt jedoch auch für andere regionale Akteure, die für ihr Verhalten oft sehr viel weniger Kritik, bzw. gar Unterstützung, aus den USA und Europa bekommen. Aktuelles Extrembeispiel ist der menschenverachtende aktuelle Krieg einer Koalition unter saudischer Führung gegen vor allem die Zivilbevölkerung Jemens. Kaum einer der wichtigsten Akteure in der Region ist komplett unschuldig. Wir müssen ihr Verhalten differenziert beurteilen - wofür wir aber dringend einheitlichere Standarts brauchen. Dies gilt auch für unsere Verbündeten.<br><br>
Der aktuelle regionale Konflikt ist vielschichtig und komplex, und Bedarf einer detaillierten Auseinandersetzung, wie die BAG sie u.a. mit ihrem letzten BDK-Antrag zum Iran zu leisten versucht hat. Dabei halten wir die vermutlich illegale bzw. so oder so komplett verantwortungslose Tötung Soleimanis durch die USA jedoch für einen weiteren klaren Kristallisationspunkt vieler schon länger andauernden Fehlentwicklungen in der westlichen und speziell US-amerikanischen Politik in der Region. Es wäre sträflich, den Fall jetzt nicht mit der gebotenen Aufmerksamkeit und Dringlichkeit zu behandeln, nur weil - dieses Mal, bisher – der leicht mögliche große Knall als Ergebnis ausblieb.<br><br>
Der Umgang mit der Causa Soleimani ist ein weiteres dramatisches Beispiel dafür, wie das zuhause täglich zur Schau gestellte mangelnde Rechts- und Wahrheitsverständnis Trumps auf die internationale Politik durchschlägt. Doch so verlockend es scheint, nur Trump für die gefährliche Überheblichkeit und Kurzsichtigkeit aktueller US-Außenpolitik verantwortlich zu machen - real ist er in vielem nur der sicht- und hörbarste Ausdruck von schon länger anhaltenden, von mehreren Amtsvorgängern längst zu Strukturen verfestigten Trends. Sowohl eine Abwahl Trumps dieses Jahr, als auch eine fundamental andere Außenpolitik selbst für diesen Fall, scheinen alles andere als gesichert. Deshalb muss diese Episode auch als ein weiterer von vielen krassen Anlässen zur fundamentalen Neubewertung US-amerikanischer Außenpolitik, und unserer Beziehung zu ihr, genommen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unsere Beziehungen zu den USA und den dort lebenden Menschen werden seit je her als Elitenprojekt wahrgenommen, gedacht und geprägt von sog. „Transatlantiker*innen“, als denjenigen, denen sie vermeintlich einzig wirklich am Herzen liegen. Kritiker*innen von US-geführter Außen- und Militärpolitik wird dagegen oft pauschal Antiamerkanismus vorgeworfen. Diese Erzählung lehnen wir ab, und stellen ihr ab nun viel aktiver unsere eigene, von tiefer Verbundenheit mit US-amerikanischer Zivilgesellschaft, sowie vielen Freund*innen und Verwandten dort, entgegen: Zusammen mit ihnen streben wir eine miteinander solidarische, aber jeweils schonungslose Neubewertung unseres gesamten staatlichen, mal mehr, mal weniger gemeinsamen Handelns in der Welt an. Das wird nicht einfach, aber es ist Grundvoraussetzung für einen nachhaltigen, weil sinnvollen Bestand unserer transatlantischen Partnerschaft - im Sinne unserer proklamierten Werte, und unseres gemeinsamen Ziels einer friedlicheren und gerechteren Welt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><span class="underline">Maßnahmen:</span></strong><br><br><strong>Kurzfristig auf den Irankonflikt bzw. den Fall Soleimani bezogen </strong>fordern wir die grüne Bundestagsfraktion und Parteiführung, sowie die deutsche Bundesregierung dazu auf, sich für Folgendes entschieden einzusetzen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die USA müssen aufgefordert werden, endlich Beweise vorzulegen für die als Tötungsgrund angeführte direkte Involvierung Soleimanis in unmittelbar bevorstehende Angriffe auf westliche Ziele. Können oder wollen sie dies nicht, sind diese Tat als krimineller Akt einzustufen, und alle Wege der eigenen Ermittlung und internationalen Strafverfolgung – so symbolisch letztere real auch sein mag – zu beschreiten.<br></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Deutschland muss seine Haltung des blinden Vertrauens bzw. aktiven Wegschauens bzgl. der möglichen Involvierung von hiesiger US-Infrastruktur in die Tötung Soleimanis, aber davon ausgehend auch generell in die Programme von massenhafter illegaler Hinrichtung Verdächtiger im real immer noch andauernden sog. „Krieg gegen den Terror“, grundlegend revidieren. Konsequenter Maßstab müssen deutsche und internationale Rechtsgrundlagen sein.<br></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Von den USA sind belastbare Angaben zur tatsächlichen Nutzung all ihrer Anlagen in Deutschland einzufordern, und wo dem offensichtlich nicht zu trauen ist, diese selbst aktiv einzuholen bzw. zu überprüfen. Aktivitäten, die – hier oder andernorts, militärisch oder nachrichtendienstlich – fundamentale Menschenrechte oder internationales Recht verletzen, sind schonungslos zu benennen und nicht mehr zu dulden.<br></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Deutschland und die EU müssen alles unternehmen, um weiter ihrerseits ihren Verpflichtungen aus dem Nuklearabkommen mit dem Iran nachzukommen. Dazu gehört vor allem, zur Not auch gegen die USA und unter Inkaufnahme wirtschaftlicher Nachteile, Möglichkeiten des Handels mit dem Iran deutlich zu stärken, da die dortige wirtschaftliche Krise nur den Hardlinern hilft.<br></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Eine umfassende regionale Friedensinitiative unter Beteiligung aller maßgeblicher Akteure ist anzustreben und mit allen Mitteln die Deutschland und der EU zur Verfügung stehen zu unterstützen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Mittelfristig und auf auf unsere Beziehungen zu den USA generell bezogen</strong> fordern wir die grüne Bundestagsfraktion und Parteiführung, sowie die deutsche Bundesregierung, außerdem dazu auf, anhand der u.g. Themen eine grundsätzliche Überprüfung unserer Beziehungen zu den USA, sowie deren Rolle in der Welt, vorzunehmen. Messlatten müssen dabei Demokratie und Menschenrechte, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit, sowie deren effektive weltweite Förderung, sein. Selbstverständlich müssen die Rollen Deutschlands und der EU, als Unterstützer*innen von US-Politik, wie je auch selbst als Aktive, dabei jeweils schonungslos mitbehandelt werden. Die BAG bietet hierzu ihre Mitarbeit an.<br><br>
Einige Außenpolitische Themen hierfür, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Die durch alle US-Regierungen seit 9/11 dramatisch überdehnte und zum endlosen weltweiten „Krieg gegen den Terror“ missbrauchte Authorisierung zur Gewaltanwendung durch den US-Kongress</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Die bis heute nur lückenhaft aufgeklärten, nicht erkennbar geahndeten, und unter Trump nun auch offen enttabuisierten US-Praktiken der Entführungen und Folter. S. auch einen früheren BAG- und dann BDK-Beschluss dazu</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Massive, weltweite Programme der außerrechtlichen Tötungen per Drohne, deren Zahlen, auch an komplett unbeteiligten Zivilist*innen, unter Trump nochmal deutlich steigen dürfte. S. auch einen früheren BAG- und dann BDK-Beschluss dazu</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Versuchte Massenüberwachung jeglicher Kommunikation</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Drakonische, oft mit Rechtsstaatsprinzipien unvereinbare, teils folterähnliche (oder potentiell Todes-) Strafen gegen viele, die sich diesem System empfindlich entgegenstellen bzw. über es aufklären, s. Bsp. Manning, Assange, Snowden,...</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Ignorierung, Behinderung der Ächtung und Nichtverbreitung, sowie profitreiche Verbreitung von diversen besonders grausamen oder verheerender Waffen, z.B. Massenvernichtungswaffen, Uranmunition, Cluster-Bomben, Weißer Phosphor, Landminen, div. automatisierte/autonome Waffensysteme, schwer kontrollierbare Cyberwaffen,...</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Teils dramatische Einschnitte bei Maßnahmen der realen Minderung menschlichen Leids in Konflikt- und Armutsgebieten, sprich der Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Weigerung, unserer gemeinsamen Fähigkeit (und oft auch schuldhafter Rolle) gemäß Geflüchtete aus den Kriegs- und Krisengebieten der Welt aufzunehmen</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p>Rassistische und sonstwie sozial krass ungleiche Innen- wie Außenpolitiken auf beiden Seiten des Atlantiks</p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 13 Feb 2020 17:59:29 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A10: Beschlussentwurf bzgl. BAG-Sprecher*innenteam und -wahlen</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Beschlussentwurf_bzgl__BAG-Sprecherinnenteam_und_-wahlen-14612</link>
                        <author>Jan Schierkolk (KV Frankfurt)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Beschlussentwurf_bzgl__BAG-Sprecherinnenteam_und_-wahlen-14612</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Durch den Rücktritt des bisherigen BAG-Sprecher*innenteams wird auf der aktuellen Sitzung automatisch eine bereits rechtzeitig angekündigte Neuwahl der lt. BAG-Statut mindestens vorgesehenen Positionen der beiden Sprecher*innen nötig. Die Wahl soll wieder für eine Amtszeit von zwei Jahren erfolgen.<br><br>
Auch für die Dauer der kommenden Amtsperiode Frühjahr 2020 bis Frühjahr 2022 sollen wieder je ein*e stellvertretende*n Sprecherin* und Sprecher*in gewählt werden. Die zwei stellvertretenden Sprecher*innen unterstützen die BAG-Sprecher*innen bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben und können sie z.B. in parteiinternen Gremiensitzungen nach Absprache vertreten. Dabei gilt selbstverständlich das Frauenstatut.<br><br>
Wie bisher soll den stellvertretenden Sprecher*innen zur Ausführung ihrer Aufgaben jeweils Stimmrecht in der BAG und Fahrtkostenerstattung gewährt werden. Dafür sollen ihre Positionen wieder mit den gerade vakanten beiden Kooptiertenplätzen verbunden werden. Ihre gemeinsame Vergabe in wieder je einem Wahlgang soll erst auf der nächsten Sitzung erfolgen, um die Wahlen transparent ankündigen und allen Interessierten die gleichen Chancen bieten zu können.<br><br>
Die Amtszeit der stellvertretenden Sprecher*innen orientiert sich dann an der der bereits auf der aktuellen Sitzung gewählten Sprecher*innen. An sie ist auch die Amtszeit der anderen Kooptiertenplätze bei deren nächster Wahl anzupassen, um wieder einen gemeinsamen Turnus für alle Positionen zu sicherzustellen.<br><br>
Sollte während der Dauer der nun beginnenden Amtsperiode ein*e oder mehrere ordentliche oder stellvertretende Sprecher*innen, oder ein*e oder mehrere Kooptierte*r, ausfallen, werden die jeweiligen Positionen ebenfalls nur bis zum Ende der an den Sprecher*innen ausgerichteten regulären Amtsperiode nachbesetzt.</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 13 Feb 2020 17:46:23 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A9: Jemen- der vergessene Krieg</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18360</link>
                        <author>Paula Moser (KV Dresden)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/motion/18360</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach der Ermordung des ehemaligen Präsidenten des Jemen, Vorname Saleh, und der weiteren Zersplitterung der Konfliktparteien ist eine langfristige Lösung für den seit 2015 andauernden bewaffneten Konflikt im Jemen in weite Ferne gerückt. Die Situation im Jemen ist laut den Vereinten Nationen die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Um eine Normalisierung der humanitären Katastrophe zu verhindern, fordern wir eine konsequente Verurteilung und Sanktionierung der illegalen Blockaden humanitärer Hilfsgüter, einen Stopp der Waffenlieferungen an die beteiligten Kriegsparteien und eine umfangreiche und feministische Herangehensweise an mögliche Waffenstillstandsverhandlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>1. Aktiv gegen die humanitäre Katastrophe im Jemen - keine Normalisierung des Leidens!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Laut UNICEF benötigen rund 80% der jemenitischen Bevölkerung dringend humanitäre Hilfeleistungen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate setzen dabei die gezielte See- und Luftblockade von humanitärer Hilfe als perfide Kriegstaktik ein. Dieses Vorgehen ist völkerrechtswidrig und verstößt gegen die Genfer Konvention sowie die Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Zu den weiteren Verstößen aller Kriegsparteien gehören gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstrantinnen und Demonstranten sowie die Blockade elektronischer Kommunikation, Verschwindenlassen, Folter und außergerichtlichen Tötungen und der Einsatz von Kindersoldat*innen. Reporter ohne Grenzen gehen von eine Dunkelziffer verschwundener Personen aus, unter anderem geflüchteter und getöteter Journalist*innen. Eine flächendeckende Dokumentation und Information über Menschenrechtsverletzungen kann nicht gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Auch Kinder leiden stark unter der im Jemen vorherrschenden Gewalt. Ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Bildung, sowie ihr Schutz vor Missbrauch, Zwangsrekrutierung und Zwangsarbeit wird während des bewaffneten Konflikts nicht gewährleistet. Mehr als 12 Millionen der jemenitischen Kinder benötigen dringende humanitäre Hilfe. Unterernährung, der fehlende Zugang zu Bildung und die Traumatisierung durch ständige Konfrontation mit Gewalt lässt im Jemen eine ganze Generation verelenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir verurteilen die Politik Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, die im Jemen einen Stellvertreter*innenkrieg auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, auf alle Kriegsparteien einzuwirken, den Zugang für Hilfs- und Lebensmittellieferungen uneingeschränkt sicherzustellen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung auf, sich für <em>targeted sanctions</em> gegen die Verantwortlichen der Kriegsparteien einzusetzen, die Schlüsselpositionen in der Entscheidung für die Blockade humanitärer Hilfeleistungen tragen. Dies ist auch in den Sicherheitsratsresolutionen 2140 und 2216 vorgesehen.Die Wahrung des humanitären Völkerrechts und menschenrechtliche Grundsätze müssen vor anderen außenpolitischen Abwägungen der EU und der Bundesregierung hinsichtlich der im Krieg beteiligten Staaten stehen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Alle Beteiligten auf, die besonderen Bedürfnissen der von der humanitären Krise im Jemen betroffenen Kinder bei Hilfeleistungen besonders zu berücksichtigen</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>2. Die EU trägt ihre Mitschuld: Waffenexporte stoppen!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um die andauernde humanitäre Katastrophe im Jemen nicht zu verschlimmern, muss die Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Waffenexporten an die Kriegsparteien umsetzen. Zu den von der EU belieferten Kriegsparteien zählt die arabische Koalition aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und sowie der Sudan.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein Bericht der Expert*innenkommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen (VN) vom August 2018 bestätigt mehrfach Brüche des humanitären Völkerrechts seitens der kriegführenden Parteien. Die Prämisse, zivile Opfer zu meiden, wurde von keiner der Kriegsparteien eingehalten. Dabei wurden mehrfach zivile Infrastruktur wie Märkte, Krankenhäuser und Schulen zur Zielscheibe der Auseinandersetzungen. Recherchen von German Arms sowie der investigativen Plattform Disclose belegen deutlich die Nutzung von deutschen und französischen Waffen durch die im Jemenkrieg beteiligte arabischen Allianz.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Lieferungen an die Kriegsparteien verletzen die politischen Richtlinien der Bundesregierung zu Rüstungsexporten, sowie mehrere vom Europäischen Parlament gefassten Beschlüsse, darunter der Beschluss 2017/2849. Diese sehen vor, Rüstungsexporte an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten unmittelbar zu stoppen. Die temporär eingeführten Exportstopps an Saudi-Arabien im November 2018 haben dabei nicht zu einem langfristigen und umfangreichen Stopp der Exporte geführt. Erstens wurden trotz Exportstopp sondergeschützte Geländewagen im Wert von rund 800.000€ exportiert. Zweitens betraf der Exportstopp keine Gemeinschaftsprojekte, sodass die Lieferung von deutschen Zwischenprodukten an Waffenlieferant*innen in Frankreich und Großbritannien weiter ging. Drittens stoppte die Bundesregierungen nicht die Waffenlieferungen an die Vereinigten Arabischen Emirate, die als Teil der arabischen Koalition mit Saudi-Arabien im Jemenkrieg agieren und allein im ersten Halbjahr 2019 Waffenlieferungen in erschreckender Höhe von 200 Millionen Euro aus Deutschland erhielten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir bekräftigen die Forderungen der BDK 2018 und fordern:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Einen dauerhafter Stopp von Waffenexporten an die im Jemenkrieg beteiligten Staaten zu verhängen, keine neuen Genehmigungen von Waffenlieferungen an diese Staaten zu erteilen, bereits erfolgte Genehmigungen zu widerrufen und keine weiteren Ausfuhrgenehmigungen zu erteilen. Eine de-minimis-Regelung für die Lieferung von Zwischenteilen an Waffenproduzent*innen außerhalb Deutschlands lehnen wir ab;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Sich gegenüber weiterer Waffenlieferant*innen, inklusive der USA, Großbritannien und Frankreich, für einen Stopp der Lieferungen einzusetzen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>3. Frauen*, inter* und trans* Personen (FIT): marginalisierte Gruppen schützen und stärken!</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Im ersten halben Jahr des Konflikts ist die geschlechtsspezifische Gewalt in Jemen über 70 Prozent angestiegen. Von Kinderehen waren 2017 14 Prozent mehr Mädchen* unter 18 betroffen als noch im Jahr zuvor. Das hängt damit zusammen, dass sich ökonomische Situation von Frauen* und Kindern aufgrund traditioneller Familienrollen rapide verschlechtert, sobald der Ehemann und Familienvater aus kriegsbedingten Gründen ausfällt. Jemen ist derzeit auf dem letzten Platz des <em>Women, Peace and Security Index</em> des Georgetown Instituts - hinter Syrien und Afghanistan. Von dem Index werden unter anderem die durchschnittliche Anzahl an Schuljahren, die Beschäftigungsquote, die Verbreitung der Handynutzung durch Frauen*, die finanzielle Inklusion, der Anteil an Parlamentssitzen und Diskriminierung erfasst - in allen diesen Kategorien schnitt Jemen im Jahr 2019 am schlechtesten ab. Dabei betrifft auf Geschlecht basierende Diskriminierung nicht nur Frauen*, sondern oft auch inter* und trans* Personen. Genaue Angaben zu diesen Personengruppen sind aufgrund fehlender Datenerhebung leider nicht möglich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für eine Nachkriegsordnung sind die Folgeschäden eines bewaffneten Konfliktes mitzudenken: die Traumatisierung eines großen Teils der Bevölkerung erhöht das Risiko von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Hier müssen Prävention und Nothilfe gewährleistet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Chaos des Krieges hat allerdings auch neue Möglichkeiten eröffnet: zwar werden die politischen Aktivitäten von Frauen* im öffentlichen Raum weiter beschränkt, jedoch werden Frauen* zunehmend in zivilgesellschaftlichen Räumen aktiv. Dabei nehmen sie beispielsweise Einfluss auf Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration und die Reduktion von Waffenproliferation. Auf kommunaler Ebene arbeiten Frauen* in einigen Situationen an Frieden, indem sie bewaffnete Akteure konfrontieren und informell Konflikte schlichten. Zusätzlich zeigt sich, dass die Frauen* Bewusstsein für Friedensarbeit in lokalen Gemeinschaften schaffen und diese aktiv vorantreiben - so gibt es bereits Beispiele, in denen Frauen* Friedensverträge zwischen ihren Gemeinschaften und Rebellengruppen vermittelt haben. Bisher haben die VN Frauen* oder Frauen*rechtsgruppen jedoch nicht am offiziellen Friedensprozess beteiligt, was einem umfassenden, inklusiven und nachhaltigem Frieden klar im Weg steht und die Chancen von dauerhaftem Erfolg mindert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ohne die Frauen* ist ein nachhaltiger Frieden nicht denkbar. Doch feministische Friedenspolitik sollte auch immer intersektional gedacht werden: Personen, die aufgrund von - einschließlich, aber nicht ausschließlich - ihrer sexuellen Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Ethnie, Religion oder ökonomischen Lage marginalisiert oder mehrfach diskriminiert werden, müssen am Friedensprozess beteiligt werden. Nur so kann ein Frieden inklusiv und damit nachhaltig gestaltet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>D<strong>as Friedenspotential verschobener Geschlechterhierarchien durch den Krieg muss genutzt und Frauen* und andere marginalisierte Gruppen für einen Friedensprozess und die daraus resultierende Nachkriegsordnung ermächtigt werden. Daher fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Teilnahme von Frauen* und anderen marginalisierten Gruppen an Waffen- und Friedensverhandlungen zu ermöglichen, anzuerkennen und zu unterstützen;</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Frauen* in kommunalen Gemeinschaften durch finanzielle und technische Unterstützung zu stärken. Dazu gehören </strong></p><ul><li><p><strong>die Sensibilisierung und Ausbildung zum Thema Frauen*, Frieden und Sicherheit, </strong></p></li><li><p><strong>Mediations- und Verhandlungstrainings </strong></p></li><li><p><strong>sowie die Vernetzung verschiedener Frauen*gruppen im Jemen und in anderen Konfliktkontexten;</strong></p></li></ul></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Situation von inter* und trans* Personen, die in den Statistiken bisher nicht aufgegriffen werden, zu untersuchen und aktiv zu unterstützen.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><h3><strong><strong>4. Die Post-war Phase im Blick behalten und begleiten</strong></strong></h3></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Trotz der festgefahrenen Situation im Jemen sind Reflektionen über die Gestaltung der Post-war-Phase wichtig. Aktuell kann durch das Sammeln von Daten vermutlicher Kriegsverbrechen dazu beigetragen werden, eine angemessene Ahndung dieser nach Ende des Konflikts zu ermöglichen. Die unrechtmäßigen Angriffe auf zivile Ziele, die Zwangsrekrutierung von Kindersoldat*innen und das Foltern und Verschleppen von Dissident*innen, müssen in einer Post-Konfliktphase in einem Prozess der Gerechtigkeit aufgearbeitet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Waffen- und Friedensverhandlungen können nur mit einer breiten Einbindung der jemenitischen Gesellschaft erfolgreich sein. Eine nachhaltige Lösung kann nur gefunden werden, wenn die Interessen sunnitischer und schiitischer Bevölkerungsgruppen sowie religiöser Minderheiten, und auch weitere regionale Präferenzen berücksichtigt werden. Um die divergierenden Interessengruppen in einem Staat zu vereinen, könnten verschiedene regionale Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Die geostrategischen Vorteile der Küstenregion um Aden müssen in Friedensverhandlungen in gerechter Weise berücksichtigt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Verteilung von natürlichen Ressourcen könnten in einer möglichen regionalen Aufschlüsselung berücksichtigt werden. Auch der Jemen ist von der Klimakrise in Form von Dürren und Wüstenbildung auf der einen Seite, und starken Überschwemmungen auf der anderen Seite, betroffen. Die Bevölkerung sollte in die Diskussion um Problembereiche wie die Wasserressourcen des Landes mit eingebunden werden, um die Entstehung neuer Konfliktherde zu vermeiden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Deshalb fordern wir:</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die EU auf, in einer Rolle als Mediatorin und in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die Initiative für neue Friedensgespräche zu übernehmen, deren erstes Ziel ein schnellstmöglicher Waffenstillstand und die Gewährung humanitären Zugangs sein muss. Die Beteiligung von FIT-Personen an den Friedensgesprächen muss dabei durch die VN unterstützt werden. </strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die VN auf, die divergierenden regionalen Interessensgruppen in der jemenitischen Gesellschaft bei Verhandlungen über die Zukunft des Jemen gleichberechtigt einzubinden.</strong></p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li><p><strong>Die Bundesregierung und die EU auf, Untersuchungen und Datenbanken, welche die Ahndung der Kriegsverbrechen nach Ende des Konflikts ermöglichen, gezielt zu unterstützen. </strong></p></li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Sowohl im Bundestag als auch innerhalb der Partei existieren bereits Beschlüsse zum Krieg im Jemen. Doch dem Konflikt wird weder in Deutschland noch in der Weltöffentlichkeit die Aufmerksamkeit gegeben, die der Dramatik der Situation angemessen wäre. Dies ist gefährlich, denn wo Aufmerksamkeit dauerhaft verschwindet, schwindet bald auch die Unterstützung für eine positive Transformation der Situation - sowohl finanziell als auch in Handlungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Als Bundesarbeitsgemeinschaft “Frieden und Internationales” von Bündnis 90/Die Grünen beleben wir die friedenspolitische Tradition der Partei. Dadurch ergibt sich die Pflicht, weiter laut auf den Krieg im Jemen hin zu weisen, der unter anderem mit deutschen Waffen geführt wird und die schlimmste humanitäre Katastrophe, die es derzeit gibt, ausgelöst hat. Dabei verschlechtert sich die humanitäre Lage weiterhin - eine diskursive Normalisierung der Situation darf daher nicht zugelassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Außerdem weist die derzeitige Beschlusslage in Bund und Partei noch Lücken auf: eine feministisch-außenpolitische Betrachtung fehlt, genau wie die Vorstellung einer Nachkriegsordnung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Bündnisgrüne Bundestagsfraktion hat bereits einen wegweisenden Antrag zu feministischer Außenpolitik vorgelegt, es gibt einen Beschluss der LAG Berlin und die Diskussionen um die Relevanz des Themas werden auch im Grundsatzprogrammprozess fortgesetzt. Abseits von grundsätzlichen Entscheidungen müssen wir aber auch beginnen, das Thema Feministische Friedens- und Außenpolitik an praktischen Beispielen anzuwenden und für spezifische Kontexte Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Situation in Jemen zeigt exemplarisch, wie Frauen* weiterhin nicht ausreichend an Friedensverhandlungen beteiligt werden und wie relevant demnach eine feministische Friedenspolitik ist. Insbesondere bei der Gestaltung der Post-Konfliktgesellschaft tragen Frauen*-Inter-und Transpersonen eine wichtige Rolle, um nachhaltigen Frieden zu gewährleisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Antragstellerinnen: Charlotte Steinmetz (Grüne Jugend), Paula Moser (Grüne Jugend)</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Quellen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/"><span class="underline">https://made-in-france.disclose.ngo/en/chapter/yemen-papers/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://germanarms.interactive.br24.de/"><span class="underline">https://germanarms.interactive.br24.de/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.yemendataproject.org/"><span class="underline">https://www.yemendataproject.org/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943"><span class="underline">https://www.dw.com/de/un-experten-anzeichen-f%C3%BCr-kriegsverbrechen-im-jemen/a-45253943</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf"><span class="underline">https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/jemen-un-bericht-zeigt-erneut-notwendigkeit-eines-waffenembargos-auf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis"><span class="underline">https://www.unicef.org/emergencies/yemen-crisis</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html"><span class="underline">https://www.aljazeera.com/news/2019/10/sounds-alarm-children-plight-war-torn-yemen-191023081944720.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament"><span class="underline">https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/saudi-arabien-waffen-embargo-jemen-eu-parlament</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN"><span class="underline">https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52017IP0473&amp;from=EN</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html"><span class="underline">https://www.spiegel.de/politik/ausland/waffenlieferungen-berlin-genehmigt-waffenlieferungen-fuer-eine-milliarde-an-jemen-kriegsparteien-a-1272658.html</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace"><span class="underline">https://centreforfeministforeignpolicy.org/journal/2018/9/20/peacebuilding-in-yemen-womens-as-agents-for-peace</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/yemen_humanitarian_needs_overview_hno_2018_20171204_0.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf"><span class="underline">https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/CARE_No-Future-for-Yemen-without-Woman-and-Girls_Oct-2016.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)"><span class="underline">https://undocs.org/en/S/RES/1325(2000)</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003"><span class="underline">https://www2.unwomen.org/-/media/field%20office%20arab%20states/attachments/2018/women%20on%20the%20frontlines-web-rev.pdf?la=en&amp;vs=2003</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/"><span class="underline">https://giwps.georgetown.edu/country/yemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.saferworld.org.uk/downloads/building-inclusive-peace---gender-at-the-heart-of-conflict-analysis-pdf.pdf"><span class="underline">Building inclusive peace: gender at the heart of conflict analysis</span></a>, Saferworld 2017</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen"><span class="underline">https://www.ecfr.eu/publications/summary/war_and_pieces_political_divides_in_southern_yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/"><span class="underline">http://www.fluchtgrund.de/land/jemen/</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen"><span class="underline">https://www.hrw.org/world-report/2019/country-chapters/yemen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF"><span class="underline">https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE3113832019ENGLISH.PDF</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong><strong>Bisherige Beschlüsse und Anträge der Grünen</strong></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>BDK-Beschlüsse</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-23_Beschluss_Das_Leid_im_Jemen_lindern_Ruestungsexporte_stoppen-1.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf"><span class="underline">https://cms.gruene.de/uploads/documents/V-49_Keine_Waffen_in_Kriegsgebiet.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Bundestag:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen"><span class="underline">https://www.gruene-bundestag.de/themen/internationale-politik/humanitaere-katastrophe-in-jemen-lindern-ruestungsexporte-stoppen</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/008/1900834.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Antrag der Grünen Fraktion im Bundestag zu feministischer Außenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/079/1907920.pdf</span></a></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf"><span class="underline">http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/087/1908703.pdf</span></a></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 13 Feb 2020 14:44:52 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A8: Antrag auf Wiedereinrichtung des Mail-Debattenverteilers</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Antrag_auf_Wiedereinrichtung_des_Mail-Debattenverteilers-21727</link>
                        <author>Angelika Wilmen (KV Berlin-Pankow)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Antrag_auf_Wiedereinrichtung_des_Mail-Debattenverteilers-21727</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Hiermit stellen wir den Antrag auf Wiedereinrichtung des Mail-Debattenverteilers der BAG Frieden und Internationales. Er soll unmoderiert bleiben unter der Maßgabe, dass Teilnehmer*innen, die sich unsachlich, verletzend oder diskriminierend äußern, gemahnt und für drei Monate gesperrt werden. Wiederholt sich ein Vorfall nach Sperrung erneut, wird der/die Teilnehmer*in von der Liste ausgeschlossen.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Alternativen zur BAG-Kommunikation reichen nicht aus, um wichtige Inhalte der Bundesarbeitsgemeinschaft zwischen den Sitzungen in angemessener Weise diskutieren zu können. Das Discourse-Forum wird unserer Wahrnehmung nach nicht ausreichend angenommen und Telefonkonferenzen können einen Debattenverteiler nicht ersetzen. Zudem konnte der Beschluss, monatlich Telefonkonferenzen einzuhalten, nicht eingehalten werden. Seit dem Beschluss gab es vier Telefonkonferenz und eine Frauen-TK. Im November hat die letzte offene TK der BAG stattgefunden. Das Verfahren und die Regeln zur Zulassung von Mails über den Info-Verteiler wurden aus unserer Sicht nicht ausreichend transparent gemacht.<br><br>
Gerade während des Prozesses der Grundsatzprogrammerarbeitung brauchen wir dringend einen Debattenverteiler, über den wir uns zeitnah austauschen können. Die Nachteile des Fehlens eines Verteilers überwiegen aus unserer Sicht eindeutig die Befürchtung, dass neue Interessierte und Frauen aufgrund der Debatten und der versendeten Inhalte abgeschreckt werden könnten.<br><br><em><strong>Erstantragsteller:</strong><br>
Angelika Wilmen, KV Pankow; Maria Feckl, KV Erding<br><br><strong>Weitere Unterstützer*innen:</strong><br>
Ursula Hertel-Lenz, KV Steglitz-Zehlendorf<br>
Friedel Grützmacher LAG Frieden Berlin, KV Charlottenburg/Wilmersdorf<br>
Melanie Müller</em></p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Wed, 12 Feb 2020 22:53:29 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>A7: Eine strategische friedensgeleitete sicherheits- und verteidigungspolitische Programmatik</title>
                        <link>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Eine_strategische_friedensgeleitete_sicherheits-_und_verteidigungspoli-43550</link>
                        <author>Daniel Hecken (KV Hamburg-Altona)</author>
                        <guid>https://bagfrint20mainz.antragsgruen.de/bagfrint20mainz/Eine_strategische_friedensgeleitete_sicherheits-_und_verteidigungspoli-43550</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Angesichts der ungewissen Weltlage und der zukünftigen Herausforderungen braucht es eine stärkere europäische Zusammenarbeit für Stabilität und Frieden. Wir wollen die EU zu einer globalen Friedensakteurin machen, die ihre Sicherheit zunehmend selbst in die Hand nimmt und stärkt. Dabei leitet uns das Konzept der menschlichen Sicherheit, das Menschenrechte, globale Gerechtigkeit, Konfliktprävention und Wiederaufbau ins Zentrum rückt. Zu diesem erweiterten Sicherheitsbegriff gehört auch, dass Frauenrechte und die Lebensrealitäten von Frauen und Mädchen stärker als bisher in den Fokus der Außen- und Sicherheitspolitik genommen werden müssen. <em>(Ä1) </em><em>Wesentlich bleibt für uns, dass die VN Menschen vor schwersten<br>
Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schützen soll und das wir im Sinne der Konfliktprävention Konzepte der Schutzverantwortung weiterentwickeln wollen.</em></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Unser Ziel ist eine gemeinsame europäische Sicherheits- und Verteidigungsunion. Eine<br>
permanente und enge Zusammenarbeit der europäischen Streitkräfte ist dringend geboten. <em>(Ä2) Auf dem Weg dorthin wollen wir die Bundeswehr in die Lage versetzen, einen verlässlichen Beitrag zur europäischen und globalen Sicherheit zu leisten, zum Beispiel im Rahmen von VN-Friedensmissionen und insbesondere der Landes- und Bündnisverteidigung</em><em>.</em> Das bedeutet, sie bestmöglich entsprechend ihrem Auftrag auszustatten, ihre Strukturen effizienter zu gestalten. <em>(Ä3) Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, Teil unseres demokratischen Rechtsstaats und braucht einen gut ausgebildeten und vielfältigen Personalkörper. </em>Die Entsendung der Bundeswehr in militärische Einsätze ist für uns unverrückbar die Ultima Ratio der Sicherheitspolitik. Für uns gelten die VN-Charta und das Völkerrecht. <em>(siehe Ä2) Darum brauchen legitimierte Auslandseinsätze eine Einbettung in ein politisches Gesamtkonzept, das Prävention und zivilen Wiederaufbau miteinbezieht.</em> Insgesamt ist es an der Zeit, den Sicherheitsrat entsprechend den veränderten internationalen Beziehungen so zu reformieren, dass eine gerechte Repräsentation der Staaten und Weltregionen in ihm abgebildet wird. Gleichzeitig muss ein Veto in Fällen von schwersten Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Völkermord ausgeschlossen sein, um sich dem Dilemma zwischen der Verpflichtung zum Schutz vor schwersten Menschenrechtsverletzungen auf der einen Seite und der Achtung des VN-<br>
Mandatsgebots für Militäreinsätze auf der anderen Seite zu stellen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Um zu mehr Synergien zu kommen, setzen wir auf den <em>(H1)</em> Ausbau multinationaler Einheiten sowie auf die Stärkung des gemeinsamen europäischen Hauptquartiers in Brüssel. Es soll mehr Kompetenzen und Personal erhalten, um Auslandseinsätze europäischer Einheiten zentral planen und durchführen zu können. <em>(Ä4) Europäische Cybereinheiten sollen, in Ergänzung zur Verstärkung nationaler Fähigkeiten, mögliche Cyberangriffe, zum Beispiel auf kritische Infrastruktur, abwehren und gegen gezielte Desinformation vorgehen können. (H2) </em>Militärische Parallelstrukturen und Überkapazitäten werden durch eine Umschichtung nationaler Mittel auf die europäische Ebene abgebaut. Ein erheblicher Teil der nationalen Verteidigungsetats der<br>
Mitgliedstaaten kann für diese Integration der Streitkräfte auf EU-Ebene genutzt werden. <em>(Ä5) So kann sichergestellt werden, dass keine (zivilen) Mittel auf EU-Ebene für militärische Zwecke umgewidmet werden.</em> Es macht wenig Sinn, national etwas weiterzuführen und zu finanzieren, das parallel bereits europäisch getan wird. So kommen wir auch insgesamt zu mehr Abrüstung. Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik ist an eine Stärkung der europäischen Ebene geknüpft, die auf der parlamentarischen Kontrolle durch das Europäische Parlament fußt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Nach diesen Grundsätzen soll die EU die ihr übertragenen sicherheitspolitischen Aufgaben wie Krisenprävention, Krisenmanagement oder die Stabilisierung nach Konflikten stetig ausbauen und sich deutlich stärker als Auftragnehmerin an Friedensmissionen der Vereinten Nationen beteiligen, insbesondere durch europäische multinationale Einheiten. Partner sollen sich auf die EU verlassen können. <em>(Ä6) Die NATO ist ein unverzichtbarer Bestandteil der europäischen Sicherheitsarchitektur – auch wenn zunehmend divergierende sicherheitspolitische Interessen innerhalb der Allianz offenbar werden und die NATO in ihrer jetzigen Form nicht in Stein<br>
gemeißelt ist.</em> Die EU sollte sehr viel stärker auf militärische Zusammenarbeit und<br>
Koordinierung setzen, um als Kontinent stärker europäische strategische Interessen – gerade auch innerhalb der NATO – vertreten zu können, wobei Dopplungen vermieden werden sollten.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Antrag entspricht dem <a href="https://beteiligung.gruene.de/zb-gsp/Aenderungsvorschlag_zum_Zwischenbericht_Abschnitt_Eine_europaeische_Si-15584">ÄNDERUNGSVORSCHLAG ZUM ZWISCHENBERICHT, ABSCHNITT &quot;EINE EUROPÄISCHE SICHERHEITS- UND VERTEIDIGUNGSUNION SCHAFFEN&quot;</a> der im Rahmen der Beteiligung jedoch nicht genügend Unterstützer*innen fand. Hierbei stelle ich mir eine Diskussion zum nachfolgenden Rational und nicht explizit zum Wording des Antrags vor, die vermutlich die zur Verfügung stehenden 3 Stunden jedoch sprengen würde. Eine Beschränkung auf max. 60 Minuten wäre notwendig.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Im Kern geht es mir um die Diskussion im Rahmen des Prozesses für das neue Grundstzprogramm mit Bezug auf die Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Als neues Mitglied erlebe ich hier einen &quot;Katzenzustand&quot;, in dem sich pazifistische Vorstellungen mit denen eines realpolitischen Ansatzes derart überlagern, dass eine genaue Positionsbestimmung fast unmöglich erscheint. Diese ist aus meiner Sicht für das Grundsatzprogramm jedoch unabdingbar und muss auch für das anstehende Wahlprogrammm Gültigkeit entfalten. Dabei steht die Fokussierung auf die Mittel (z.B. Einsatz der Bundeswehr) einer notwendigen Entwicklung einer strategischen Zielsetzung in einer friedensgeleiteten Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Wege. Diese sollte hingegen Kern einer grünen Positionierung im Rahmen des Grundsatzprogramms sein und daraus abgeleitet die Handlungsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland in Bezug auf den zielgerichteten Einsatz der zur Verfügung stehenden Mittel nicht einschränken.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Um die divergierenden Positionen zusammenführen zu können, gilt es aus meiner Sicht die Programmatik auf Basis eines gemeinsamen Verständnisses, mindestens in den folgenden Punkten, zu entwickeln:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>- Wir stehen zur demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und damit zu allen ihren verfassungsgemäßen Organen und Institutionen sowie deren verfassungsgemäßen Einsatzes</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>- Wir stehen zur bisherigen Sicherheitsarchitektur (z.B. VN, NATO, OSZE, EU, transatlantische Partnerschaft), wenngleich diese einer ganzheitlichen Reform sowie der Anpassung ihrer Einzelbestandteile bedarf</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>- Eine strategisch ausgerichtete Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und verfolgt friedenspolitische Ziele</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>... um letztlich Deutschlands Verantwortung in Europa und der Welt gerecht werden, und „als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen“ (Präambel Grundgesetz).</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Ergänzend zum vorhergehenden Antragstext noch das Rational der Änderungen zum Text des Zwischenberichtes (Änderungen kursiv hervorgehoben):</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Ä1:</strong> Streichung „Wesentlich bleibt für uns das VN-Konzept der Schutzverantwortung (Responsibility to Protect)“</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Seit langem wird über die „Responsibility to Protect“ (R2P) an sich, ihre völkerrechtliche Verbindlichkeit und damit letztlich über ihre Wirksamkeit diskutiert. Dabei ist diese Debatte, aus persönlicher Sicht, jedoch nur einem begrenzten Personenkreis zugänglich und findet nur auf der politischen Ebene statt. Eine breite öffentliche Diskussion kann ich nicht erkennen. Zudem wurde der Begriff aus dem Weißbuch 2006 nicht in das Weißbuch 2016 übernommen und somit gänzlich der Diskussion entzogen (man könnte auch sagen, er wurde 2006 nur nachträglich zur Legitimierung des Kosovo Einsatzes eingeführt). Ohne die R2P hier im Detail zu diskutieren, kann man aus persönlicher Sicht begründet der Meinung sein, dass es innerhalb der gegenwärtigen Konstellation des VN-Sicherheitsrats „[…] keinen Konsens darüber gibt, welche Bedingungen für die Geltendmachung von R2P eintreten müssen.“ (Siddharth Mallavarapu, ”Schutzverantwortung als neues Machtinstrument”, in: APuZ 37/2013, 15 S. 3 f.)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Es ist anzunehmen, dass der Begriff der R2P potentiellen Wähler*innen nicht immer geläufig sein wird und zudem als Konzept nicht unumstritten ist. Darüber hinaus war dessen bisherige &quot;Anwendung&quot;, z.B. Libyen, rein militärischer Natur und eine deutsche Beteiligung wurde durch uns damals abgelehnt. Wenngleich die Inhalte vollumfänglich zu unterstützen sind, bedarf es für eine wirksame Umsetzung voraussichtlich dem Willen der Grünen einem militärischen Einsatz zuzustimmen, umfangreicher Reformen der VN und insbesondere des Sicherheitsrates (so wie dies im Folgenden des Zwischenberichtes auch angesprochen wird). Ich empfehle daher, insbesondere mit Blick auf realistische Erwartungen, auf den Begriff zu verzichten. (Auch streichen auf S. 37)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Ä2: </strong>Änderung &quot;insbesondere im Rahmen von VN-Friedensmissionen&quot; zu &quot;zum Beispiel im Rahmen von VN-Friedensmissionen und insbesondere der Landes- und Bündnisverteidigung&quot;; Streichung &quot;ein Mandat der Vereinten Nationen&quot;</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die unmittelbare und vordringliche Verknüpfung von VN-Friedensmissionen steht im Widerspruch zu der Forderung „die EU zu einer globalen Friedensakteurin [zu] machen, die ihre Sicherheit zunehmend selbst in die Hand nimmt und stärkt“ und „[…] Auslandseinsätze europäischer Einheiten zentral planen und durchführen zu können.“ Dazu, so heißt es weiter, „brauchen Auslandseinsätze ein Mandat der Vereinten Nationen“. Zum einen blendet dies die mögliche Einladung der EU oder Deutschlands durch die Regierung eines betroffenen Landes aus. Zum anderen ist es, unter Anerkennung der vergangenen (z.B. Libyen 2011), aktuellen (z.B. Syrien, Iran) und vermutlich zukünftigen sicherheitspolitischen Entwicklungen, unwahrscheinlich, dass für Deutschland und die EU relevante Krisen, insbesondere im Bereich der Einflussspähre Russlands oder Chinas, jederzeit ein Mandat des Sicherheitsrates erteilt wird. Dies kann insbesondere im Rahmen eines Einsatzes der NATO nach Artikel 5 oder der EU Artikel 47 gelten und würde somit die Bündnisstreue unterminieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Darüber hinaus stellt der Bund Streitkräfte zur Verteidigung auf. Gleichwohl taucht dies in Bezug auf die Bundeswehr im Zwischenbericht nicht auf. Dabei ist dies ihre vordringlichste Aufgabe und sie ist, wie dem Tenor des Berichtes aber auch der Presse zu entnehmen ist, dafür nicht gut aufgestellt. Aus meiner Sicht ist es auch unsere Aufgabe, dies, auch im Verbund mit unseren Verbündeten, zu ändern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>H1:</strong> Hinweis zu &quot;Ausbau multinationaler Einheiten&quot;</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Es gilt dabei das wachsende Engagement Chinas innerhalb von VN Friedensmissionen, insbesondere in Afrika, zu beachten. Hierbei könnten sich insbesondere Widersprüche mit europäischen Interessen ergeben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Ä3:</strong> Streichung die Bundeswehr braucht &quot;[...] einen demokratisch verfassten, [...]&quot; Personalkörper</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Niemand wird dies in Zweifel ziehen und es ist eine Selbstverständlichkeit auf Basis des Grund- und Soldatengesetzes. Vielmehr verstärkt dieser Satz jedoch die Stimmen derjenigen, die die demokratischen Werte der Soldat*innen gefährdet sehen und einen Rechtsruck attestieren. Zugleich klingt dies wie eine Anschuldigung und grenzt so potentielle grüne Wähler*innen aus dem Kreis der Bundeswehr aus, da sich diese nicht wahrgenommen fühlen. Die Grünen sollten auch Antworten und Attraktivität für Wähler*innen innerhalb der Sicherheitsbehörden schaffen. Welchen besseren Weg gibt es, einen möglichen Rechtsruck zu verhindern? Der Teilsatz wäre daher zu streichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Ä4: </strong>Ausbau von Cyberfähigkeiten</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Schutz der eigenen kritischen Infrastruktur ist eine hoheitliche Aufgabe und kann und sollte nicht auf europäische Ebenen ausgegliedert, sondern vielmehr ergänzt werden. Nach meinem Verständnis wird eine wirksame Cyberabwehr und ein Vorgehen gegen Desinformationskampagne zudem immer offensive Fähigkeiten und insbesondere deren Einsatz benötigen, so dass isch auch erhebliche rechtliche Fragen ergeben. Daher ist ein hoheitliches Handeln unabdingbar. Vielmehr steht „die teilweise wildgewachsene Behördenstruktur bei Polizei und Nachrichtendiensten“ (S.70) einer wirksamen Bekämpfung im Wege, so dass national vorrangig erheblicher Handlungsbedarf, insbesondere in Qualität und Quantität, besteht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>H2 und Ä5:</strong> Umschichtung nationaler Mittel; Streichung &quot;und nicht noch mehr Geld in den Rüstungssektor fließt&quot;</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Dies klingt nach einer weitaus stärker als bisher finanzierten strukturierten Zusammenarbeit (PESCO). Gleichzeitig ist mit Blick auf aktuelle europäische Fähigkeiten, oder vor allem Fähigkeitslücken (z.B. effektive und umfassende Flugkörperabwehr), bei gleichzeitiger Forderung nach mehr europäischer Stärkung und Sicherheit in eigener Hand, realistisch nicht zu erwarten, dass &quot;nicht noch mehr Geld in den Rüstungssektor fließt.&quot;</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p><strong>Ä6:</strong> Änderung &quot;Die NATO ist mittelfristig auch...&quot; zu &quot;Die NATO ist ...&quot;; Streichung &quot;Eine Alternative zur oder eine nationale Loslösung von der NATO ist derzeit unrealistisch, denn dies würde Rüstungsausgaben erfordern, die weit über den in der NATO geforderten zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen.&quot;</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Formulierung des Satzes könnte entnommen werden, dass die Grünen einem Austritt Deutschlands aus der NATO langfristig nicht negativ gegenüberstehen würden. Zudem wird ein Verbleib maßgeblich an steigenden Rüstungsausgaben im Falle eines Austritts/der Auflösung geknüpft. Dabei wird, aus persönlicher Sicht, die langfristige Bedeutung (die auch eine Kurzepisode Trump weit überdauert) der NATO für die deutsche sowie die europäische Sicherheit, und insbesondere den erworbenen und zu erhaltenen Wohlstand, verkannt. Offen und ehrlich ausgesprochen: Auch langfristig wird Europa auf ein starkes Amerika, das im Rahmen der internationalen Konventionen und des Rechts handelt, nicht verzichten können. Die NATO ist ein in erster Linie politisches Bündnis, auch wenn ihm naturgemäß das Militärische zu Gesicht steht. Daher sollte der politische Charakter betont und eine Obsoleszenz ehrlicherweise wie durch Trump nicht propagiert werden. (siehe auch Ä2)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Zudem ist eine Alternative nicht nur derzeit, sondern auch langfristig, unrealistisch und würde natürlich mehr Rüstungsausgaben erfordern. Aber was denn nun? Europa stärken, bei gleichzeitiger Reduzierung/Umwidmung nationaler Verteidigungshaushalte und der Rüstungsausgaben, aber gleichzeitig im Umkehrschluss attestieren, dass diese Ausgaben für die Sicherheit Deutschlands und Europas nicht ausreichen werden aber auf eine NATO dennoch langfristig verzichtet werden könnte? Das sind keine realistischen Erwartungen und sollten sich aus meiner Sicht in einer sicherheits- und verteidigungspolitischen Programmatik so nicht wiederspiegeln.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Wed, 12 Feb 2020 15:09:59 +0100</pubDate>
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